5. Zooreise 2015 – Tag 3: Erfurt – Weimar – Kranichfeld

Goethes Gartenhaus, Zeichnung von Georg Melchior Kraus 1777

Goethes Gartenhaus, Zeichnung von Georg Melchior Kraus 1777

Am dritten Tag unserer Harz/Thüringen-Reise waren Besuche im Thüringer Zoopark, im Erfurter Naturkundemuseum, im Dom und in der Weimarer Parkhöhle vorgesehen.
Von Schierke zum Zoopark ist man zwei Stunden unterwegs, die erste Erdmännchenfütterung haben wir also verpasst, nachdem wir erst gegen 10 Uhr im Zoo waren. Die Kea-Anlage war (so wie ich es kenne) geschlossen und vom Gepardennachwuchs haben wir auch nichts gesehen.
Nach unserem Besuch im Zoo entschieden wir uns gegen eine Dom- und Naturkundemuseumsbesichtigung, da wir an einem Samstag nicht unbedingt in die Innenstadt fahren wollten. Wir hätten auch öffentlich fahren können, aber daran habe ich nicht gedacht.
Deswegen haben wir den Besuch in der Weimarer Parkhöhle vorgezogen.
Bis wir die Höhle gefunden haben irrten wir etwas durch den Park (vorbei an Goethes Gartenhaus) bis wir die Höhle fanden. Wir besuchten dann aber nur das Museum, da für eine Führung mindestens vier Personen nötig waren. Aber das Museum an sich war interessant genug.
Danach gingen wir an Goethes Gartenhaus vorbei, entschieden uns dann aber gegen einen Besuch. Außerdem sieht es auf Bildern irgendwie interessanter aus, als wenn man davor steht.

Goethes Gartenhaus

Goethes Gartenhaus

Als Goethe im Jahre 1775 nach Weimar kam, zeigte er großes Interesse an dem zum Verkauf stehenden Grundstück am östlichen Ilmhang. Das Haus ist möglicherweise ein Winzerhaus aus dem 16. Jahrhundert – einer Zeit, in welcher der Weinbau in Weimar noch eine große Rolle spielte. Zu seiner Zeit war der Hang aber eher eine Obstwiese bzw. Gemüseanbaufläche. Eine Darstellung von Georg Melchior Kraus von 1777 zeigt diesen Zustand.
Der Garten war in desolatem Zustand, als Herzog Carl August beabsichtigte, das Grundstück dem Freunde zum Geschenk zu machen. Im April 1776 erwarb Johann Wolfgang Goethe den Garten auf dem Horne samt dem darinnen befindlichen Garten-Hause, nebst allen, was darinnen Erd-, Wand-, Band-, Nied- und Nagelfest ist. So weist es der Kaufvertrag vom 22. April 1776 aus, der vier Tage darauf bestätigt wird. Die Bezahlung der Kaufsumme von 600 Talern in zwei Raten zu je 300 Talern erfolgt durch Friedrich Justin Bertuch aus der Schatulle des Herzogs, der es jedoch für ratsam hält, nach außen Goethe als den Käufer erscheinen zu lassen.
Goethe wirkte selbst mit großer Hingabe an der Erneuerung des Gartens und ließ das Haus wieder bewohnbar machen. 1777 brachte er einen hölzernen Altan auf der Südseite des Hauses an, der während der italienischen Reise verfiel und später wieder beseitigt wurde. Durch eine Zeichnung von Georg Melchior Kraus von 1777 ist das jedoch überliefert. Die neuen gartenkünstlerischen Ideen, die sich an den englischen Landschaftsgärten orientierten, denen wir heute den Park an der Ilm verdanken, nahmen hier ihren Anfang. Hier wurden jedoch Anregungen von Wörlitz aufgenommen. In der Nähe des Gartenhauses befindet sich der „Stein des guten Glücks“. Insgesamt war der Garten im Unterschied zu heute auch ein Nutzgarten.
Da das kleine und bescheiden eingerichtete Haus auf Dauer nicht den Anforderungen genügte, die Amt und soziale Verhältnisse an Goethe stellten, aber auch seine Bibliothek und seine Sammlungen nicht länger aufnehmen konnte, wechselte er 1782 in die Stadt, in das Haus am Frauenplan. Doch blieb das Gartenhaus sein Lieblingsaufenthalt, den er pflegte und immer wieder besuchte, zum letzten Mal am 20. Februar 1832.
Im Gartenhaus arbeitete Goethe an zentralen Werken. Hier schuf er Teile der Prosafassung der „Iphigenie auf Tauris“, hier arbeitete er an den Dramen „Egmont“ und „Torquato Tasso“. Bekannte Gedichte wie „An den Mond“, „Rastlose Liebe“ und „Jägers Abendlied“ entstanden hier.
Heute ist das Gartenhaus als Museum eingerichtet.
Eine Kopie des Gartenhauses entstand 1999 im Rahmen der Aktivitäten Weimars als Kulturhauptstadt Europas. Diese Kopie wurde auch im Jahr 2000 auf der Expo in Hannover gezeigt – sie steht seit 2002 in Bad Sulza/Thüringen.

Nach dem kurzen Abstecher nach Weimar entschlossen wir uns nach Kranichfeld zu fahren. Um 15 Uhr gab es eine Flugshow des Adler- und Falkenhof Schütz.
Wir kamen genau richtig und erfuhren einiges über die Falknerei in der DDR, sahen die Fütterung eines wilden Rotmilans und die Flugkünste diverser Greifvögel, die durch Horrorstorys der einzelnen Tiere und allerlei Wissenswertes begleitet wurde. Mein Highlight war die Landung eines Gerfalken auf meinem Kopf. Gesehen habe ich es nicht, aber gespürt. Und den Andenkondor haben wir zwar nicht fliegen sehen, aber als sehr verfressen erlebt. Der Besuch der Show ist absolut sehenswert und ich behaupte, dass das die beste war, die wir bisher gesehen haben. Spannend, lustig und informativ.
Außerdem entdeckten wir ein kleines München…

Am Abend gab es im Hotel ein leckeres Grillbuffet mit verschiedenen Fleischsorten, Salaten und Wackelpudding mit Vanillesauce.

Thüringer Zoopark
Adler- und Falkenhof Schütz

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