Portrait: Zwerggleitbeutler

Unterklasse: Beuteltiere (Metatheria)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Zwerggleitbeutler (Acrobatidae)
Gattung: Acrobates
Art: Zwerggleitbeutler (Acrobates pygmaeus)
Zwerggleitbeutler (John Gould)

Zwerggleitbeutler (John Gould)

Der Zwerggleitbeutler, manchmal auch Australischer Zwerggleitbeutler oder auch Australischer Mausflugbeutler genannt, ist das kleinste gleitfähige Beuteltier und einer der kleinsten Beutelsäuger überhaupt. Kleiner sind nur noch die Honigbeutler und der Dünnschwanz-Schlafbeutler. Er erreicht eine Kopfrumpflänge von 65 bis 80 Millimeter und ein Gewicht von 10 bis 14 Gramm. Der lange Schwanz ist an beiden Seiten mit kurzen, steifen Haaren versehen, die ein federartiges Aussehen bewirken und ihnen ihre englische Bezeichnung „feathertail glider“ verdanken. Zwischen den Gliedmaßen erstreckt sich eine eher schmale Gleitmembran, die an den Rändern mit fransenartigen Haaren versehen ist. Das Uropatagium ist im Gegensatz zu den Fledertieren rudimentär zurückgebildet. Der Zwerggleitbeutler ist ähnlich wie einige Beutelmäuse der Gattung Sminthopsis dazu befähigt, an glatten Oberflächen, wie Rinde oder Blattstrukturen Halt zu finden. So kann man die Tiere im Zoo sogar vertikal an Glasscheiben kletternd beobachten. Dies ermöglicht ihnen die wellig gefurchte Struktur der unterhalb ihrer Füße gelegenen Ballenkomplexe, sowie die zwischen diesen „Lamellen“ liegenden Schweißdrüsen. Durch die Oberflächenspannung des Schweißes kommt es, wie bei der Verbindung zweier Glasscheiben durch einen dünnen Wasserfilm, zur kapillaren Adhäsion. Das Fell dieser Tiere ist an der Oberseite graubraun gefärbt, die Unterseite ist weiß.

Zwerggleitbeutler sind an der australischen Ostküste verbreitet, ihr Lebensraum erstreckt sich von der Kap-York-Halbinsel bis in das südöstliche South Australia. Möglicherweise leben sie auch auf Neuguinea, Belege für ihr Vorkommen dort fehlen aber noch. Sie kommen in verschiedenen Habitaten vor, meistens in Wäldern (darunter Regen- und Eukalyptuswälder), aber auch in baumbestandenen Grasländern und im Bergland.

Zwerggleitbeutler sind nachtaktive Tiere. Sie sind geschickte Kletterer, die sich schnell die Bäume auf und ab bewegen können. Mit Hilfe ihrer Gleitmembranen legen sie bis zu 20 Meter weite Gleitflüge zurück, wobei der federartige Schwanz als Steuerruder dient. Tagsüber schlafen sie in selbstgebauten Blätternestern, in Baumhöhlen, manchmal aber auch in Nistkästen und anderen von Menschen gefertigten Behausungen, welche bis zu 20 Meter in die Höhe ragen können. Sie leben in Gruppen von bis zu 20 Tieren zusammen, die allerdings kurzlebige Zusammenschlüsse darstellen, auch eine Rangordnung wird nicht etabliert. In Zeiten des Nahrungsmangels fallen sie manchmal in einen Torpor (Kältestarre).

Zwerggleitbeutler ernähren sich von Insekten und deren Larven sowie von Nektar, proteinhaltigen Blütenpollen und Baumsäften.

Die Weibchen erreichen die Geschlechtsreife nach rund 8 bis 10 Monaten, Männchen frühestens nach 12, in der Regel jedoch erst im Alter von 18 Monaten. Die Paarungszeit der Zwerggleitbeutler erstreckt sich zumeist von Juli bis in den Januar hinein. Während dieser Zeit kommt es zu ein bis zwei Würfen. Bei der zweiten Schwangerschaft kommt es dabei nicht selten zu einer klimatisch bedingten Keimruhe. Nach einer Tragezeit von 18 bis 20 Tagen bringt das Weibchen bis zu vier Jungtiere zur Welt. Sie kriechen unmittelbar nach der Geburt selbständig in den Beutel und saugen sich dort an eine der vier Zitzen fest. Die Jungtiere verbleiben zwischen acht und neun Wochen im Beutel. Danach sind sie weitestgehend selbständig, bleiben aber noch etwa vier Wochen bei der Mutter.

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