Zooreise 1 – Tag 4: Wiesbaden

Am vierten Tag unserer Reise war nur ein Besuch des Kronberger Opelzoos geplant. Hin und wieder kam zwar der Gedanke auf, statt dessen (oder zusätzlich) die Fasanerie in Wiesbaden zu besuchen, aber aufgrund des schönen Wetters blieb es beim Zoo. Normalerweise hätten wir um 7.30 Uhr im Hotel gefrühstückt aber das Lesefestival bot ein Autorenfrühstück an, und das klang ziemlich unterhaltsam. War es dann auch. Wir kamen um 10, bzw kurz vorher, denn die AIDSHILFE war nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernt. Andere Autoren (auch aus dem Hotel) waren schon vor Ort und wir erfuhren, dass das Frühstück erst um halb elf beginnen sollte, wie es auch in einer Rundmail der Veranstalterin zu lesen war (aber anscheinend hatte ich das, wie so vieles auch, überlesen, obwohl ich auf einige Mails auch geantwortet habe).

Das Frühstück war eine Abwechslung zum Angebot im IBIS (wobei ich natürlich das IBIS-Frühstück sehr mag, vor allem, weil es in Wiesbaden auch Abwechslung in Form von Bagels gab, die hatte ich bisher nur in einem IBIS Styles) und auch meine Sitznachbarn (neben meinem Freund waren das Chris P. Rolls und die Verlegerin Kira Wolf-Marz (Incubus-Verlag) samt Mann. Es ging (natürlich) um Literatur, Pferde und anderes Getier.
Und Ingrid hatte auch ihren Kuschelcthulhu dabei, auch wenn es eher ein Strickcthulhu war.
Cthulhu ist (für diejenigen, die damit so gar nichts anfangen können) eine Kreatur, welche von H. P. Lovecraft geschaffen wurde. Zahlreiche seiner Kurzgeschichten ranken sich um diese und andere merkwürdige Kreaturen. Bekannt wurde Lovecraft auch durch das Nekronomikon, das auch Teil des sogenannten Cthulhu-Mythos ist.
Auch andere Autoren bedienten sich der Figuren Lovecrafts.

Nebenbei bemerkt: Viele Kreaturen des Mythos haben Tentakel …

Nach einem leckeren Frühstück und interessanten Gesprächen machten wir uns auf zum verschneiten Opel-Zoo.
Mein dortiges Highlight gehörte wohl zu den kleinsten Bewohnern des Zoos zählt: Raubschnecken. Und nicht nur eine wurde gesehen. Ausgeschildert waren sie nicht (das macht man bei Schnecken wohl nicht, es sei denn es handelt sich um Achatschnecken) und fotografieren ließen sie sich auch nicht (ich bin einfach zu blöd dafür), aber schön anzusehen waren sie, auch wenn sie vermutlich von vielen Besuchern einfach übersehen werden

Auf dem Lesefestival versäumten wir nur eine Lesung, die von Julia Arden, die jedoch nicht selbst vor Ort war, sondern aus ihrem Werk Herz auf Umwegen vorlesen ließ. Die Aufgabe der Vorleserin übernahm Juliane Seidel.
Die nachfolgenden Lesungen hörten und sahen wir uns an, nur bei der letzten blieben wir fern, da es zu kleinen Verzögerungen kam und wir eine Verabredung um acht hatten. Schade eigentlich, da der noch übrig gebliebene Teil der Autoren (nicht alle nahmen während des ganzen Festivals teil) noch ein Abschiedsessen veranstaltete.
Die Lesungen waren sehr unterschiedlich, querbeet durch die schwule Literatur, von Kirchenkritik bis hin zu Steampunk, von realen und erdachten Welten, Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart.
Folgende Autoren waren vor Ort und lasen aus ihren Werken:
Rainer Buck: Tims Arche
Tanja Meurer: Rauhnacht: Ein Anabelle-Talleyrand-Roman, Die Stadt der Maschinenmagie (Noch unveröffentlicht)
C. Dewi: Parallelwelt, Staub und Stolz
Thomas Pregel: Die unsicherste aller Tageszeiten
Andrea Conrad: Späte Rache: Gefährliche Liebe in der Adenauer Ära

Andreas Lesung habe ich nicht mitbekommen. Ich war zwar noch vor Ort, habe aber noch ein bisschen mit anderen Gästen/Autoren gesprochen, ehe wir uns dann verabschiedeten um im Central Park (Wiesbaden) leckere Burger mit einem ehemaligen Arbeitskollegen meines Freundes zu essen.
Das Lesefestival war eine schöne, entspannte Veranstaltung mit einer interessanten und abwechslungsreichen Auswahl an Autoren. Die Räume der AIDSHILFE sind angenehmer als die Coffebar Anderswo, denn so gemütlich das kleine Café auch ist und so lecker das dort vorzufindene Angebot auch ist, aber wenn man sich unterhalten will, muss man vor die Tür, da man sehr leise sein muss, will man die Lesung nicht stören…und dann ist da noch die Sache mit dem Klo (über die ich bereits letztes Jahr geschrieben habe, nämlich hier. Dort findet man auch meine restlichen Eindrücke von 2014. Damals habe ich Tier- und Literaturblog noch getrennt, inzwischen ist der Literaturblog im Dauerschlaf…und der Tierblog wird durch die Literatur „verwässert“).
In der AIDSHILFE gibt es mehr als einen Raum und Türen, so dass man auch die Möglichkeit hat sich zu unterhalten, ohne die Lesung zu stören (obwohl wir das auch geschafft haben, allerdings nur, solange die Tür offen war).
Die Highlights dieses Festivals waren Tanjas stilgerechte Auftreten während ihrer Steampunklesung (und ich habe kein Foto davon gemacht, ich Idiot) und die Skype-Lesung von C. Dewi, die aus Chile zugeschaltet wurde. Wir kamen auch in den Genuss eines Blicks aus ihrem Arbeitszimmer mit strahlendem Sonnenschein und Palmen …

Opelzoo Kronberg

Nachtrag (22.02.2015): Vom Sonntag gibt es auch einen Videomitschnitt der Lesungen:

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