Portrait: Hunter-Antilope

Hunter-Antilope (Joseph Smit)

Hunter-Antilope (Joseph Smit)

Die Hunter-Antilope wurde gelegentlich auch als Unterart der Leierantilope angesehen. Im Jahre 2005 (Wilson & Reeder, 2005) wurde die Art aufgrund des Ergebnis einer DNA-Untersuchung in eine eigene Gattung ausgelagert. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Hunter-Antilope nicht weiter mit der Leierantilope und anderen Vertretern der Gattung Damaliscus verwandt ist.
Andere Namen für dieses Tier sind Hirola, ein einheimischer Name, und Vieraugenantilope, wegen der dunklen Voraugendrüsen, die wie ein zweites Augenpaar erscheinen.

Die Hunter-Antilope erreicht eine Körperlänge von 125 bis 200 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 105 bis 125 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 30 bis 45 Zentimeter sowie ein Gewicht von 80 bis 135 Kilogramm. Männchen werden etwas größer und schwerer als Weibchen, zudem weisen sie eine etwas dunklere Färbung auf. Beide Geschlechter tragen imposante Hörner, die eine Länge von bis zu 70 Zentimeter erreichen können. Die Hörner der Männchen werden nur geringfügig länger. Markant an den Hörnern ist die starke Furchung an der Vorderseite. Die Hörner verlaufen in leichtem Bogen nach hinten und leicht nach außen. Das kurze und ausgesprochen glatte und dichte Fell weist eine hellbraune bis graubraune Färbung auf. Im Bereich des Widerristes zeigt sich deutlich eine buckelartige Erhebung. Die Augen sind durch einen hellen Augenring gekennzeichnet. Die Rückenlinie ist insgesamt leicht nach hinten abfallend. Auf dem Nasenrücken zeigt sich eine dunkelbraune bis fast schwarze Färbung, zwischen den Augen verläuft ein weißlicher Streifen. Die langen, spitz zulaufenden Ohren sitzen seitlich am Kopf, unmittelbar hinter den Hörnern. Der Kopf ist insgesamt leicht in die Länge gezogen. Der Schwanz zeigt eine weißliche Färbung. Jungtiere sind hellbraun gefärbt.

Verbreitungsgebiet der Hunter-Antilope (Oona Räisänen & IUCN)

Verbreitungsgebiet der Hunter-Antilope (Oona Räisänen & IUCN)

Die Hunter-Antilope kommt nur in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet nahe der Küste im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia. Hier fehlen andere Kuhantilopen, die offensichtlich Nahrungskonkurrenten mit dieser Art sind.
Die Hunter-Antilope lebt in Herden bis zu 25 Tieren. Sie bevorzugt mit Buschwerk durchsetzte offene Steppen. Das Verbreitungsgebiet umfasst ein nur wenige km² großes Gebiet an der Grenze zwischen Kenia und Somalia.

Hunter-Antilopen ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern. Eher selten fressen sie auch Laub und junge Triebe oder die Rinde von Bäumen und Büschen.

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit knapp zwei bis drei Jahren, Männchen werden erst mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Zu ihrer ersten Paarung kommen Männchen meist noch später zu ihrer ersten Paarung, da nur ausgewachsene starke Männchen ein Recht auf Paarung haben und dieses durch gewonnene Rivalenkämpfe auch dokumentieren. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Verbreitungsgebieten von März bis April oder Mai. Während der Paarungszeit kommt es unter den geschlechtsreifen Männchen zu heftigen Kämpfen, aus denen nur ein siegreiches Männchen hervorgeht und sich im folgenden mit den Weibchen einer Herde paart. Die Herden umfassen durchschnittlich zwischen sechs und acht Weibchen. Die Geburten fallen in der Regel in die beginnende Regenzeit. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von rund 215 bis 235 Tagen ein Kalb an einer geschützten Stelle zur Welt. Zwillingsgeburten sind selten, aber bereits dokumentiert. Unmittelbar nach der Geburt leckt die Mutter ihr Junges ab, um den verräterischen Geruch zu tilgen. Das Junge bleibt einige Tage im hohen Gras verborgen, ehe es kräftig genug ist, der Mutter zur Herde zu folgen. Die Mutter kommt mehrmals am Tag zum Säugen vorbei. Die Säugezeit erstreckt sich über vier bis fünf Monate. Das Jungtier bleibt allerdings bis zu einem Jahr bei der Mutter. Die Lebenserwartung einer Hunter-Antilope liegt in Freiheit bei bis zu 10 Jahren. In Gefangenschaft können sie auch ein wenig älter werden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen