Wissenswertes über Mesonychia

Synoplotherium vorax (Dmitry Bogdanov)

Synoplotherium vorax (Dmitry Bogdanov)

Die Mesonychia sind eine ausgestorbene Ordnung der Säugetiere. Sie waren die einzigen echten Fleischfresser unter den Huftieren. Früher wurden sie als Familie Mesonychidae in die Ordnung Acreodi gestellt. Die Mesonychia wurden lange Zeit für die Vorfahren der Wale gehalten. Später kam es zu Studien auf den Gebieten Molekularbiologie und Immunologie, die nachwiesen, dass die Wale stammesgeschichtlich eng mit den Paarhufern verwandt sind. Die genaue Stellung der Mesonychia und der zugehörigen Arten ist noch nicht restlos geklärt. Heute werden die Mesonychia meist in einer systematischen Nähe einer Klade bestehend aus den Unpaarhufern und Paarhufern (einschließlich der Wale) gesehen.

Anfangs wurden die Mesonychia in drei Familien gegliedert: die Mesonychidae, die Hapalodectidae und die Triisodontidae. Dabei gehörte Andrewsarchus zusammen mit Eoconodon und Triisodon den Triisodontidae an. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese Gruppe paraphyletischen Ursprungs ist und so keine geschlossene Einheit bildet. In einigen phylogenetischen Analysen bilden Andrewsarchus und Eoconodon eine eher geschlossene Einheit, die eine systematische Nähe zu den Arctocyonidae besitzt, einer ebenfalls fleischfressenden Gruppe der Stammhuftiere. In den Untersuchungen der jüngeren Zeit wird Andrewsarchus überwiegend aus den Mesonychia ausgeschlossen. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass der hinterste Molar im Oberkiefer bei Andrewsarchus weitgehend unreduziert ist, während die überwiegend älteren Vertreter der Mesonychia diesen häufig verkleinert oder gar nicht ausgebildet haben. Aufgrund des nur geringen Fossilmaterials ist eine eindeutige Stellung von Andrewsarchus innerhalb der Huftiere derzeit nur ungenau möglich.

Die Mesonychia entwickelten sich wohl im frühen Paläozän Asiens. Eine der ersten Formen ist Yangtanlestes. Ab dem mittleren Paläozän verbreiteten sie sich mit Dissacus and Ankalagon auch auf anderen Kontinenten. Dissacus war etwa so groß wie ein Kojote und über die gesamte Nordhemisphäre verbreitet, Ankalagon aus Nordamerika war wesentlich größer, sein Schädel war so groß wie der eines Bären. Jedoch besaßen diese Tiere im Vergleich zur Körpergröße überproportional große Schädel.

Andrewsarchus mongolensis (Dmitry Bogdanov)

Andrewsarchus mongolensis (Dmitry Bogdanov)

Andrewsarchus ist eine Säugetiergattung, die heute ausgestorbene, große und möglicherweise fleischfressende Vertreter umfasst und im Mittleren Eozän vor über 41 Millionen Jahren lebte. Sie ist nur anhand eines vollständigen Schädels aus der Inneren Mongolei bekannt, wo er 1923 entdeckt wurde.
Andrewsarchus war ein großer bis sehr großer Vertreter der Höheren Säugetiere, allerdings ist er bisher nur von einem einzigen Schädel bekannt. Dieser ist fast vollständig erhalten und erreichte eine Gesamtlänge von 83,4 cm, wobei die extrem stark gebogenen und weit auseinander stehenden Jochbeinbögen bis zu 56 cm auseinanderstanden. Der Schädel ist damit etwa doppelt so groß wie der eines rezenten, ausgewachsenen Grizzlybären. Ein markantes Merkmal stellte vor allem das lang ausgezogene Rostrum dar, das von der Position des ersten Schneidezahns bis zum hintersten Molaren gut 50 cm maß, während der Hinterschädel dementsprechend kurz war und nur 67 % der Länge der Schnauze aufwies. Diese lang ausgestreckte Schnauze übertraf auch im Verhältnis jene der möglicherweise engeren Verwandten von Andrewsarchus, da das Rostrum zum Beispiel bei Harpalogestes die Länge des Hinterschädels nur knapp erreichte. Unter Voraussetzung einer vergleichbaren Körperproportion wie die Mesonychia, fleischfressenden Vertretern der Huftiere, betrug die Kopf-Rumpf-Länge von Andrewsarchus – ermittelt aus der Schädelgröße – vermutlich rund 3,82 m, während die Schulterhöhe bei etwa 1,89 m lag. Damit wäre es eines der größten, terrestrisch lebenden, fleischfressenden Säugetiere gewesen, das je gelebt hat.
Das Gebiss ist nicht vollständig überliefert, anhand der vorhandenen Alveolen lässt sich aber die vollständige Bezahnung der modernen Säugetiere ermitteln, bestehend aus jeweils drei Schneidezähnen, einem Eckzahn, vier Prä- und drei Molaren je Kieferbogen. Der jeweils zweite Schneidezahn war konisch geformt und stark vergrößert gegenüber den anderen Schneidezähnen. die gesamte vordere Zahnreihe bildete einen deutlichen Bogen, im Gegensatz zu Harpalogestes, bei denen die Schneidezähne fast in einer geraden Reihe standen. Die Eckzähne sind nicht überliefert, doch die enormen Zahnfächer lassen auf extrem stark ausbildete Caninen schließen. Die hintere Zahnreihe begann mit einem kleinen, einspitzigen vorderen Prämolar, der zweite wies bereits zwei Spitzen auf der Kauoberfläche auf und erreichte 4,6 cm Länge, war allerdings nicht einmal halb so breit. Alle anderen Backenzähne wiesen drei Zahnschmelzspitzen auf. Der dritte Prämolar wies er mit 5,9 cm die größte Länge aller Backenzähne auf. Die vorderen Molaren waren deutlich kürzer als die hintersten Prämolaren, allerdings nahm die Breite nach hinten zu, so dass der dritte Molar zwar nur 5 cm Länge, dafür aber 6,6 cm Breite besaß.

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