Webmaster-Friday: Hörbücher / Hörspiele

In dieser Woche geht es im Webmaster-Friday um Hörbücher/Hörspiele.
Hörbücher werden ja immer beliebter, aber der Trend geht an mir vorbei. Ich habe schon Hörbücher gehört und als Kind natürlich auch Hörspiele und eine meiner (schwulen) Kurzgeschichten wurde in einem Hörbuch veröffentlicht (Gaymischte Gefühle, angehört habe ich es mir aber nie).
Mein Problem mit Hörbüchern ist, dass ich beim Hören einschlafe. Das liegt vielleicht daran, dass ich Hörbücher nicht nebenbei gehört habe sondern mich immer darauf konzentriert habe…und manchmal schläft man dann eben weg. Zwei, drei Hörbücher habe ich mir in meinem Leben gekauft (soweit ich weiß), aber da ich mich nicht wirklich damit anfreunden konnte wird das Medium Hörbuch (als Nutzer) wohl an mir vorbeigehen (aber darüber kann man in 30 Jahren noch einmal sprechen).
Hörspiele dagegen sind anders. Schon als Kind habe ich Hörspiele geliebt und selbst als Erwachsener greife ich hin und wieder zu einem Hörspiel.
Sehr unterhaltsam finde ich z. B. die neu vertonten Hörspiele der drei ???, John Sinclair und Professor Dr. Dr. Dr. Augustus Van Dusen.

Martin vom Webmaster-Friday hat aber noch ein paar mehr Fragen in petto:
Besucht ihr auch öffentliche Hörspiel-Veranstaltungen – ich glaube, in Planetarien wird das immer beliebter.
Ich muss gestehen, dass ich mir gar nicht bewusst war, dass es Hörspielveranstaltungen gibt. Mit Googles Hilfe habe ich dann festgestellt, dass es nicht gerade wenige sind. Vielleicht werde ich auch mal eine besuchen, einfach, um zu sehen, was das ist. Richtig vorstellen kann ich mir das nicht, aber man ist ja neugierig.
Und vielleicht finde ich ja Erfahrungsberichte in anderen Beiträgen zur Blogparade.

Und nutzt ihr noch CDs bzw. DVDs – oder seid ihr inzwischen bei einem Online-Hörbuch-Anbieter angemeldet?
Ich nutze eigentlich nur noch Spotify. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich meine letzte CD gekauft habe, aber das ist schon eine Weile her.

Lest ihr lieber noch Romane – oder besorgt ihr euch gleich die Hörbuch-Version, die man auch beim Autofahren oder Joggen konsumieren kann?
Ich lese lieber.

Oder ist das Medium “Hörspiel” veraltet und ein Auslaufmodell? Ist das “Hollywood für Arme”, wo man sich die Bilder spart und nur das Buch lesen lässt?
Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten. Ich war immer der Meinung, das Hörspiele für Kinder sind (auch wenn ich inzwischen eines besseren belehrt wurde) und ich glaube auch, dass Hörspiele für Kinder nach wie vor eine gute Sache sind. Ich würde ein Hörspiel einem Hörbuch vorziehen, aber die Geschmäcker sind verschieden und ich gehe davon aus, dass Hörspiel, Hörbuch und das klassische Buh (egal ob in gedruckter Form oder als ebook) gut nebeneinander existieren können.

Übrigens hab ich mich mal (wieder) bei Wikipedia umgesehen, um zu sehen, was das Lexikon zum Thema Hörbuch zu sagen hat:
Die Bezeichnung des Mediums geht auf die erste, 1954 bei der Deutschen Blindenstudienanstalt gegründete Blindenhörbücherei in Marburg zurück. Das Hörbild an sich war, auf Tonwalzen oder Wachsplatten gespeichert, bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. So inszenierte man 1890 unter dem Titel Die Beschießung von Paris ein zwei Minuten langes Hörbild des Deutsch-Französischen Kriegs. Die Aufzeichnung enthielt neben Marschmusik militärische Kommandos und Schlachtengeräusche. Bereits damals gab es Aufnahmen von Spielszenen, kurzen Lesungen oder humoristischen Einlagen.
Die Entwicklung des Phonographen sowie die ersten marktfähigen Schallplatten von Emil Berliner veränderten die Medienlandschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts (gemeinsam mit der Erfindung des Films und des Radios) enorm. In den 1920er Jahren entwickelte sich bald ein Publikum für Tonaufzeichnungen, woraufhin die Schallplattenfirmen neben Musikern auch Schriftsteller und Kabarettisten unter Vertrag nahmen. Dichterlesungen von Thomas Mann oder Erich Kästner waren nun nicht mehr an einen Ort oder eine bestimmte Zeit gebunden − man konnte sie zu Hause zu jeder Zeit und beliebig hören.
Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte die Deutsche Grammophon erste Hörbücher. In Zusammenarbeit mit dem Theater entstand 1954 Goethes Faust I. Es folgten Schillers Kabale und Liebe, Jedermann von Hugo von Hofmannsthal oder Samuel Becketts Das letzte Band. Die Umsatzbeteiligung am Buchmarkt war in den folgenden Jahrzehnten noch gering.
1972 kam es zur ersten Kooperation mit den Rundfunkanstalten, die den Hörbuch- bzw. Hörspielproduktionen beachtliche Quellen an Archivaufnahmen zur Verfügung stellen konnten. Die avantgardistischen Hörbuchreihen der Deutschen Grammophon, des Luchterhand Verlags und der ARD scheiterten wegen finanziellen Misserfolgs, legten aber für das Zusammenwirken von Plattenfirmen, Buchverlagen und Rundfunkanstalten den entscheidenden Grundstein.
Ende der 1970er-Jahre löste die Hörkassette die Sprechplatte als Trägermedium ab. Aber auch in den 1980er Jahren war der Markt noch nicht reif für Hörbucheditionen und so musste u. a. die 1987 gegründete Reihe des Rowohlt Verlags, Literatur für Kopfhörer, eingestellt werden. Zwar hatte Erich Schumm den ersten reinen Hörbuchverlag in Deutschland, der heute Steinbach sprechende Bücher heißt, bereits 1978 gegründet, doch erst ab 1990 gelang es dem Goldmann Verlag zusammen mit dem WDR, Krimihörspiele in einer Auflage von bis zu 30.000 Exemplaren zu veröffentlichen und dem Hörbuch den lang erhofften Durchbruch zu verschaffen. Beim CD-Vertrieb werden heute immer öfter zu den Audio-CDs zusätzliche Datenträger mit MP3-Fassungen der Hörbücher beigelegt, um das Abspielen am Computer und die Übertragung auf tragbare Abspielgeräte zu erleichtern.
In der Folge entstanden immer mehr Kleinverlage, die sich nun auch kunstvollen Produktionen erfolgreich widmen konnten. Mitte der 1990er-Jahre ersetzte die CD die Hörkassette als Tonträger. 1993 schlossen sich mehrere bekannte belletristische Verlage zusammen (unter anderem Suhrkamp, Hanser, Rowohlt) und gründeten den Hörverlag (DHV) in München.
Gerade bei den großen Verlagen besteht die Tendenz, das Hörbuch als reine Zweitverwertung, im Sinne des Merchandising zu verstehen. Die wird damit begründet, dass die Werbeetats der Verlage nicht ausreichen, um ein Produkt allein als Hörbuch zu bewerben. Aufwändige Produktionen, die über eine reine Lesung hinausgehen, kommen daher in der Regel nur als Übernahmen aus den Rundfunkanstalten ins Programm.

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