Paläotropis

Die Paläotropis ist eine biogeographische Großregion und stellt sowohl ein Florenreich als auch ein Faunenreich dar. Sie umfasst die tropischen und subtropischen Gebiete der Alten Welt, also fast ganz Afrika, Indien und Südostasien.
Das paläotropische Florenreich hat andere Grenzen als das Faunenreich. Das Florenreich umfasst auch die Sahara und die Arabische Halbinsel, nicht jedoch das Kapgebiet (Capensis). Im Osten gehört auch Neuguinea dazu, nicht jedoch Polynesien, das zum ozeanischen Florenreich gehört.
Die Sahara und die Arabische Halbinsel gehören nicht zu den Grenzen des paläotropischen Faunenreichs, dafür die Kapregion. In Südostasien gehört ein Teil der indonesischen Inseln zum Faunenreich Wallacea, dem Übergangsbereich zur Australis.

Die Paläotropis wird in zwei Regionen unterteilt:

Sekretär (Vogelpark Timmendorfer Strand)

Sekretär (Vogelpark Timmendorfer Strand)

Afrotropis, auch Äthiopis, ist die faunengeographische Bezeichnung für Afrika südlich der Sahara. Dieses Gebiet wurde früher als Äthiopische Zone bezeichnet.
Die Afrotopis ist der Entstehungsort der Afrotheria.
Die Grenze der Afrotropis nach Norden wird durch den Wüstengürtel Nordafrikas begrenzt. Der Südteil der Arabischen Halbinsel zählt ebenfalls zur Afrotopis. Madagaskar und die angrenzenden Inseln bilden in der Afrotropis eine eindeutig zu unterscheidende Subregion dieser Faunenzone, in der zahlreiche endemische Tierarten wie beispielsweise die Lemuren beheimatet sind. Madagaskar und die Seychellen waren ursprünglich Bestandteile des Superkontinents Gondwana. Die Trennung vom afrikanischen Kontinent erfolgte vor 150 Millionen Jahren. Andere Inseln im indischen Ozean wie beispielsweise die Komoren und die Maskarenen sind vulkanischen Ursprungs und wesentlich später entstanden.
An Afrikas südlichster Spitze befindet sich die Capensis, die durch ein mediterranes Klima gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zum Florenreich, dass durch viele endemische Arten gekennzeichnet ist, ist die Capensis keine eigenständige Subregion des Faunenreiches Afrotropis.
Ein Großteil der Fauna ähnelt der Orientalis, aber auch mit der Paläarktis gibt es Gemeinsamkeiten. Einige endemische Tiergruppen können als sehr alte Elemente der Afrotropis gelten, da für sie keine Fossilfunde aus der Paläarktis vorliegen – eine Region, über die in der jüngeren Vergangenheit der meiste Austausch erfolgte. Diese alten Formen sind etwa die Ringelechsen, die Blindwühlen, und die Süßwassermuscheln der Familie Mutelidae. Diese alten Formen teilt die Afrotropis zum Teil mit der Neotropischen Region. Ein Umstand, der auf die bestehende Verbindung beider Kontinentalplatten und den Urkontinent Gondwana in früher Zeit hinweist.

Blauer Pfau (Zoo Mulhouse)

Blauer Pfau (Zoo Mulhouse)

Die Orientalis (Latein für östlich) oder Orientalische Region stellt eine der großen Faunenregionen der Erde dar. Sie umfasst im Wesentlichen das südöstliche Asien, südlich des Himalaya.
Die Orientalische Region erhielt ihren Namen zu Ehren von Alfred Russel Wallace. Die Region umfasst im Wesentlichen den Süden Asiens und wird im Norden vom Himalaya im Südwesten von der Wallace-Linie abgegrenzt. Im Pleistozän, als der Meeresspiegel tiefer lag, waren die Gebiete nordwestlich der Wallace-Linie mit dem Festland verbunden, womit die Ähnlichkeit der Fauna zu erklären ist. Gelegentlich werden die östlichen Philippinen, die offenbar nur unvollständig mit dem Festland verbunden waren, nicht zur orientalischen Region gezählt. Im Westen und im Osten gibt es große Übergangsbereiche zur paläarktischen Region, aber auch im Himalaya-Gebiet durchdringen sich Faunenelemente beider Regionen. Ganz im Westen bilden die vorderasiatischen Wüsten eine Art Filterbarriere zur Afrotropischen Region, eine Grenze, die in der Vergangenheit nicht immer so wirksam war wie heute. So teilen diese beiden Regionen zahlreiche Tierformen und werden bisweilen zur Paläotropis zusammengefasst.
Die Orientalische Region ist artenreich, besitzt aber relativ wenige eigenständige Tierarten und teilt viele Formen mit der Paläarktis, der Afrotropis und der Australis. Zu den wenigen endemischen Säugetiergruppen zählen bei Einschluss der östlichen Philippinen die Rattenigel, die Spitzhörnchen, die Pelzflatterer, die Borkenratten, die Nasenratten, die Katzenbären, die Stachelbilche, die Koboldmakis und die Gibbons. Die einzigen endemischen Vogelfamilien sind die Feenvögel und die Baumsegler.
Die beiden wichtigsten Vegetationszonen sind zum einen die Trockenwälder, Savannen und Dornbusch-Steppen Indiens und Hinterindiens und zum anderen die tropischen Regen-, Berg-, Sumpf- und Monsunwälder der Westghats sowie Südostasiens. Auch die meisten Inseln, darunter die großen Sunda-Inseln sowie die Philippinen, die meist zur orientalischen Region gerechnet werden, sind von Regenwäldern dominiert. Auf Sri Lanka und Java findet man Savannen und Regenwälder gleichermaßen. Die Schwemmebenen im Norden des Indischen Subkontinents werden von feuchten Grasgebieten und Wäldern beherrscht. Im äußersten Westen der orientalischen Region findet man die trockenen Wüsten- und Halbwüstengebiete der Thar vor.

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