Abenteuer Aquarium: Wissenswertes über Eintagsfliegen(larven)

Nachdem ich keine große Ahnung habe, was ich schreiben soll, habe ich mal wieder mit meinem USB-Mikroskop herumgespielt und ein paar Bilder der Häuser meiner toten (und verspeisten) Posthornschnecken geschossen.
Ich bin gespannt, ob die neue Generation Posthornschnecken einmal diese Größe erreicht, denn im Moment wuseln alle Schnecken eher im Milimeterbereich herum. Ausnahmen sind einige Blasenschnecken (die einzigen, die wachsen) und meine ursprünglichen Turmdeckelschnecken. Inwieweit sich die TDS vermehren, weiß ich nicht, ich habe schon lange keine kleinen mehr gesehen. Ich hoffe aber, dass ein paar da sind. Was die Vermehrung der TDS anbelangt bin ich ein bisschen enttäuscht. Ich habe mehr erwartet.
Was ich nicht erwartet habe, ist die Eintagsfliegenlarve (Fred), die zu meinem absoluten Liebling geworden ist. Einen kurzen Überblick über Eintagsfliegenlarven gibt es hier. Allerdings kann noch viel mehr über Eintagsfliegen geschrieben werden.
Welcher Gattung oder Art Fred angehört weiß ich nicht, ich bin alles andere als ein Insektenexperte. Und es ist fraglich ob der erwachsene Fred überhaupt ein Männchen ist…andererseits Fred, als Kurzform von Frederike ist durchaus möglich.

Die Larven der Eintagsfliegen ähneln in ihrer Körpergestalt den Imagines, wobei ihnen neben den Flügeln die Begattungsorgane und alle mit der Begattung zusammenhängenden besonderen Bildungen (Turbanaugen, verlängerte Vorderbeine der Männchen) fehlen. Die Larven entwickeln sich in direkter Entwicklung zur Imago, man spricht deshalb auch von Nymphen. Die Flügelanlagen sind als Flügelscheiden auf dem Rücken der Thoraxsegmente ausgebildet und werden mit jeder Häutung etwas größer. Im letzten Larvenstadium sind die eingefalteten Flügelanlagen der (Sub-)Imago durch die Larvenhaut sichtbar. Von der Eilarve bis zur Subimago werden sehr viele (im Allgemeinen 15 bis 25) Häutungen durchlaufen.
Das Larvenstadium verbringen alle Eintagsfliegen im Wasser. Die Larven sind meist rund, bei manchen Formen auch abgeplattet, sie können je nach Art lang gestreckt oder von kompaktem Bau sein. Die Larven haben große Facettenaugen und gut entwickelte Mundwerkzeuge. Eine Besonderheit der Mundwerkzeuge bei Eintagsfliegenlarven ist ein ausgeprägter zungenförmiger Lappen, der Hypopharynx, der allen anderen Insekten fehlt. Auffällig sind die paarigen Tracheenkiemen an den ersten fünf bis sieben Hinterleibssegmenten (bei einer einzigen Art an acht), die in der Regel als außen liegende Kiemenblättchen ausgebildet sind. Form, Anordnung und Anzahl der Kiemenblättchen sind für die verschiedenen Familien sehr charakteristisch. Die Kiemen können büschelig oder baumförmig zerschlitzt, fadenförmig, plättchenartig sein, sie sind bei manchen Gattungen beweglich (Durch ihre Bewegung erzeugen die Larven eine Wasserströmung an den Kiemenblättchen, welche ständig frisches Wasser an diese Atmungsorgane heranführt). Manche Gruppen (Heptageniidae und Oligoneuriidae) besitzen charakteristische Kombinationen aus Büscheln und blattigen Lamellen. Bei Cloeon (Baetidae) sind die Kiemenblättchen verdoppelt. Die Kiemen können seitwärts vom Körper abstehen oder auf dem Rücken sitzend getragen werden. Ein weiteres auffälliges Merkmal der Eintagsfliegenlarven sind die Hinterleibsfäden, welche bis auf wenige Ausnahmen (in Mitteleuropa: Gattung Epeorus) in Dreizahl ausgebildet sind; im Gegensatz zu den Steinfliegenlarven mit zwei Fäden.
Die Nahrung der Eintagsfliegenlarven besteht im Allgemeinen aus lebender oder abgestorbener pflanzlicher Substanz. Manche Arten, z. B. aus der Familie Ephemerellidae, können sich zusätzlich (fakultativ) auch räuberisch ernähren, z. B. von Mückenlarven. Bei außereuropäischen Arten kommt auch obligat räuberische Ernährung vor. Die meisten Arten sammeln relativ unspezialisiert feine Nahrungspartikel, z. B. Algen und abgestorbenes Pflanzentreibsel, von der Substratoberfläche auf, manche (z. B. die Familie Caenidae) „sieben“ bevorzugt die oberen Schichten von feinem, schlammigem Substrat, in dem sie eingegraben leben. Andere Gruppen, z. B. die Familie Heptageniidae, sind darauf spezialisiert, den organischen Überzug aus Algen usw. („Biofilm“) von Steinoberflächen abzuweiden. Einige wenige Arten (z. B. Ephoron virgo, Ephemera spp.) sind Filtrierer.
Bei den Larven lassen sich unterscheiden:
Grabende Formen (z. B. Ephemera). Der Körper ist zylindrisch, die Kiemenfäden liegen dem Körper an. Vorderbeine und (bei manchen Formen) Mundwerkzeuge sind zum Graben umgestaltet.
Schwimmende Formen (z. B. Baetis, Siphlonurus). Die Körperform ähnelt der Imago, die Kiemen sind meist als seitlich vorstehende Blättchen ausgebildet. Cerci und Terminalfilum sind seitlich stark behaart und dienen als Antrieb beim Schwimmen.
Steinklammerer (z. B. Heptageniia) sind meist abgeplattet, um der Strömung wenig Widerstand entgegenzusetzen. Sie können kaum schwimmen.

Fred ist definitiv ein Schwimmer. Er tut es nicht oft (jedenfalls sehe ich es nicht oft), aber wenn, dann ist es sehr elegant. Und er bringt damit etwas Bewegung in das Schneckenbecken.

Ansonsten hat sich nicht viel im Schneckenbecken getan:
Wasserwechsel, Wasserpest beschnitten und die schönsten Exemplare eingepflanzt, abgestorbene Pflanzenteile entfernt (ganz werden diese von den Schnecken nicht entfernt), altes Seemandelbaum- und Guavenblatt entfernt und durch neues Seemandelbaum- und Bananenblatt ersetzt.
Wasserwerte sind unverändert.
Und bei den Triops tut sich nix. Ich habe das Zuchtbecken allerdings auch noch nicht stillgelegt. Und was ich jetzt mit meinem 10-l Becken mache weiß ich auch noch nicht. Viel Platz ist ja eigentlich nicht …
Schneckenbecken Nummer zwei mit anderen Arten?

Übrigens habe ich mehr als einen „Fred“ im Schneckenbecken. Vor kurzem habe ich eine zweite Eintagsfliegenlarve entdeckt:

Eintagsfliegenlarve

Eintagsfliegenlarve

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