Wissenswertes über Carnosaurier

Allosaurus (Charles R. Knight)

Allosaurus (Charles R. Knight)

Der Begriff Carnosauria (lat.: Fleisch-Echsen) wurde ursprünglich von dem deutschen Paläontologen Friedrich von Huene eingeführt, der in dieser Gruppe praktisch alle bis dahin bekannten großen Theropoden sowie einige derzeit zu den Prosauropoden gezählten Dinosaurier vereinte. Lange Zeit wurden die Carnosauria als monophyletische Entwicklungslinie anerkannt und um viele neue Arten von insbesondere großwüchsigen Theropoden erweitert; dafür wurden die Prosauropoden aus den Carnosauriern entfernt. Noch in den 1980er Jahren fanden sich in dieser Gruppe die Familien Megalosauridae, Allosauridae und Tyrannosauridae.

Während man so bis vor einigen Jahren alle großen Fleisch fressenden Dinosaurier den Carnosauria zuordnete, entdeckte man in neuester Zeit immer größere Unterschiede zwischen den einzelnen Vertretern, die eine Neubewertung der Carnosauria nötig machten. So wird die Familie Tyrannosauridae heute zu den Coelurosauria gezählt. Auch die Zusammenfassung der Megalosaurier und Allosauriden (Allosauroidea) in eine monophyletische Gruppe ist umstritten und wird von den meisten Experten nicht akzeptiert. Daher wurde vor kurzem eine neue Definition der Gruppe erstellt, nach der Carnosauria alle jene Theropoden umfasst, die näher mit Allosaurus als mit den Vögeln verwandt sind. Derzeit gehören zu dieser Gruppe somit die Allosauroidea (Allosauridae, Sinraptoridae und Carcharodontosauridae) sowie vermutlich einige basale Gattungen.
Cryolophosaurus wird inzwischen zu den Dilophosauridae. Allerdings werden Dilophosauriden aktuell nicht als eigenes Taxon anerkannt. Smith et al. (2007) sahen eine natürliche Verwandtschaft zwischen einigen primitiven Theropoden mit Schädelkämmen.

Die Allosauroidea bestehen aus vier Familien, die Allosauridae, die Sinraptoridae, die Carcharodontosauridae und die Neovenatoridae.
Die Angehörigen der Allosauroidea waren alle carnivor (Fleisch fressend) und bewegten sich biped (zweibeinig) fort. Genau so wie die meisten anderen Theropoden auch, besaß jeder Allosauroide Arme mit drei Fingern, die mit beachtlichen Krallen ausgestattet waren.
Die Größe der einzelnen Gattungen variierte stark. So war der Sinraptor mit zirka sechs bis sieben Metern Länge eher klein gegenüber den Carcharodontosauriden. Einige von ihnen, wie der Giganotosaurus oder der Carcharodontosaurus zählten zu den größten Raubsauriern aller Zeiten. Gattungen wie beispielsweise Allosaurus zeichneten sich besonders durch auffällige Merkmale, wie etwa einer Erhebung vor den Augen, aus. Die Allosauroiden waren im Verhältnis zu anderen Familien wie den Tyrannosauriern relativ leicht gebaut. So erreichte Tyrannosaurus, der etwa drei Meter kürzer als Giganotosaurus war, mit sechs Tonnen fast dasselbe Gewicht. Die Antorbitalgrube erstreckt sich bis zu den Nasenbeinen. Das distale Ende des Proc. paroccipitalis ist vollständig unter dem Foramen magnum.

Monolophosaurus jiangi (© N. Tamura)

Monolophosaurus jiangi (© N. Tamura)

Monolophosaurus wurde in Gesteinen der Shsishugou Formation in der chinesischen Provinz Xinjiang entdeckt und 1994 von Currie und Zhao beschrieben. Bis zu seiner Beschreibung war er unter dem Gattungsnamen Jiangjunmiaosaurus bekannt.
Monolophosaurus gehört systematisch gesehen zur Tetanurae und lebte vor ca. 166 bis 157 Millionen Jahren im späten Mittel- und frühen Oberjura. Der sich biped (zweibeinig) fortbewegende Echsenbeckensaurier war Karnivore (Fleischfresser). Die Länge des Theropoden betrug ungefähr 5 Meter, wobei das Gewicht auf rund 800 Kilogramm geschätzt wird.
Ein typisches Merkmal von Monolophosaurus war ein einzelner Kamm, der sich auf seinem Kopf befand. Nach diesem wurde der Dinosaurier auch benannt: Die deutsche Übersetzung von Monolophosaurus bedeutet sinngemäß „Echse mit einem Kamm“.
Da die Umgebung der Fundstelle des fast vollständigen Skeletts von Monolophosaurus während des Mesozoikums sehr wasserreich war, geht man davon aus, dass sich der Theropode größtenteils in der Nähe von Wasser (beispielsweise an Ufern von Seen oder Flüssen) aufhielt.

Gasosaurus stammt aus dem Mitteljura von Asien. Nur wenige Fossilien wurden in Gesteinen aus dem Mitteljura der südchinesischen Provinz Sichuan entdeckt. Die einzige beschriebene Art (Typusart) ist Gasosaurus constructus; die Erstbeschreibung erfolgte 1985 durch Dong Zhiming und Tang Zilu.
Gasosaurus ist ein basaler (ursprungsnaher) Theropode, seine Wirbel zum Beispiel zeigen einige sehr ursprüngliche Merkmale. Die Länge des Dinosauriers betrug etwa 4 Meter.
Seine systematische Position innerhalb der Theropoden ist aufgrund des schlechten Fossilsituation noch unklar. Einige halten ihn für einen ursprünglichen Coelurosaurier, andere ordnen ihn als Carnosaurier ein. Er könnte auch mit Kaijiangosaurus identisch sein, einem fossil kaum dokumentierten Theropoden, der aus der gleichen Gesteinsformation stammt.
Gasosaurus ist durch ein schädelloses Teilskelett (Holotyp IVPP V7264) bekannt, das unter anderem aus Wirbeln, dem Oberarmknochen, Beckenknochen, Bein- sowie Fußknochen besteht. Es stammt aus den Schichten der Xiashaximiao-Formation der chinesischen Provinz Sichuan.
Der Name der Gattung ist spaßhaft gemeint. „Gasosaurus“ bedeutet zum einen „Benzinechse“ (nach dem englischen Wort gas(oline) und dem griechischen sauros) und ist nach dem Ölbohrunternehmen benannt, das die Fundstelle entdeckte. Das chinesische Wort für Benzin bedeutet daneben aber auch „Ärger machen“ – ein passender Name für einen Raubdinosaurier.

Fukuiraptor kitadaniensis (© N. Tamura)

Fukuiraptor kitadaniensis (© N. Tamura)

Fukuiraptor wurde etwa 4,2 Meter lang bei einem Gewicht von geschätzten 175 Kilogramm. Auffällig sind die großen, gebogenen Krallen an den Händen. Dieses und weitere Eigenschaften lassen darauf schließen, dass Fukuiraptor ein aktiver Jäger gewesen sein muss. Wie alle Theropoden bewegte er sich zweibeinig (biped) fort.
Die Fossilien von Fukuiraptor wurden in etwa 113 bis 100 Millionen Jahre altem Gestein in der Kitadani Formation in Japan entdeckt. Teile des Schädels, der Wirbelsäule sowie den vorderen und hinteren Extremitäten konnten geborgen werden. Die Benennung des Dinosauriers bezieht sich auf den Fundort. So wäre der lateinische Name auf Deutsch mit „Räuber aus Fukui“ zu übersetzen.

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