Portrait: Meerechse

Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Toxicofera
ohne Rang: Leguanartige (Iguania)
Familie: Leguane (Iguanidae)
Gattung: Amblyrhynchus
Art: Meerechse (Amblyrhynchus cristatus)
Meerechse (Senckenberg Museum Drankfurt)

Meerechse (Senckenberg Museum Frankfurt)

Die Meerechse ist eine endemisch auf den Galápagos-Inseln vorkommende Leguanart. Sie lebt auf allen Inseln, meist an Felsküsten, aber auch in Mangrovenbeständen. Unter den heute lebenden Echsen ist die Meerechse die einzige Art, die ihre Nahrung im Meer sucht.

Die Grundfarbe der Meerechsen ist schwarz. Der Grund für die dunklen Töne liegt darin, dass sich die Tiere nach ihren Tauchgängen im Meer schnell wieder erwärmen müssen, um erneut im Meer Nahrung suchen zu können. Sie fressen fast ausschließlich marine Algen und Tange. Das mit der Nahrung aufgenommene überschüssige Salz scheiden sie durch Chloridzellen in Drüsen an den Nasenlöchern aus. Jungtiere haben einen hellen farbigen Streifen auf dem Rücken, und einige ausgewachsene Tiere sind grau. Die Färbung der Männchen ändert sich mit den Jahreszeiten. Zur Fortpflanzungszeit sind sie auf den südlichen Inseln am farbigsten und werden rot und grün. Auf Santa Cruz sind sie schwarz und ziegelrot und auf Fernandina ziegelrot und stumpf grün.
Die verschiedenen Populationen unterscheiden sich auch durch ihre Größe. Auf Fernandina und auf Isabela leben die größten Leguane, die kleinsten bewohnen die Insel Genovesa. Ausgewachsene Männchen werden bis zu 1,3 Meter lang, während die Weibchen mit 60 Zentimetern nur halb so lang werden.

Als wechselwarme Tiere können die Meerechsen nur eine begrenzte Zeit auf Futtersuche im kalten Meer verbringen. Sie tauchen bis zu einer halben Stunde im flachen Wasser bis zu einer Tiefe von 15 Metern und weiden Algen ab. Danach müssen sie sich wieder in der Sonne aufwärmen. Überschüssiges Salz geben sie über Drüsen im Nasenbereich ab.

Meerechsen (Frederick William Frohawk)

Meerechsen (Frederick William Frohawk)

Während der Fortpflanzungszeit im Dezember und Januar werden die Männchen sehr territorial. Sie bilden Reviere, in denen sie möglichst viele Weibchen versammeln und gegen andere Männchen verteidigen. Auch das eigentliche Werbe- und Paarungsverhalten ist recht aggressiv und geht mit kräftigen Bissen einher. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen vier Wochen später in den lockeren und feuchten Erdboden oder Ascheboden etwa zwei bis sechs Eier. Die Gruben, die eine Tiefe von 40 bis 60 Zentimeter haben können, werden nach erfolgter Eiablage sorgsam verschlossen. Zwischen konkurrierenden Weibchen kann es dabei zu Kämpfen um die besten Eiablageplätze kommen. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungechsen nach 90 bis 100 Tagen. Eine Brutpflege wird nicht betrieben. Die Jungtiere sind von Anfang an auf sich alleine gestellt. Sie ernähren sich von den Algen in der Gezeitenzone. Hauptfeinde der Jungtiere sind insbesondere Bussarde. Erwachsene Meerechsen, insbesondere die Männchen, haben von den Bussarden jedoch kaum etwas zu befürchten, sie sind einfach zu groß.

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