Die Unterarten des Löwen

Es wurden etliche Unterarten des Löwen beschrieben, meist werden jedoch nur die folgenden allgemein anerkannt:

Asiatischer Löwe (Tierpark Berlin)

Asiatischer Löwe (Tierpark Berlin)

Der Asiatische Löwe (Panthera leo persica) ist dem afrikanischen Löwen sehr ähnlich. Sein nächster Verwandter ist der nordafrikanische Berberlöwe. Nordafrikanisch-asiatische Löwen spalteten sich nach molekularbiologischen Untersuchungen vor etwa 70.000 bis 200.000 Jahren von den afrikanischen Löwen südlich der Sahara ab. Im Gir-Nationalpark konnte die Population nun wieder auf 300 Tiere anwachsen, die allerdings durch die starke Inzucht bedroht sind, die zu einem Verlust der genetischen Vielfalt dieser Löwen geführt hat. Die meisten Löwen, die in westlichen Zoologischen Gärten unter dem Namen P. l. persica gehalten werden, sind allerdings keine reinerbig asiatischen Löwen. Sie gehen zum Teil auch auf afrikanische Löwen zurück.

Der Berberlöwe (Panthera leo leo) lebte in Nordafrika und hatte offenbar eine besonders mächtige Mähne. Die exzessive Nachstellung führte im Jahr 1922 zum Tod des letzten Vertreters dieser Unterart in Freiheit, die sich bis dahin im Atlas-Gebirge gehalten hatten. Ob die europäischen Löwen zu dieser Unterart gehörten, ist nicht bekannt. Einige Privatleute und Zoos, zum Beispiel in Wien und Dortmund züchten Löwen, die den Berberlöwen äußerlich weitgehend ähneln und wohl noch Berberlöwengene in sich tragen. Ob es sich dabei aber um reine Berberlöwen, oder um Löwen mit einem gewissen Berberlöwen-Anteil handelt, war bisher kaum zu ermitteln. Es werden jedoch zurzeit genetische Untersuchungen durchgeführt, um dies zu klären. Diese Löwen stammen von Tieren ab, die über mehrere Generationen in Gefangenschaft gehalten wurden und über deren genaue Herkunft nichts wirklich Stichhaltiges zu ermitteln ist. Da Löwen in Gefangenschaft relativ leicht zu züchten sind, ist es durchaus möglich, dass es sich um Berberlöwen handelt.
Der Kaplöwe (Panthera leo melanochaitus) Südafrikas ist sicher ausgestorben; er fiel im 19. Jahrhundert den Großwildjägern zum Opfer. Nach neueren Forschungen stellte er allerdings keine eigene Unterart dar.
Der Transvaal-Löwe (Panthera leo krugeri) des nordöstlichen Südafrika, einschließlich des Kalahari-Gebietes ist beispielsweise noch im Krüger-Nationalpark anzutreffen.
Der Massai-Löwe (Panthera leo massaicus) aus Nordost- und Ostafrika von Äthiopien, Kenia, Tansania bis nach Mosambik.
Der Westafrikanische oder Senegal-Löwe (Panthera leo senegalensis) ist im Westen Afrikas zu finden. Er war ursprünglich durchgehend verbreitet vom Senegal bis in die Zentralafrikanische Republik. Heute existieren nur noch einige hundert Tiere in versprengten Restpopulationen, die größte davon befindet sich im W-Arli-Pendjari-Nationalpark-Komplex. D Jüngste genetische Analysen ergaben, dass die Löwen des westlichen und zentralen Afrika sich deutlich von denen im Süden und Osten des Kontinents unterscheiden.
Der Kongo-Löwe (Panthera leo azandica), der im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo vorkommt.
Der Angola-Löwe oder Katanga-Löwe (Panthera leo bleyenberghi) ist im südwestlichen Afrika, in den Staaten Angola, Sambia und im Süden der Demokratischen Republik Kongo verbreitet.

Löwe (Tiergarten Straubing)

Löwe (Tiergarten Straubing)

Während der Unterartstatus des Asiatischen Löwen (Panthera leo persica) als gesichert gilt, sind die genauen genetischen Verhältnisse der afrikanischen Löwen noch nicht restlos geklärt. Teilweise wurden alle Löwen südlich der Sahara zu einer einzigen Unterart zusammengefasst. Neuere molekulargenetische Untersuchungen ergaben allerdings, dass die Löwen Afrikas sich genetisch in zwei deutlich verschiedene Populationen aufspalten lassen, wobei sich jene im Westen und den Zentralteilen Afrikas deutlich von jenen in Süd- und Ostafrika unterscheiden. Erstere sind den Analysen zufolge näher mit Asiatischen Löwen als mit den afrikanischen Formen im Süden und Osten des Kontinents verwandt. Als mögliche Erklärung hierfür wird angeboten, dass der Löwe im späten Pleistozän in Westafrika ausstarb und diese Gebiete später von Asien her kommend neu besiedelte. Für diese Hypothese spricht auch die nahe genetische Verwandtschaft der Westafrikanischen Löwen untereinander. Vorherige Studien, die vor allem süd- und ostafrikanische Populationen untersuchten, kamen zu dem Ergebnis, dass diese relativ eng miteinander verwandt sind. Demnach wären in Südostafrika allenfalls zwei Grundtypen zu unterscheiden. Eine Form westlich und eine östlich des Großen Grabens. So unterscheiden sich etwa Löwen aus Tsavo (Ost-Kenia) genetisch kaum von ihren Artgenossen in Transvaal (Südafrika), dagegen bestehen deutlichere Unterschiede zu Löwen aus den unweit entfernt liegenden Aberdare-Bergen im Westen Kenias. Bis vor 37.000 Jahren kam eine Unterart des Löwen (Panthera leo sinhaleyus) auch auf Sri Lanka vor.

Die ausgestorbenen, prähistorischen Löwen Amerikas und Nordeurasiens bilden eine eigene Rassengruppe (spelea-Gruppe), die sich genetisch von den Löwen Afrikas und Südasiens (leo-Gruppe) unterscheidet.

Die Kryptozoologie beschäftigt sich mit dem Marozi, einem angeblich gefleckten Löwen mit kurzer Mähne, der im Hochland von Kenia leben soll. Das Fell eines derartigen Löwen wird noch heute im Naturhistorischen Museum in London aufbewahrt. Seit Ende der 1930er-Jahre gab es keine Sichtung mehr. Behauptungen, solche Löwen seien Hybride aus Löwen und Leoparden, sind mehr als unwahrscheinlich, da sich diese Tiere in der Natur normalerweise feindlich gesinnt sind. In Gefangenschaft konnten dagegen schon mehrfach Hybriden aus Löwen und Leoparden dokumentiert werden, allerdings weist deren Fell ein anderes Muster als das vermeintliche Marozi-Fell in London auf.

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