Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

Die Laotische Felsenratte ist ein rätselhafter Nager © David Redfield/WWF

Die Laotische Felsenratte ist ein rätselhafter Nager © David Redfield/WWF

23.03.2015, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen
Lebendes Fossil untersucht – Familienverhältnisse der Laotischen Felsenratte entschlüsselt
Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt und des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) in Tübingen haben die Verwandtschaftsverhältnisse der Laotischen Felsenratte untersucht, einem sogenannten „lebenden Fossil“. Durch Methoden der vergleichenden Anatomie kommen sie zu dem Schluss, dass die kleinen Nager nah mit den heute in Nordafrika lebenden Gundis verwandt sind. Die Studie ist kürzlich im Fachjournal „Mammalian Biology“ erschienen.
„Felsenbewohnende, rätselhafte Maus“ – so lautet der wissenschaftliche Name der Laotischen Felsenratte Laonastes aenigmamus übersetzt. Und der Name ist Programm, denn rätselhaft ist der kleine, auch in freier Wildbahn fast handzahme Nager tatsächlich: „Das Tier wurde auf einem Markt in Laos entdeckt“, berichtet PD Dr. Irina Ruf, Sektionsleiterin der Mammalogie am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und fügt hinzu: „Nach der wissenschaftlichen Erstbeschreibung 2005 wurde schnell klar, dass es sich hier um eine unbekannte Säugetierart handelt.“
Erste Beschreibungen ordneten das etwa eichhörnchengroße Tier mit dem dunklen, dichten Fell und langen Schwanz sogar einer neuen biologischen Familie zu. „Doch was erst wie eine wissenschaftliche Sensation klang – neue Familien sind bei Säugetieren extrem selten –, erwies sich dann doch als falsch“, erzählt Ruf. Heute ist bekannt, dass die Laotische Felsenratte zur Familie der Diatomyidae gehört, einer Nagergruppe, die eigentlich seit 11 Millionen Jahren als ausgestorben galt. Der Nager aus Laos ist damit ein klassisches Beispiel für den „Lazarus-Effekt“ – benannt nach dem Mann, der in der Bibel vom Tod ins Leben zurückgeholt wird. Biologen bezeichnen damit die seltenen Fälle, in denen eine als längst ausgestorben geltende Tierart plötzlich wiederentdeckt wird. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist der Quastenflosser.
„Doch trotz der Einordnung in eine Familie waren die Verwandtschaftsverhältnis der Laotischen Felsenratte zu anderen heutigen Nagergruppen zunächst unklar – bezogen auf diese könnte man beinah von einer ‚Chaotischen Felsenratte‘ sprechen“, scherzt die Frankfurter Säugetierexpertin. Gemeinsam mit Kollegen des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP), der Universität Tübingen und des Nationalmuseums in Paris konnte Ruf nun entscheidend zur Klärung der wissenschaftlichen Einordnung beitragen: Das Forscherteam bestätigt mit seiner aktuellen Studie die Vermutung, dass die Laotische Felsenratte in naher Verwandtschaft zu den heute in Nordafrika lebenden Gundis (Ctenodactylidae) steht.
„Wir konnten mit recht einfach Mitteln der klassischen vergleichenden Anatomie belegen, dass der als ‚Paukensaite‘ bezeichnete Nerv Chorda tympani im Mittelohr der Laotischen Felsenratte einen identischen Verlauf hat wie bei Vertretern aus der Familie der Gundis. Somit haben wir ein eindeutiges anatomisches Merkmal, dass deren Verwandtschaft unterstützt“, erläutert Ruf. Die Untersuchungen erfolgten an einer einzigartigen histologischen Schnittserie – mikrometerdünnen, eingefärbten Gewebeschnitten – von einem Fötus der Laotischen Felsenratte.
„Der Vergleich der Chorda tympani eignet sich auch zur Überprüfung von Verwandschaftshypothesen bei weiteren Nagetieren, aber auch bei Raubtieren, Primaten oder Unpaarhufern. Und wir benötigen dabei weder Genetik noch moderne bildgebende Verfahren“, fasst Ruf zusammen.
Publikation
Tröscher, A. et al. (2015) The epitensoric chorda tympani of Laonastes aenigmamus (Rodentia, Diatomyidae)
and its phylogenetic implications. Mammal. Biol. 80: 96-98, http://dx.doi.org/10.1016/j.mambio.2014.12.008

