Abenteuer Aquarium: Algen

Pediastrum duplex ( Dr. Ralf Wagner)

Pediastrum duplex, eine Grünalge ( Dr. Ralf Wagner)

Algen… jeder Aquarianer kennt sie und jeder hasst sie, da sie das schöne Gesamtbild des kleinen künstlichen Lebensraums verschandeln.
Ich gehöre nun auch zu den Betroffenen und kann anfangen ganze Balladen zum Thema Algen zu verfassen. Immerhin ist somit gewährleistet, dass das Aquaristikthema nicht langweilig wird, nachdem ich ja bisher auf jegliche Fischhaltung verzichtet habe und in Anbetracht der Größen meiner Becken auch erst einmal verzichten werde (allerdings will ich Fischhaltung nicht ausschließen…obwohl Krebse auch etwas haben).
Zur derzeitigen Lage im Schneckenbecken ist zu sagen, dass inzwischen einige Exemplare der Blasenschnecken und Posthornschnecken an Größe zunehmen. Turmdeckelschnecken habe ich zwar einige entdeckt, aber deren Größe beschränkt sich auf wenige Millimeter. Und ich habe Algen …sowohl an den Scheiben, als auch auf den LED-Lichtern. Kein schöner Anblick, aber man kann einiges dagegen tun. Dazu aber (irgendwann) später. Ich muss allerdings auch gestehen, dass das Schneckenbecken nicht gänzlich vom Sonnenlicht fern gehalten wird und direktes Licht durchaus den Weg ins Aquarium findet.

Das, was der Aquarianer als Alge bezeichnet sind eigentlich mehrere Gruppen niederer Pflanzen, oder, im Falle der Blaualgen, Bakterien. Im weiteren Sinn umfassen Algen, unabhängig von ihrer Verwandtschaft, den Organisationstyp von im Wasser lebenden, eukaryotischen Lebewesen die Photosynthese betreiben, die jedoch nicht Teil der eigentlichen Pflanzen sind.

Die häufigsten Algenformen im Aquarium sind:
Grünalgen
Braun- und Kieselalgen
Blaualgen
Rotalgen (Bart-, Pinsel- und Büschelalgen)

Die nächsten Beiträge werden sich mit den verschiedenen Algenarten auseinandersetzen und das Wissen des Aquarianers, der sich hierher verirrt hat, erweitern. Danach weiß man, was man vernichtet oder kurz hält.

Diese marinen Kieselalgen leben als „Eisalgen“ im Inneren des Meereises des antarktischen McMurdo-Sunds (Prof. Gordon T. Taylor)

Diese marinen Kieselalgen leben als „Eisalgen“ im Inneren des Meereises des antarktischen McMurdo-Sunds (Prof. Gordon T. Taylor)

Irgendwann wird sich der Bettelwolf-Blog auch mit der Algenbekämpfung auseinandersetzen und darüber berichten. Das wird noch etwas dauern, aber bisher steht zumindest fest, wie die Algen nicht vernichtet werden:
Chemie. Es gibt einige Algenvernichtungsmittel im Handel. Aber ich gehe davon aus, dass sich die hartnäckigen Biester auch auf andere Weise beseitigen lassen, außerdem muss man mit Chemie immer etwas vorsichtig umgehen. Viele „Medikamente“ in der Aquaristik sind auf Fischverträglichkeit getestet, aber die Wirkung auf Wirbellose ist größtenteils unbekannt. Auch wenn ich nicht glaube, dass Schnecken nicht so leicht der Garaus gemacht werden kann.
Fische. Es gibt zahlreiche Fische, die sich von Algen ernähren (Harnischwelse und einige Lebendgebärenden Zahnkarpfen), aber erstens ist mein Schneckenbecken zu klein (wie bereits erwähnt) und zum anderen, werden die Fische mit einer Algenplage auch nicht fertig.
Bei ausreichenden Platzverhältnissen spricht aber nichts dagegen, wenn man den einen oder anderen Algenfresser-Fisch in sein Becken setzt, entsprechend der Vorlieben der Art. Allzu viel kann man nicht erwarten. Und auch ein kleiner Harnischwels will nicht nur Algen fressen.
Und Schnecken sind jetzt auch keine wirklichen Algenvernichter, sonst hätte ich kein Problem mit den Dingern.

Hilfreich ist in erster Linie (wie bei vielen anderen Problemen im Aquarium auch) die Ursachenbekämpfung. Bei Algen erweist sich das nicht unbedingt als leicht, denn die Ursachen sind zahlreich.

