Holarktis

Die Holarktis ist eine biogeographische Großregion und stellt sowohl ein Florenreich als auch ein Faunenreich dar. Sie umfasst den Großteil der nördlichen Hemisphäre der Erde und ist die größte der Regionen. Die Südgrenze der Holarktis verläuft im Norden Mexikos (reicht jedoch im Hochland weiter nach Süden als an der Küste), schließt die Kapverdischen Inseln ein, verläuft entlang des Nordrands der Sahara und der Arabischen Halbinsel, entlang des Himalayas nach Südchina, schließt Taiwan aus und Japan ein.
Das Faunenreich Holarktis wird in zwei Regionen Nearktis (Grönland und Nordamerika) und Paläarktis gegliedert. Die Grenze des Faunenreichs verläuft weiter im Süden, bzw. wird hier teilweise ein breiter Übergangsbereich zu den anderen Faunenreichen definiert. Die Grenze in Amerika wird entweder wie beim Florenreich gezogen (H. J. Müller) oder eine Übergangszone, die ganz Mittelamerika und die Karibik umfasst, angenommen. In Afrika verläuft die Grenze südlich der Sahara, oder die Sahara wird als Übergangsbereich angenommen, gleiches gilt für Arabien, wobei der Südrand der Arabischen Halbinsel nicht dazuzählt.

Waldbison (Tierpark Hellabrunn)

Waldbison (Tierpark Hellabrunn)

Die Nearktis umfasst fast das gesamte Nordamerika, Grönland und das Hochland von Mexiko. Südmexiko, Süd-Florida, Zentralamerika und die karibischen Inseln gehören zusammen mit Südamerika zur Neotropis.
Nord- und Südamerika, die heute am Isthmus von Panama verbunden sind, waren vor ca. 180 Millionen Jahren getrennt und entwickelten so sehr unterschiedliche Arten von Pflanzen und Tieren. Beim Auseinanderbrechen des Superkontinentes Pangaea blieb Nordamerika mit Eurasien verbunden und wurde dadurch Teil des neu entstanden nördlichen Superkontinents Laurasia, während Südamerika Teil des südlichen Superkontinents Gondwana wurde. Durch die Öffnung des Atlantischen Ozeans trennten sich Nordamerika und Europa.
Nordamerika wurde später durch Landbrücken mit Asien (Beringstraße) und Südamerika (Panama) verbunden. Dies erlaubte einen Artenaustausch zwischen den Kontinenten, den sogenannten Großen Amerikanischen Austausch (Great American Interchange).
Dadurch teilen sich die Nearktis und die Paläarktis eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.
Viele große Tiere, z.B. Pferde, Kamele, Mammuts, Mastodons, frühe Bisons, Säbelzahntiger und Kurznasenbären, starben am Ende der Eiszeit aus. Gleichzeitig begann die Besiedlung durch den Menschen. Wissenschaftler glauben, dass nicht der Klimawechsel, sondern die Ausrottung durch die Jagd des Menschen bzw. die daraus resultierende Nahrungsknappheit für Raubtiere das Artensterben verursachte.
Neben den Menschen konnten aber der moderne Amerikanische Bison, der Grizzlybär und das Wapiti durch die freiwerdenden ökologischen Nischen Fuß fassen.
Ursprünglich kamen die Hunde (Canidae), die Kamele (Camelidae) und die Pferde (Equidae) nur in der Nearktis vor. Die Paarhuferfamilie der Gabelhornträger (Antilocapridae) blieb stets auf diese Region beschränkt.
Der Gepard entwickelte sich ursprünglich in Nordamerika und kam erst nach Europa und später nach Asien und ist heute nur noch in Afrika zu finden. Auch die Kurznasenbären lebten nur in Nordamerika. Die einzige überlebende Art dieser Familie ist der heute noch in Südamerika lebende Brillenbär.

Die Paläarktis bezeichnet die „alten“ Landmassen Europas, Nordafrikas bis zum Südrand der Sahara und Asiens (südlich bis zum Himalaya, also z. B. ohne den Indischen Subkontinent und die Arabische Halbinsel) sowie die vor diesen Gebieten liegenden Inseln.
Die paläarktische Region entstand im Paläogen (dem älteren Abschnitt der Tertiärzeit), als sich in dem Gebiet neue Pflanzenformationen und neue Formen der Tiere entwickelten.

Die Paläarktis bildet zusammen mit der Nearktis (= Nordamerika bis Nord-Mexiko sowie Grönland) die Holarktis auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Zuordnung einzelner Regionen zu Pälarktis oder Nearktis ist dabei umstritten. Grönland wird beispielsweise der Nearktis zugerechnet; diese Zuordnung ist jedoch ebenso fragwürdig wie eine Behandlung dieser Insel innerhalb der Paläarktis. Abgrenzungsschwierigkeiten gibt es außerdem auch zur Orientalis. So grenzen im Himalaya beide biogeographischen Einheiten eng aneinander und sind bei starker Hangneigung so eng miteinander verzahnt, dass man bei einer mehrstündigen Wanderung wiederholt zwischen den beiden Regionen wechselt. Der Wechsel ist dabei vor allem an der Veränderung der Vegetation deutlich nachvollziehbar.

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