23.03.2015, Georg-August-Universität Göttingen
Mosaiklandschaften fördern Insektenvielfalt
Eine kleinräumige Landschaftsstruktur fördert die Insektenvielfalt im Grünland und kann sogar negative Auswirkungen einer intensiven Landnutzung ausgleichen. Das haben Agrarökologen der Universitäten Göttingen und Würzburg herausgefunden. Die Forscher konnten unter anderem zeigen, dass spezialisierte, ausbreitungsschwache und oftmals gefährdete Schmetterlingsarten in kleinräumig strukturierten Landschaften häufiger vorkommen als in ausgeräumten Agrarlandschaften. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology erschienen.
Die Wissenschaftler untersuchten anhand von 91 Beispielflächen in Deutschland, welche Auswirkungen die Zusammensetzung und räumliche Struktur der Agrarlandschaft und die Intensität der Landnutzung auf die funktionelle Zusammensetzung von Schmetterlingsgemeinschaften im Grünland haben. „Die positiven Effekte einer kleinräumigen Landschaftsstruktur im Grünland können sogar negative Auswirkungen einer intensiven Landnutzung ausgleichen, so dass selbst auf intensiv genutzten Grünlandflächen funktionell diverse Artengemeinschaften mit vielen kleinen, spezialisierten und ausbreitungsschwachen Arten vorkommen“, erläutert die Leiterin der Studie, Dr. Catrin Westphal von der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen.
„Um den Rückgang der Artenvielfalt in Agrarlandschaften zu stoppen, sollte neben dem lokalen Management von Lebensräumen auch die Heterogenität von Agrarlandschaften erhalten oder verbessert werden“, ergänzt Abteilungsleiter Prof. Dr. Teja Tscharntke. „Dies wäre auch ein Ziel für die EU-Biodiversitätsstrategie 2020.“ Die Studie ist Teil des DFG-Forschungsprojekts „Exploratorien zur funktionellen Biodiversitätsforschung“.
Originalveröffentlichung: David Perović et al. Configurational landscape heterogenity shapes functional community composition of grassland butterflies. Journal of Applied Ecology 2015. Doi: 10.1111/1365-2664.12394.

23.03.2015, Forschungsverbund Berlin e.V.
Säugen beeinträchtigt Immunprozesse in Tüpfelhyänen
Bei säugenden Tüpfelhyänen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Befalls mit Parasiten. Das ist das Ergebnis einer Studie, die jetzt im wissenschaftlichen Fachjournal „Behavioural Ecology and Sociobiology“ veröffentlicht wurde.
Wissenschaftler fanden heraus, dass das Säugen bei Tüpfelhyänenweibchen einen negativen Einfluss auf ihre Immunprozesse hat. Säugende Weibchen waren empfänglicher für Hakenwürmer und sie hatten generell einen höheren Hakenwurmbefall als nicht säugende Weibchen. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass Mütter, die mehr Milch bereitstellten, weil sie Zwillinge hatten, einen höheren Wurmbefall aufwiesen, als Mütter von Einzeljungtieren.
Tüpfelhyänen sind soziale Raubtiere, die in großen Gemeinschaften („Clans“) mit einer strengen Hierarchie und unter weiblicher Dominanz leben. Sozial hochgestellte Weibchen haben einen privilegierten Zugang zu Nahrung. Der Hakenwurmbefall steigt mit sinkendem sozialen Status der Weibchen, weil diese eine viel größere Anstrengung bei der Nahrungssuche auf sich nehmen müssen, da sie regelmäßig lange Strecken zurücklegen müssen, um Nahrung zu finden.
Marion East und ihre Kollegen aus dem Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) sowie Forscherinnen der Universität Cardiff in Großbritannien untersuchten Tüpfelhyänen im Serengeti-Nationalpark im Norden von Tansania. Sie bestimmten mit nicht-invasiven Methoden die Parasitenbelastung der Hyänen. Es wurden beispielsweise die Anzahl der Hakenwurm-Eier pro Gramm Hyänenkot gezählt. Hakenwürmer sind häufig auftretende Parasiten im Magen-Darm-Trakt von Säugetieren. Erwachsene Würmer leben im Dünndarm, wo sie sich von der Schleimhaut und dem Blut ihres Wirtes ernähren. Das Ausmaß der Belastung steigt mit der Anzahl der erwachsenen Hakenwürmer im Wirt, weil Parasiten nicht nur Wunden verursachen, sonder ihrem Wirt auch Energie entziehen können und so den Körperzustand verschlechtern. Das wiederum macht den Wirt für einen weiteren Befall angreifbarer.
Die Zeit des Säugens ist der energetisch aufwändigste Abschnitt der Fortpflanzung von Säugetieren. Die Milch des Tüpfelhyänenweibchens hat außerdem einen sehr hohen Energiegehalt, sie besteht hauptsächlich aus Fett und Eiweiße (ungefähr je 15%). Die Jungen trinken in den ersten sechs Monaten ihres Lebens ausschließlich Milch und werden erst im Alter von 12 bis 20 Monaten entwöhnt. Die Theorie der Lebensgeschichte besagt, dass Mütter bei sehr aufwändigen Prozessen eine Güterabwägung treffen müssen, um die Laktation aufrecht erhalten zu können. Beispielsweise konnten Mütter ihre Investitionen in Immunprozesse reduzieren. Die Studie zeigte, dass dies auf Tüpfelhyänen zutraf. Sie zeigte zusätzlich, dass außerdem die Wahrscheinlichkeit einer gleichzeitigen Infektion mit intrazellulären Darm-Parasiten (Cystoisosopora) anstieg, wenn sie auch mit Hakenwürmern infiziert waren – ein weiterer Beleg für die Güterabwägung zugunsten des Säugens und der Beeinträchtigung der Prozesse der Immunabwehr.
In der Vergangenheit bezogen sich Studien zur Laktation und Parasitenbelastung nur auf Affen und Schalenwild (Pflanzenfresser). Diese Wildtierarten haben typischerweise pro Wurf nur ein Nachkomme. Diese ist die erste Studie bei einem Raubtier, das regelmäßig Einzel- und Zwillingswürfe gebiert. Das ermöglichte es, den mit steigender Wurfgrösse veränderten Säugeaufwand und die damit einhergehende steigende Parasitenbelastung zu dokumentieren.

