Zoo Zürich

Oberhalb der Stadt Zürich auf dem Zürichberg im Quartier Fluntern, im Kreis 7 liegt der Zoo Zürich. Auf dem Gelände war ursprünglich ein Restaurationsbetrieb mit einem Ausblick auf den Säntis und eine große Wiese, auf der zu Gründungszeiten diverse Haus- und Huftiere weideten.
Die exponierte Lage bereitete vor allem am Anfang Probleme, als die meisten Unterkünfte für die Tiere noch nicht beheizt waren und das Gebiet noch nicht an die Wasserversorgung der Stadt angeschlossen war. Heute bietet das Gebiet am Stadtrand zwischen Wiesen und Wäldern den Vorteil, dass dem Zoo noch einige Hektar Fläche für Erweiterungen zur Verfügung stehen (und diese auch genutzt werden).
Der Zoo ist von geräumigen und naturnah gestalteten Anlagen geprägt. Die Pflanzen werden je nach Gehege einem anderen Ökosystem zugeordnet. Der Park liegt am Hang und besitzt eine nicht unwesentliche Steigung, welche heute durch breite, asphaltierte Wege überwunden werden kann. Einzig die Natur- und Trampelpfade sind für Rollstühle und Kinderwagen unpassierbar.

Der ehemalige Außenminister Abessiniens, der gebürtige Schweizer Alfred Ilg schenkte der Stadt Zürich im Jahr 1902 zwei Löwen, als Dank für die Ausbildung, die er an der ETH absolvieren konnte. Ein Zwinger oder ein kleines Gehege für die Löwen scheiterte an der Finanzierung. Mangels eines geeigneten Zwingers kamen die Tiere in einen provisorischen Käfig zum Bildhauer Urs Eggenschwyler am Milchbuck (Zürich), 1903 in den Tierpark Hagenbeck und 1905 in den Zoo Basel, wo sie bis zu ihrem Tod lebten.
Tierliebhaber gründeten 1925 die Tiergarten-Gesellschaft Zürich, die sich das Ziel gesetzt hatte, endlich einen Zoo Wirklichkeit werden zu lassen. Der Verein mit 3000 Mitgliedern konnte bald darauf auf der Allmend Fluntern ein großes Stück Land mit einer Gastwirtschaft erwerben. Am 28. Oktober 1928 erfolgte der Spatenstich, während Vertreter der neu gegründeten Genossenschaft Zoologischer Garten (die Betreiberin des Zoos) damit begannen, verschiedene Tiere zu erwerben.
Am 7. September 1929 wurde die neue Zooanlage eröffnet. Sie bestand damals aus einem Hauptgebäude mit Volieren, Aquarien, Terrarien, Affenkäfigen und Elefantenstallung, einem Bärengraben, einem Raubtierhaus sowie einem Kleinaffenhaus. Dazwischen lagen zahlreiche Gehege für weitere heimische und exotische Säugetiere mit einfachen Ställen.
Eine Woche nach der Eröffnung am 15. September wurden bereits 20’835 Besucher gezählt. Die ersten Jahre waren für den Zoo nicht einfach. Maul- und Klauenseuche, Wirtschaftskrise, außergewöhnlich kalte Winter und der Zweite Weltkrieg setzten dem Zoo stark zu. Wiederholt war er auf Kredite von Stadt und Kanton angewiesen. Mit der Zurschaustellung von fremdländischen Menschen und Zirkussen versuchte man, die Leute in den Zoo zu locken. Für negative Schlagzeilen sorgten der Ausbruch eines Schwarzen Panthers, der im Spätherbst 1933 für 10 Wochen verschollen blieb, und eines Leoparden, dem 1936 die Flucht gelang.
In der Gründungszeit des Zoos stand das Ausstellen von Tiere im Vordergrund. Von Anfang an wurden aber auch auf Information gesetzt. Dies war und ist heute noch eine Begründung für die Unterstützung durch den Staat. 1954 wurden Beschriftungstafeln mit kurzen Informationen zur Tierart eingeführt (sogenannte Hediger-Tafeln). Viele Zoos haben diese Praxis übernommen.
Seit 2000 unterstützt ein Team von rund 180 Freiwilligen die Zoobetreiber, die dessen Ziele gemäß der im Rahmen des Weltverbandes der Zoos und Aquarien (WAZA) erarbeiteten Naturschutzstrategie an die Besucher weitergeben.

Im Laufe der Zeit wurde der Zoo ausgebaut (ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist): Das Gelände wurde erweitert, ein Afrikahaus für Nilpferde und Nashörner wurde gebaut, hinzu kamen ein Affenhaus und eine neue Behausung für die Elefanten. 1989 wurde das schon seit dem Gründungsjahr 1929 bestehende und baufällige Hauptgebäude erneuert. Acht Jahre zuvor trat die neue eidgenössische Tierschutzverordnung in Kraft. Da diverse Käfige zu klein waren, musste man sich von einigen Arten trennen.

Dank der gestiegenen Eigenfinanzierung nahm der Anteil an öffentlichen Geldern im Budget des Zoos laufend ab. 1999 wurde die Genossenschaft Zoologischer Garten Zürich in die Aktiengesellschaft Zoo Zürich umgewandelt.

In den letzten Jahren machten vor allem zahlreiche Großbauprojekte den Züricher Zoo zu einem attraktiven Ausflugsziel:
Zoolino, ein Streichelzoo mit heimischen Nutztierrassen (inklusive Zwergziege und Kamerunschaf)
Masoala, die Nachbildung einer Region in Masoala (inklusive Museumsteil)
Pantanal, Außenanlage für Bewohner des südamerikanischen Pantanals
Elefantenpark Kaeng Krachan

Aber es wird auch noch weiter gebaut.
Im Mai soll die mongolische Steppe fertig werden, bis 2020 die Sewasavanne für Giraffen, Nashörner und Co. Auch im Streichelzoo werden derzeit einige Anlagen renoviert.
Weitere Bauprojekte sehen eine Renovierung des Exotariums und die Umwandlung des Afrikahauses in ein Australien/Ozeanienhaus (Tiere des australischen Kontinents sind eher rar im Züricher Zoo, Kängurus sucht man vergeblich.

Der Zoo in Zürich ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Alleine in der Masoalahalle kann man Stunden verbringen, da dort die Tiere frei herumlaufen und nicht alle so präsent sind wie die Aldabra-Schildkröten. Alle Tiere zu sehen ist vermutlich unmöglich, oder sehr zeitaufwändig.
Den Tieren wird viel Platz geboten, die Präsentation ist auch für den Besucher abwechlsungsreich und an vielen Stellen wird über Schutzprojekte und Artenschutz informiert, beispielsweise in der Masoalahalle in Form eines kleinen Museums (in der auch Nachbildungen ausgestorbener Tiere zu sehen sind) und im Exotarium wird auf die Bedrohung einheimisher Amphibien hingewiesen. Im Elefantenpark Kaeng Krachan erfährt man (unter anderem) wie das Zusammenleben von Mensch und Elefant abläuft.
Außerdem ist der Zoo Zürich der einzige Zoo, der alle (gezählt habe ich sie nicht, aber ich gehe fast davon aus) alle Pinguinarten zeigt, wenn auch die meisten nur als Modell vorhanden sind.

Mehr über den Zoo erfährt man hier und hier.

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