Direkte Sonneneinstrahlung fördern das Algenwachstum. In Hinblick auf die Beleuchtung sollte auch die künstliche Beleuchtung nicht vernachlässigt werden. Hier gilt es, eine angemessene Dauer für die Beleuchtungsperioden festzusetzen, da manche Algen sich bei zu wenig oder aber bei zu viel Licht reichlich vermehren können. Vielleicht sollte ich versuchen, die Beleuchtungszeiten zu ändern.
Meine bisherigen Beleuchtungszeiten: 09.00 – 13.00 und 15.00 – 22.00 Uhr.

Zellfäden von Nostoc sp.

Zellfäden von Nostoc sp.

Auch zu viele Schadstoffe im Wasser können eine Ursache sein. Zu hohen Schadstoffkonzentrationen kommt es oft durch zu reichhaltiges Füttern, durch einen Überbesatz oder durch zu wenig Wasserwechsel.
Ich füttere meine Schnecken nicht zusätzlich (sie müssen sich mit dem zufrieden geben, was sie im Becken vorfinden. Und eigentlich müsste das ausreichen). Wie ein Überbesatz an Schnecken aussieht weiß ich nicht, bei Fischen ist das leichter zu sagen. Außerdem weiß ich auch nicht, inwieweit meine Schnecken sterben. Bei den Großen ist das offensichtlich, bei den kleineren eher nicht. Aber auch durch tote Tiere kann die Schadstoffmenge vergrößert werden. Und wenn es nicht an der Überfütterung liegt (gegen die man leicht vorgehen kann, indem man einfach weniger füttert)
Und Wasser wird inzwischen auch wieder wöchentlich gewechselt. Vielleicht resultiert mein Algenwuchs aus meinem Wirwechselneinmalimmonatwasser-Versuch.

Auch eine unzureichende Bepflanzung mit erwünschten Aquarienpflanzen kann die Ursache für eine starke Vermehrung von Algen sein: Algen können sich in diesem Fall, ohne dass auch nur eine kleine Konkurrenz bestehen würde, an den Nährstoffen, die sich im Aquarium befinden, bedienen.
Nun ja, mein Becken ist mit Quellmoos, Wasserpest und einer kleinen Vallisnerie bewachsen. Der Pflanzenwuchs ist nicht unbedingt als dicht zu bezeichnen, aber die Wasserpest wächst gut, die Vallisnerie sieht gesund aus und auch das Quellmoos wächst, nachdem es die ersten Monate eher inaktiv war.
Falsche Düngung kann ebenfalls das Algenwachstum begünstigen. Aquariumpflanzen können den Auqarium Dünger in bestimmten Mengen aufnehmen, doch wird Tierkot (egal ob vonFischen, Garnelen oder Schnecken) auch in Dünger umgewandelt. Je nach Pflanzenart werden nur bestimmt Stoffe aus dem Dünger aufgenommen, Algen hingegen sind mit allen Stoffen zufrieden. Unterschiedliche Pflanzenarten können unterschiedliche Mengen an Dünger aufnehmen und dafür sorgen, dass den Algen weniger bleibt. Reichen drei verschiedene Pflanzenarten?
Offensichtlich nicht, oder Sumpfschraube und Quellmoos sind nicht präsent genug.

Erhöhte Wasserwerte (z.B. Nitrat, Kieselsäure oder Phosphat) könnten ebenfalls Grund für übermäßiges Algenwachstum sein. Ich benutze zwar bei den meisten Werten nur Ratestäbchen, die mir auch keine besorgniserregenden Werte zeigen, aber vielleicht sollte ich auch hier (wie bei pH und GH) auf aussagekräftigere Tests ausweichen.

Ein zu hoch dimensionierter Filter im Aquarium kann zu einem biologisches Ungleichgewicht führen. Genauso bringen auch schlecht gewarteter Aquariumfilter das Problem der Algen mit, denn Sie filtern zwar noch aber die Umwälzleistung ist nicht hoch genug. Dadurch bleiben einfach gesagt Stoffe im Wasser, die den Algenwachstum begünstigen (z. B. Fischkot) der dann zu Nitrat umgewandelt wird. Der Filter sollte nicht zu oft gereinigt werden, denn das schadet auch dem biologischen Gleichgewicht.
Aber da ich keinen Filter benutze, ignoriere ich diese Ursache erst einmal.

Die Bilder zeigen die Schönheit verschiedener Algen unter dem Mikroskop. Die Realität sieht dagegen anders aus.

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