24.03.2015, Paul-Ehrlich-Institut – Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel
Tod für Leben – Der Parasit Leishmania braucht tote Mitstreiter, um das Immunsystem zu überlisten
Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben herausgefunden, wie es Leishmanien, einzelligen Parasiten, gelingt, unser Immunsystem auszutricksen. Hierzu müssen vitale und tote Leishmanien gemeinsam in die Wirtszellen eindringen. Die toten Leishmanien werden in der Zelle über einen Selbstverdauungsmechanismus der Zelle (Autophagozytose) abgebaut. Dadurch wird ein Prozess in Gang gesetzt, der zum Ausbremsen spezifischer Immunzellen (T-Zellen) führt. Über die Forschungsergebnisse berichtet Autophagy in seiner Online-Ausgabe vom 24.03.3015
Der menschliche Körper verfügt über ein hoch effizientes Immunsystem, das eindringende Bakterien, Viren oder Parasiten als körperfremd erkennt und abtötet. Leishmanien entziehen sich diesem Mechanismus und können sich vom Immunsystem unerkannt im menschlichen Organismus vermehren. Die Parasiten werden durch Sandmücken übertragen und führen zur Leishmaniose, einer Erkrankung, die vor allem in den Tropen, im Mittelmeerraum und Asien vorkommt. Sandmücken dringen jedoch immer weiter nach Norden vor und wurden inzwischen auch in Deutschland gefunden.
Wieso das Immunsystem nicht in der Lage ist, die Parasiten aufzuhalten, war bisher unklar. Die Forschergruppe des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) um Prof. Ger van Zandbergen, Leiter der Abteilung Immunologie, und Peter Crauwels, ebenfalls Abteilung Immunologie, konnte jetzt nachweisen, dass sich vitale Leishmanien nur dann unerkannt vom Immunsystem in menschlichen Zellen vermehren können, wenn sie in Gesellschaft toter Leishmanien die Zellen infizieren. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei ein Prozess ein, der als Autophagozytose bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um einen Selbstverdauungsmechanismus der menschlichen Zelle, der normalerweise dazu dient, für diese in Stresssituationen kurzfristig Energie bereitzustellen, indem Zellbestandteile abgebaut werden. Mit diesem Verdauungsmechanismus können auch Viren, Bakterien oder Fremdeiweiße abgebaut werden.
Die PEI-Forscher haben nun entdeckt, dass Leishmanien über Autophagozytose verdaut werden, es in diesem Fall jedoch der menschlichen Zelle zum Verhängnis wird: Durch die Autophagozytose der Parasiten wird der Abwehrmechanismus des adaptiven (angepassten) Immunsystems gegenüber den Leishmanien ausgeschaltet. Eine weitere Besonderheit: Nur bereits tote Leishmanien können mit der Autophagozytose verdaut werden und dadurch die Immunabwehr überlisten. Gelangen dagegen ausschließlich vitale Leishmanien in die Zelle, bleibt die Hemmung des Immunsystems aus. In diesem Fall werden vermehrt spezifische Immunzellen des Blutes, sogenannte T-Zellen, gebildet, die dafür sorgen, dass die Leishmanien abgetötet werden.
Wie die Forscher weiter herausgefunden haben, beträgt das Verhältnis von toten zu lebendigen Parasiten bei einer Infektion mit Leishmanien in etwa 1:1. Woher aber kommen die toten Leishmanien? Eine denkbare Erklärung: Die Parasiten werden durch Sandmücken übertragen, die nur einmal in der Woche Nahrung zu sich nehmen. Möglicherweise überlebt nur etwa die Hälfte der Parasiten dieses Intervall im Magen der Sandmücke, bevor der vitale und tote Parasiten enthaltende Mageninhalt über den Biss der Sandmücke weitergegeben wird.
Ein weiterer spannender Befund der Forschergruppe: Bei Blutproben von mehr als 80 gesunden Spendern, die noch nie Kontakt mit Leishmanien hatten, ließ sich ausnahmslos die spezifische T-Zell-Antwort gegen Leishmanien nachweisen. Dies widerspricht dem zentralen Postulat der adaptiven Immunantwort, wonach erst nach vorherigem Kontakt mit einem bestimmten Erreger die adaptive Immunantwort mit der Ausbilder spezifischer T-Zellen in Gang gesetzt wird. „Wir finden eine vorhandene Immunabwehr gegen einen Parasiten, mit dem vorher kein Kontakt war“, fasst van Zandbergen die überraschenden Befunde zusammen.
Lassen sich die Forschungsergebnisse therapeutisch nutzen? „Autophagie ist nicht nur für Infektionen ein interessanter Reaktionsweg, sondern auch für Tumoren. Es werden derzeit sehr gezielt Wirkstoffe entwickelt, mit denen sich die Autophagie ein- oder ausschalten lässt. Möglicherweise könnten solche Arzneimittel auch wirksam bei Infektionen mit Leishmaniose sein“, erklärt van Zandbergen.
Originalpublikation:
Crauwels P, Bohn R, Thomas M, Gottwalt S, Jäckel F, Krämer S, Bank E, Tenzer S, Walther P, Bastian M, van Zandbergen G (2014): Apoptotic-like Leishmania exploit the host´s autophagy machinery to reduce T-cell 1 mediated parasite elimination. Autophagy (DOI:10.1080/15548627.2014.998904)

