Kastanien an Zootiere verfüttern

Rosskastanie (Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany)

Rosskastanie (Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany)

Jetzt im Herbst fallen die Früchte der Kastanien zu Boden und sind ein beliebtes Sammelobjekt für Kinder. Die Verwendung dieser Kastanien ist tatsächlich sehr vielseitig, denn abgesehen vom Basteln lustiger Kastanienfiguren kann man mit Kastanien sowohl Wäsche, als auch Haare waschen (ausprobiert habe ich es allerdings noch nicht).
Und natürlich kann man die Kastanien auch verfüttern, allerdings muss man auch zwischen Ross- und Edelkastanie unterscheiden.
Die Gewöhnliche Rosskastanie, ist eine auf dem Balkan heimische Art, die in vielen mitteleuropäischen Parks angepflanzt wurde. Aus den Samen werden die Saponine zur Herstellung von Kosmetika, Farben und Schäumen gewonnen, die Stärke wird zu Alkohol und Milchsäure vergoren, die Öle werden zu Seifenpulver verarbeitet.
In früheren Zeiten sind verschiedene Pflanzenteile der Rosskastanie zum Färben von Wolle verwendet worden. Mit der Rinde konnte Wolle in ein bräunliches Gelb gefärbt werden. Mithilfe der Schalen der Rostkastanie erhält Wolle eine braune Farbe. Die Blätter ergeben je nach Jahreszeit unterschiedliche Farben. Blätter, die Anfang Mai gepflückt werden, ergeben einen rostbeigen Ton. Pflückt man die Blätter im August, erhält man einen honiggelben Farbton. Die tanninhaltige Rinde der Rosskastanie wurde in Italien beim Wollfärben zum Färben eines bräunlichen Gelb verwendet.
Aus Samen, Borke, Blättern und Blüten werden Grundstoffe für die pharmazeutische Industrie gewonnen. Das extrahierbare Wirkstoffgemisch Aescin hat eine gefäßverstärkende, antikoagulierende und entzündungshemmende Wirkung. Die daraus hergestellten Präparate werden beispielsweise gegen Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre, Gebärmutter-Blutungen, Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt.
Im Gegensatz zur Rosskastanie ist die Edelkastanie (deren Früchte oft als Maroni bezeichnet werden) für den Menschen nicht genießbar. Auch viele Tiere verschmähen die Früchte der Rosskastanie.

Edelkastanie ( Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany)

Edelkastanie ( Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany)

Viele Zoos und Wildparks freuen sich über die Spenden an Kastanien und Eicheln, andere dagegen nicht.
Gründe dafür sind zahlreich und die Meinungen zum Kastanienfüttern sind auch unterschiedlich. Mit den Edelkastanien scheint es kein Problem zu geben, aber die Rosskastanie ist mit Vorsicht zu betrachten.
Der Tierpark Bernburg nimmt keine Kastanien, da die nicht lange lagerfähig sind, der Heimattierpark Olderdissen nimmt keine Kastanien, da die Verarbeitung dieser Baumfrüchte zu haltbarem Futter sehr arbeitsaufwendig und kostenintensiv ist. Der Einkauf von fertigem geeignetem Wildfutter ist deutlich günstiger. Auch in Chemnitz und Hirschfeld werden keine Kastanien angenommen.
Am Besten fragt man vorher im Zoo/Wildpark nach, ob Kastanien abgenommen werden, damit erspart man sich selbst und dem Zoo viel Arbeit.
Auch das Fütterungsverbot vieler Tiere sollte man beachten. Auch wenn Kastanien von manchen Tieren gegessen werden, heißt das nicht, dass man sich über das Fütterungsverbot hinwegsetzen darf. Eine falsche Fütterung kann zu erheblichen Magen-Darmerkrankungen (bis hin zum Tod) führen und für viele exotische Tierarten sind Kastanien ungeeignet.

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