Abenteuer Aquarium: Turmdeckelschnecken

Tylomelania bakara (Haus des Meeres)

Tylomelania bakara (Haus des Meeres)

Viel gibt es an sich nicht zu berichten.
Meine Limnopilos-Larven leben leider nicht mehr. Das war zu erwarten, aber man hat ja doch die Hoffnung. Ich habe mir ja extra Liquzell und Mikrozell gekauft. Aber angeblich halten die ewig, und wer weiß, vielleicht bekomme ich ja wieder Nachwuchs und vielleicht wird der älter und vielleicht gelingt mir ja die Nachzucht. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.
Verschwunden sind die Larven am 27. Juli, das heißt sie haben ein Alter von ca. 10 Tagen erreicht.
Nachdem die Larven weg sind, kann ich das Becken „entsorgen“ und Vase Nummer 2 (eine der beiden 13,5l-Wabi-Kusa-Vasen) einrichten.

Und da es sonst nichts Neues in Bezug auf Nano/Vasenaquaristik gibt wende ich mich einer Tiergruppe zu, die sehr zahlreich in meinen Aquarien vertreten ist: Den Turmdeckelschnecken.
Videos von Turmdeckelschnecken gibt es ja bereits ein paar im Blog:
Thiara winteri und Tarebia granifera
Schwarze Turmdeckelschnecke

Die in Aquarien häufigen Turmdeckelschnecken stammen aus drei Schneckenfamilien:
Malaiische Turmdeckelschnecke, Schwarze Turmdeckelschnecke, Genoppte und Gestachelte Turmdeckelschnecken gehören in die Familie der Kronenschnecken.
Die Vertreter der sich großer Beliebtheit erfreuenden Gattung Tylomelania gehören (wie auch einige andere größere Turmdeckelschnecken) in die Familie Pachychilidae.
Die Raubturmdeckelschnecke Clea helena ist eine der wenigen Vertreter, der sonst im Meer lebenden Hornschnecken.

Thiaridae, zu deutsch auch Kronenschnecken genannt, weisen eine weite Verbreitung in den gesamten Tropen auf. Dies liegt unter anderem daran, dass sich viele Arten parthenogenetisch, also eingeschlechtlich fortpflanzen. Hierbei entstehen die Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen, wodurch für die Fortpflanzung kein Partner nötig ist. Eine Partnersuche ist also nicht nötig, der Vorgang der Fortpflanzung und somit der Verbreitung verläuft schneller als bei einer sexuellen Fortpflanzung wobei zwei Partner erforderlich sind. Darüber hinaus besitzen die Weibchen der Thiaridae einen speziellen Brutbeutel, in dem sie sowohl Eier als auch die sich entwickelnden Jungtiere bis zu deren Schlupf als fertig entwickelte, kleine Schnecken zurückhalten.

Pachychilidae (von pachy (griech.) = dick, und -chilus (griech.) = Lippe oder -lippig; also zu deutsch etwa Dicklippige Schnecken, sich auf den oft verdickten Mündungsrand der Schale beziehend) sind eine Familie von Süßwasser-Schnecken, mit einer weltweiten Verbreitung in den Tropen und Vertretern in Süd- und Mittelamerika, Afrika, Madagaskar und Südostasien. Als Erklärung für solche Verbreitungsmuster bietet sich die Annahme an, dass der letzte gemeinsame Vorfahre aller heute noch lebenden Pachychilidae bereits in Gondwana gelebt haben muss. Die Aufspaltung dieses Urkontinents in die Kontinente, wie wir sie heute kennen, durch die Kontinentaldrift führte dann dazu, dass dessen Nachfahren, die rezenten Pachychilidae, auf allen (oder den meisten) Bruchteilen des ehemaligen Gondwana-Kontinentes zu finden sind.
Zwar wurden die Pachychilidae von Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts oft mit den Thiaridae oder den Pleuroceridae, einer anderen Gruppe von Süßwasserschnecken mit oberflächlich ähnlichem Aussehen verwechselt, sie sind jedoch nicht näher mit diesen verwandt. Das zeigen insbesondere moderne molekulargenetische Untersuchungen.
Auch anatomisch lassen sich Thiaridae und Pachychilidae leicht am unterschiedlichen Bau des Operculums, der Radula, der Embryonalschale und der Anatomie des Weichkörpers unterscheiden.
Bis auf eine einzige Art, den brackwasserbewohnenden Faunus ater, besiedeln alle Pachychilidae ausschließlich das Süßwasser. Die Familie umfasst sowohl eierlegende (ovipare) als auch lebendgebärende (ovovivipare und echt vivipare) Vertreter. Bei letzteren besitzen die Weibchen einen speziellen Brutbeutel, in dem sie sowohl Eier als auch die sich entwickelnden Jungtiere bis zu deren Schlupf als fertig entwickelte, kleine Schnecken zurückgehalten werden.

Die Kronenschnecken sind recht anspruchslose Aquarienbewohner, die man sich auch leicht einschleppen kann. Allerdings können sie nur bei falscher (sprich übermäßiger) Fütterung zur „Plage“ werden.
Kronenschnecken vertragen Temperaturen von 15 – 30 Grad (wobei letzteres kein Dauerzustand sein sollte), weiches bis hartes Wasser bei einem pH-Wert von 5,5 – 8,5.
Turmdeckelschnecken sind nachtaktiv und verbringen den Tag gerne im Bodengrund. Besondere Ansprüche an das Futter stellen sie nicht, sie fressen, was sie kriegen können-
Ich füttere sie nicht bewusst (allerdings habe ich mit Seemandelbaumblättern auf jeden Fall etwas zu futtern und auch Spirulinatabs mögen sie. Karottenstreifen wurden bisher jedoch ignoriert, soweit ich das beurteilen kann).
Meine Schwarzen Turmdeckelschnecken wachsen langsam, bisher habe ich noch keinen Nachkommen, der die Größe der Ursprungstiere erreicht hat.
Turmdeckelschnecken gehören zu den kleineren Schnecken, die auch für das Nano-Aquarium geeignet sind.
Malaiische Turmdeckelschnecke: ca 3 cm
Schwarze Turmdeckelschnecke: ca 3 cm
Thiara winteri: ca 3 cm
Tarebia granifera: ca.3 cm

Vertreter der Gattung Tylomelania werden größer (10 cm und mehr) und bevorzugen höhere Temperaturen. Aufgrund der Größe meiner Aqurien/Cubes habe ich noch keine Erfahrungen mit Tylomelania und Verwandten gemacht.

Clea helena, die Raub(turmdeckel)schnecke wird kleiner als die oben genannten Kronenschnecken, ernährt sich aber auch von größeren Schnecken und ihren Gelegen. Meine „Helenas“ sind keine großen Schneckenvertilger, sie ernähren sich auch von abgestorbenen Pflanzenresten und Spirulinatabs.
Anders als die Kronenschnecken können sich die Weibchen nicht durch Parthenogenese fortpflanzen.
Raubschnecken mögen Temperaturen von 20 – 30 Grad und einen ph-Wert von 6,5 – 8,5. An die Härte des Wassers werden kaum Ansprüche gestellt.

Übrigens werden auch Vertreter der Cyclophoridae und der Walddeckelschnecken als Turmdeckelschnecken bezeichnet, aber diese sind für die Aquaristik ungeeignet. Sie würden (wie alle Landschnecken) ertrinken.

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