24.03.2015, Deutsche Wildtier Stiftung
Achtung Sommerzeit: Die „Vogel-Uhr“ steht jetzt auf Balz
Die Deutsche Wildtier Stiftung über die Frühlingsgefühle heimischer Vögel
Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit: Die Sommerzeit wird mit dem Umstellen der Uhren eingeleitet. Unsere heimischen Vögel brauchen keine Uhr, denn ihre Frühlingsgefühle sind vom Licht abhängig. „Da die Morgendämmerung jetzt von Tag zu Tag früher einsetzt, singen die Vögel auch früher“, erläutert Svenja Ganteför, Biologin der Deutschen Wildtier Stiftung. Das Piep-Konzert hat gute Gründe: Es geht um die Familienplanung.
Das Liebesgeflüster während der Balz im Frühling ist hormonell bedingt und sehr anstrengend. Die Männchen wollen mit ihren kräftigen Stimmen Rivalen aus ihrem Revier verjagen, den Weibchen ihre Paarungsabsichten mitteilen und mit ihrem auffälligen Gefieder signalisieren: Ich bin gesund, ich bin stark, ich habe gute Gene, die ich an die Brut weitergebe! Um dem Gesang Nachdruck zu verleihen, präsentiert das Rotkehlchen die rote Brust, der Fasan seine blauen Kopffedern und roten Kinnlappen und der Star sein metallisch-glänzendes Prachtkleid. Der Gute-Gene-Look beim Haussperling sind beispielsweise der schwarze Brustfleck, die helleren Wangen und der deutlich dunklere Scheitel“, erklärt Svenja Ganteför. Eine kräftige Federfarbe, deutliche Musterung und ein vielfältiger Gesang sprechen für gute Gesundheit. Ein Vogelmann, der von Parasiten gequält wird, hat schlechte Karten bei den Frauen.
Beim Gesang versuchen die Männchen mit Lautstärke, Dauer und Häufigkeit des Gesangs zu beeindrucken. Ein ordentliches Repertoire an Strophen ist dabei ebenfalls von Vorteil. Wer sein Liebeslied dann noch mit einer Tanzeinlage unterlegen kann, hat bei der Vogelhochzeit besonders gute Chancen. Männliche Rotkehlchen zittern mit den Flügeln und fordern in vorgeneigter Haltung zur Kopulation auf. Stare sträuben die Kehlfedern und rudern heftig mit den Flügeln, während sie ihr Balzlied singen. Amseln umkreisen die Auserwählte wie beim Tango mit erhobenem Kopf. Die Schwanzfedern werden aufgefächert, die Flügel rhythmisch gehoben und gesenkt. Meisen-Männer zeigen den Weibchen ihre Brust und schaukeln angeberisch mit dem Körper hin und her. Dann stellt das Männchen die Schwanzfedern auf und trippelt laut singend zur Seite, bis das Weibchen um Futter bettelt und damit signalisiert: „Mach mir ein Ei…!“
Der Spatzen-Mann lockt mit aufgeplustertem Gefieder und zeigt beim Singen seinen anschwellenden, schwarzen Brustlatz, während er ständig variierende Tschilptöne von sich gibt. Je größer der Brustfleck, desto fitter der Spatzenmann. Kommt ein interessiertes Weibchen vorbei, zeigt er sein Nest. Bei Erfolg hält die Spatzen-Ehe ein Leben lang.
Ärgern Sie sich am kommenden Wochenende nicht über die „verlorene“ Stunde beim Beginn der Sommerzeit. Gehen Sie mit Ihren Kinder in die Natur und belauschen Sie die Vögel.
Wussten Sie, dass unsere Kinder laut einer Emnid-Umfrage erschreckend wenig über Natur wissen? Mit der Janosch-Spatzenkiste will die Deutsche Wildtier Stiftung dem entgegenwirken: Diese Naturbildungskiste kann von Kitas und Grundschulen ausgeliehen werden. Als einmalige Frühlings-Aktion enthält jede Janosch-Spatzenkiste das neue Vogelmalbuch „Gefiederte Freunde“ kostenlos für jedes Kind aus der Projektgruppe!

24.03.2015, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
Umweltministerium zum Wolfsmanagement in Niedersachsen
Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz begrüßt das wachsende Interesse und die engagierte Debatte in weiten Teilen der Öffentlichkeit über den richtigen Weg für den verantwortungsvollen Umgang mit dem unter das Europäische Artenschutzrecht gestellten Wolf.
Allen Verantwortlichen in den zuständigen Behörden, Verbänden und Einrichtungen des Wolfsmanagements in Niedersachsen ist klar, dass die Rückkehr eines Wildtieres nach langer Abwesenheit in der Bevölkerung sowohl mit Interesse, Freude und Zustimmung als auch mit Verunsicherung und zum Teil auch Ängsten verbunden ist.
Die positiven Erfahrungen mit der Stärkung des Artenschutzes werden in gleicher Weise zur Grundlage für die Weiterentwicklung des Wolfskonzeptes in Niedersachsen herangezogen wie die Probleme und möglichen Gefährdungen, die mit der Rückkehr des Wolfes verbunden sein können. In dieser Situation tragen weder Verniedlichung und Verharmlosung noch Dramatisierung und Skandalisierung zu einem konstruktiven Umgang bei.
Das Niedersächsische Umweltministerium hat gemeinsam mit seinen Partnern in den nachgeordneten Behörden, in der Landesjägerschaft, mit den Wolfsberatern und in Abstimmung mit den über den Arbeitskreis Wolf einbezogenen Verbänden und Experten (Nutztierhalter, Naturschutzverbände und Wissenschaft) die rechtlichen, finanziellen, technischen und politischen Aspekte des Wolfsmanagements erörtert und entsprechende Regelungen getroffen.
Das Niedersächsische Konzept des Wolfsmanagements versteht sich als ein dynamisches System, das ausgehend von den jeweils neuen Erfahrungen und Herausforderungen im Umgang mit dem Wolf an die neuen Aufgabenstellungen angepasst wird. Alle relevanten Aspekte werden aktuell bei der im letzten Jahr begonnenen Überarbeitung des Konzepts aufgenommen.
Als Leitsätze gelten dabei:
1. Der Wolf ist nach europäischem und nationalem Artenschutzrecht streng geschützt.
2. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind zu gewährleisten.
3. Bei allen in diesem Zusammenhang zu veranlassenden Maßnahmen steht die Sicherheit des Menschen an erster Stelle.
4. Die Interessen der Nutztierhalter müssen gewahrt bleiben.
5. Alle Sichtungen werden überprüft und dokumentiert. Zeigt sich gegebenenfalls ein auffälliges Verhalten sind die dafür geeigneten Maßnahmen zu ergreifen. Entsprechende gesetzliche Regelungen finden sich im Bundesnaturschutzgesetz und in den Leitlinien des Bundesamtes für Naturschutz
Fakten zum Wolfsmanagement in Niedersachsen:
Das Wolfskonzept des Umweltministeriums regelt das Wolfsmanagement in Niedersachsen http://www.umwelt.niedersachsen.de/download/52657 (pdf)
Die Richtlinie Wolf regelt die Gewährung von Billigkeitsleistungen und Zuwendungen zur Minderung oder Vermeidung von durch den Wolf verursachten wirtschaftlichen Belastungen in Niedersachsen (Förderung von Präventionsmaßnahmen)
http://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen/natur_landschaft/foerdermoeglichkeiten/richtlinie_wolf/richtlinie-wolf-129504.html
Nutztierrisse durch Wölfe werden in ganz Niedersachsen zu 100% ausgeglichen. Präventionsmaßnahmen werden für Nutztierhalter in Landkreisen unterstützt, die in der Förderkulisse Herdenschutz verortet sind. Die Förderkulisse wird dynamisch angepasst.
Wolfsmonitoring und Protokollierung von Nutztierrissen erfolgt über das Wildtiermanagement der Landesjägerschaft http://www.wildtiermanagement.com/wildtiere/haarwild/wolf/
Das Land hat bisher über 100 Wolfsberater benannt und geschult, die professionell durch die Wolfsbeauftrage der Landesjägerschaft koordiniert werden. Die Wolfsberater sind Ansprechpartner vor Ort und beraten auch Nutztierhalter bei Herdenschutzmaßnahmen
Die amtliche Festestellung über den Verursacher von Nutztierrissen Bearbeitung, von DNA-Nachweisen sowie Beratung zum Herdenschutz erfolgen durch den NLWKN, der dem Umweltministerium zugeordnet ist. Bei Bedarf stellt der NLWKN Herdenschutzmaterialien als Soforthilfe zur Verfügung.
Ein Arbeitskreis Wolf, in dem Nutztierhalter, Wissenschaft, Umweltverbände, Landesjägerschaft und weiter relevante Gruppen einbezogen sind berät das Land regelmäßig in grundsätzlichen Fragen zum Wolf.
Derzeit bereitet das Umweltministerium gemeinsam mit Nutztierhaltern ein Pilotprojekt vor, bei dem die Einsatzmöglichkeit des Esels als Herdenschutztier erforscht wird.
Das Konzept zum Umgang mit Wölfen in Niedersachsen wird aktuell unter Einbeziehung des AK-Wolf überarbeitet und an die aktuelle Situation angepasst. Eine erste Erörterung dazu erfolgte im November 2014.

25.03.2015, WWF Deutschland
Neuer Rekord an überwinternden Seeadlern: 188 „Überflieger“ gezählt
Europas größte Adler-Art fühlt sich im Osten Österreichs besonders wohl
Die Ergebnisse der diesjährigen Seeadler-Winterzählung liegen vor. Insgesamt 188 Vögel beobachteten die Vogelkundler und viele freiwillige Helfer in Niederösterreich, Oberösterreich, dem Burgenland und der Steiermark sowie den Grenzregionen zu Ungarn, Tschechien und der Slowakei.
Mit 48 Adlern führen die March-Thaya-Auen erneut die Liste der besten Überwinterungsgebiete an, gefolgt von der Parndorfer Platte mit 36 Tieren und den Donau-Auen mit 30 Seeadlern. „Dass der Seeadler in Österreich und den Nachbarstaaten so ein spektakuläres Comeback feiern kann, ist unter anderem der strengen EU-Gesetzgebung zu verdanken“, sagt Christian Pichler, Leiter des WWF-Seeadlerschutzprogramms. Der majestätische Greifvogel ist Österreichs Wappentier und ist europaweit durch die Vogelschutzrichtlinie der EU geschützt.
Für die so genannte Synchronzählung verteilen sich alljährlich im Jänner mehr als 50 Personen in Gebieten, in denen der Seeadler vorkommt und zählen die Adler. Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden genaue Aufzeichnungen von Beobachtungszeitpunkt, -ort und Flugrichtung sowie individuelle Merkmale wie die Farbe des Federkleides notiert.
„Alle Hauptüberwinterungsgebiete konnten bei guten Sichtbedingungen erfasst werden – dadurch liegt uns heuer ein vollständiger Datensatz für Österreich und die Grenzregionen vor“, erklärt Pichler vom WWF.
Die wichtigsten Überwinterungsgebiete Österreichs: In den nachfolgenden Beobachtungsgebieten wurden die meisten der 188 Seeadler gezählt, die bei uns überwintern. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um grenzüberschreitende Gebiete.
1. March-Thaya-Auen (Niederösterreich) inkl. Grenzgebiet zu Tschechien und der Slowakei: 48 Seeadler
2. Donau-Auen östlich und westlich von Wien: 30 Seeadler
3. Seewinkel und Hanság im Burgenland inkl. Grenzgebiet zu Ungarn: 25 Seeadler
4. Parndorfer Platte im Nordburgenland: 36 Seeadler
5. Waldviertel (32 Adler, Niederösterreich) und Weinviertel (8 Adler, Niederösterreich): 40 Seeadler
6. Unterer Inn (Oberösterreich): 3 Seeadler
7. Südburgenland und Oststeiermark: 6 Seeadler
Manche „Wintergäste“ sind sogar gekommen um zu bleiben. „Die erfreuliche Entwicklung zeigt, dass die Schutzmaßnahmen, die seit Jahrzehnten für den Seeadler durchgeführt werden, greifen. In Österreich sind das der Kampf gegen illegale Giftköder und Abschüsse sowie die Sicherung von intakten Lebensräumen. Der hohe Schutzstatus durch die EU hilft bei der Umsetzung”, so Pichler.
Unter den im Winter gezählten europäischen Seeadlern befinden sich auch diejenigen, die das ganze Jahr über in Österreich bleiben. Einige von ihnen haben bereits mit dem Brüten begonnen und werden hoffentlich bald wieder für Nachwuchs sorgen. 2014 sind in Österreich insgesamt 23 Seeadlerküken geschlüpft.

Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme zweier Trypanosomen (blau), die im Blut schwimmen. Bei der runden Struktur handelt es sich um ein rotes Blutkörperchen (Christopher Jackson)

Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme zweier Trypanosomen (blau), die im Blut schwimmen. Bei der runden Struktur handelt es sich um ein rotes Blutkörperchen (Christopher Jackson)

26.03.2015, Universität Bern
Tödliche Parasiten erfinden das Rad neu
Berner Forschende haben in Trypanosomen, einzelligen Parasiten, eine Art winzige Maschine entdeckt, die den Transport von Proteinen durch die Zelle steuert. Dieser Fund könnte helfen, eine der wichtigsten Fragen der Evolutionsbiologie zu beantworten: Wie entstanden komplexe Zellen?
Trypanosomen sind die Exoten unter den Einzellern: Sie haben sich über Hunderte von Jahrmillionen isoliert von anderen Organismen entwickelt und unterscheiden sich daher stark von diesen. Für Evolutionsbiologen sind die Parasiten interessant, weil sie Einblicke in die Frühphase komplexer Lebensformen bieten. «Wie sich komplexe Zellen entwickelten, ist eine der wichtigsten Fragen der Evolutionsbiologie», sagt André Schneider vom Departement für Chemie und Biochemie der Universität Bern. Er und sein Team sind der Antwort nun einen Schritt näher gekommen: Sie haben in den Trypanosomen eine Art Nano-Maschine entdeckt, die Rückschlüsse zulässt, wann diese und andere Lebensformen einst separate evolutionäre Entwicklungswege einschlugen.
Die Nano-Maschine steuert den Transport von Proteinen – quasi den zellulären Bausteinen – in das Mitochondrium der Zelle, welches für die Energieproduktion zuständig ist. Vor mehr als zwei Milliarden Jahren waren Mitochondrien noch freilebende Bakterien, die dann vom Vorfahren aller komplexen Zellen einverleibt wurden. «Anstatt wie üblich das Bakterium zu verspeisen, hat dieser es quasi als Haustier behalten», erläutert Schneider. Während das Mitochondrium Energie erzeugte, erhielt es im Gegenzug von seiner Wirtszelle Nahrung.
Rohrpost statt Förderband
Ohne dieses Zellkraftwerk hätten sich komplexe Zellen nie entwickelt und damit auch der Mensch nicht. Dass auch Trypanosomen über ein Mitochondrium mit einer Transportmaschine verfügen, war insofern zu erwarten, wie André Schneider sagt. «Ihr Aufbau ist jedoch sehr ungewöhnlich.» Denn obwohl sie die gleiche Aufgabe erfüllen, unterscheiden sich die einzelnen Bestandteile der Trypanosomen-Maschine stark von denen anderer Lebensformen. Schneider drückt es so aus: «Wir haben ein Förderband erwartet, aber eine Rohrpost vorgefunden.» Das sei erstaunlich. In der Natur werde das Rad nämlich «nur selten neu erfunden», sondern die Evolution nutze in der Regel – wie im Fall der Zellkraftwerke – schon vorhandene Strukturen und entwickle diese weiter.
Wie lassen sich also die grossen Unterschiede zwischen den funktionell identischen Transportmaschinen verschiedener Organismen erklären? «Eine simple Version davon gab es sicher schon in der ersten komplexen Zelle», sagt Schneider dazu. «Doch die zusätzlichen Teile der heutigen Nano-Maschinen sind offensichtlich erst entstanden, nachdem sich die komplexen Zellen bereits in Gruppen aufgespalten hatten, aus denen sich dann zum Beispiel Tiere oder eben Trypanosomen entwickelten.» Es habe in den verschiedenen Gruppen somit keine gemeinsamen Strukturen gegeben, aus denen die Maschinenteile hätten abgeleitet werden können. Sie mussten jeweils von Grund auf in jeder Gruppe neu entwickelt werden.
Fein verästelter Stammbaum
Diese einfache Erklärung, warum funktionell identische Teile in verschiedenen Spezies völlig unterschiedlich aussehen, hat laut Schneider für das Verständnis der Evolution komplexer Zellen grosse Bedeutung. «Ihr Stammbaum weist in seiner Krone Tausende feiner Verästelungen auf, deren Verlauf wir recht genau kennen. Die Antwort auf die viel wichtigere Frage, wie viele Hauptäste es im unteren Bereich des Stammbaums gibt und wo diese beginnen, ist allerdings noch unklar.» In dem man die urtümlichen Transportmaschinen mit jenen anderer Spezies vergleicht, erhält man Einblick in die frühen Verzweigungen des Stammbaums.
Neue Ansätze im Kampf gegen die Schlafkrankheit
Trypanosomen sind für die tödliche Schlafkrankheit verantwortlich, die von der Tsetsefliege übertragen wird. «Wegen unzureichenden Medikamenten ist ihre Behandlung bis heute aber oft ein Problem», sagt Schneider. Seine Erkenntnisse könnten auch für die klinische Forschung relevant sein. «Obwohl die Transportmaschinen der Trypanosomen-Mitochondrien ganz anders aussehen als die des Menschen, sind sie für das Überleben der Parasiten genauso wichtig.» Sie stellten daher interessante neue Zielstrukturen für die medikamentöse Behandlung der Schlafkrankheit dar.
Quellenangabe:
Mani J., Desy D., Niemann M., Chanfon A., Oeljeklaus S., Pusnik M., Schmidt O., Gerbeth C., Meisinger C., Warscheid B. and Schneider A. Novel mitochondrial protein import receptors in Kinetoplastids reveal convergent evolution over large phylogenetic distances, Nature Communications, 2015 (in press). DOI: 10.1038/ncomms7646

27.03.2015, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg
Frühlingsgefühle: Frosch und Co. im Hochzeitsrausch
Sie lieben mildes und feuchtes Wetter mit frostfreien Nächten. Auch wenn in den kommenden Tagen die Höchsttemperaturen auf eher niedrigem Niveau bleiben, die Amphibien werden sich mit den einsetzenden Niederschlägen verstärkt auf den Weg machen. Die ersten liebestollen Erdkröten der Saison haben schon jetzt ihre Laichgewässer erreicht und viele weitere werden ihnen folgen. Amphibien wie Kröten, Frösche und Unken ziehen im Frühjahr instinktiv zu den Laichgewässern und müssen auf ihrem Weg dorthin auch Straßen überqueren. Um den kleinen Wanderern eine sichere Straßenquerung zu ermöglichen, sind auch in diesem Jahr wieder zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterwegs, um Amphibienzäune aufzustellen oder die Tiere in Fangeimern über die Straße zu tragen.
Die innere Uhr der Amphibien wird durch äußere Taktgeber wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit synchronisiert und treibt die wechselwarmen Tiere schließlich aus ihren Winterquartieren. Insbesondere bei feuchtwarmem Frühlingswetter sind dann in den Morgen- und Abendstunden massenhaft Amphibien unterwegs. Landstraßen und Autobahnen sind nahezu unüberbrückbare Barrieren und dennoch ist der innere Antrieb der Tiere stärker und sie streben ihrem Ziel zu.
Alle Verkehrsteilnehmer sollten sich auf die Krötenwanderung einstellen und ihr Tempo drosseln. Warnschilder weisen in der Regel auf Amphibienkorridore hin. Auch auf Radwegen ist in Gewässernähe und feuchten Regionen erhöhte Aufmerksamkeit geboten.
An Brandenburgs Straßen gibt es 75 stationäre Amphibienschutzanlagen wie Tunnel und Leiteinrichtungen. Dazu kommen rund 80 provisorische Schutzanlagen mit den klassischen Krötenzäunen. Betreut werden alle diese Anlagen von etwa 400 ehrenamtlichen Naturschützern und der Naturwacht Brandenburg. Ehrenamtliche Unterstützer sind jederzeit willkommen. Gern vermitteln die Verwaltungen der Großschutzgebiete, die Naturschutzbehörden der Landkreise, die Brandenburger Naturwacht und die Naturschutzstation Rhinluch des Landesamtes für Umwelt fachkundige Ansprechpartner.
Hinweise auf starke Amphibienwechsel bzw. entsprechende Konfliktbereiche an Straßen nimmt die Naturschutzstation Rhinluch in Linum unter der Rufnummer 033922/90255 gern entgegen.
Auch Fundortangaben für Lurche und Kriechtiere werden in Brandenburg zentral gesammelt und stellen eine wichtige Grundlage für spätere Schutzprojekte dar. Ehrenamtliches Engagement ist auch hierbei jederzeit willkommen (www.herpetopia.de)

27.03.2015, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Remmel: „Vereinbarung sichert Wisentprojekt“ Wildschädenfonds eingerichtet – Lenkungsmaßnahmen verabredet
Wildschäden durch Wisente können ab sofort ausgeglichen werden. 50.000 Euro stehen pro Jahr dafür zur Verfügung, unabhängig davon, ob die Tier als herrenlos eingestuft werden oder nicht. „Wir haben eine Lösung gefunden, die das Wisent-Projekt auf eine sichere und zukunftsfähige Grundlage stellt“, erklärte Umweltminister Johannes Remmel. „Artenschutz und Artenvielfalt sind hohe Güter, die es zu schützen gilt. Wenn Schäden entstehen, in diesem Fall durch Wisente, ist nun auch eine Entschädigung sichergestellt.“ So werden mögliche Wildschäden wie geschälte Bäume in den privaten Wäldern des Streifgebietes der Wisente künftig vom Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein, der Wittgenstein-Berleburg`schen Rentkammer, dem Kreis Siegen-Wittgenstein, dem WWF und dem Land gemeinsam getragen.
In drei Jahren soll überprüft werden, ob der Betrag für den Ausgleich von möglichen Schäden ausreichend ist. Derzeit wird davon ausgegangen, dass jährlich etwa 10.000 Euro an Schäden pro Jahr anfallen könnten. „Artenschutz und die Wiederansiedlung auch von großen Tieren ist machbar. Wir brauchen nur den Mut und ein Stück Pioniergeist, um der Natur nicht nur zu nehmen, sondern auch zurückzugeben“, sagte Minister Remmel. „Die heimische Artenvielfalt, der Schatz vor unserer Tür ist bedroht, das gilt auch immer noch für das Wisent.
Wir sind dabei, die Festplatte unserer Natur unwiederbringlich zu löschen und müssen gegensteuern. Etwa 45 Prozent der untersuchten Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.“ Weiterhin untersucht die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung bis zum Herbst die Möglichkeiten zur Verbesserung der Nahrungssituation der Wisente. Mit einer Verbesserung des natürlichen Futterangebotes soll erreicht werden, dass die Wisente stärker den südlichen Teils des Rothaargebirges als Streifgebiet nutzen.
Außerdem wird ein Konzept für mögliche Absperrmaßnahmen entwickelt, um die Tiere von dem Aufsuchen privater Wälder zurückzuhalten. Der angrenzende Landeswald hingegen zählt zum Projektgebiet. Er wird künftig in die wissenschaftlichen Untersuchungen der Wisente einbezogen. Erforscht werden soll zudem mit botanischen Erhebungen, wie sich die Artenvielfalt durch die Anwesenheit und die Rückeroberung eines Lebensraum durch die Wisente entwickelt.

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