Vögel füttern im Winter – Nachtrag

Bereits vor ein paar Tagen veröffentlichte ich im Blog die Pressemitteilung der Deutschen Wildtierstitung zum Thema Vogelfütterung.
Jetzt melden sich auch die Tierschützer des Wiener Tierschutzverein Pfotenhilfe zu Wort.

04.11.2015, PFOTENHILFE
Die ganzjährige Fütterung von Vögeln
Die Pfotenhilfe kürt die Wildvögel zu den Tieren des Monats
Immer wieder kann man lesen, dass man Vögel nicht füttern soll, denn davon würden ausschließlich Tauben oder Ratten profitieren. Das ist Unsinn, meinen die Tierschützer der Pfotenhilfe. Tatsache ist: Der natürliche Lebensraum von Wildvögeln ist durch die menschlichen Eingriffe in die Natur radikal zurück gegangen, in Großstädten schon so gut wie nicht mehr vorhanden. Um die heimische Artenvielfalt auch weiterhin aufrecht zu erhalten und die Vögel zu unterstützen, räumt die Pfotenhilfe nun mit alten und falschen Mythen auf und erklärt, warum es dringend nötig ist, Wildvögel ganzjährig mit Futter und Wasser zu versorgen und nicht nur im Winter.
Der Öko-Mythos von unnötigen Futterhäuschen und Nistkästen wurde in den 70er Jahren in Österreich und Deutschland von einigen Naturschutzverbänden ziemlich erfolgreich verbreitet. „Obwohl die wissenschaftlichen Fakten von erfahrenen Ornithologen mittlerweile belegen, dass die Fütterung von Wildvögeln durchaus Sinn macht, im Grunde genommen sogar unsere moralische Pflicht ist, halten sich diese gestrigen Meinungen“, erklärt Sascha Sautner, Sprecher der Pfotenhilfe. „Tatsache ist, dass die Fütterung von Wildvögeln nur einen sehr schwachen Ausgleich dessen darstellt, was wir den heimischen Vogelarten tatsächlich durch Landwirtschaft und immer größer werdenden Städten weggenommen haben“, fügt der Tierschützer hinzu.
Langzeitstudien von Ornithologen kommen stets zu einem Ergebnis: Wenn Wildvögel das ganze Jahr über von uns Menschen mit Futter versorgt werden, brüten sie zeitiger, legen mehr Eier und auch eine größere Anzahl ihrer Jungen überleben. Dadurch siedeln sich mehr Vögel an und generell steigt die Vogeldichte. „Das lässt sich auch deutlich an Nistkästen beobachten,“ so Sautner. „Wenn Sie ausschließlich einen Brutkasten aufhängen, aber nicht zufüttern, wird dieser höchstwahrscheinlich leer bleiben. Sobald Sie auch Futterstellen einrichten und diese in unmittelbarer Nähe der Nistkästen montieren, werden diese auch von den Vögeln genutzt werden,“ weiß Sautner.
Wichtig ist auch, neue Futterkästen und -häuschen schon jetzt im Herbst gefüllt aufzustellen bzw. aufzuhängen, damit die Tiere die Futterstelle bereits kennen, bevor es Minusgrade hat. Denn wenn es im Winter frostig ist, haben die Vögel nur am Morgen ein kleines Fenster von ca. einer Stunde, um Futter zu finden. Danach sind ihre Reserven erschöpft und sie setzen sich irgendwo leergebrannt hin – für viele Vögel bedeutet dies den sicheren Tod.
Auch mit dem Argument, dass man Ratten füttere, wenn man Vögel mit Futter versorgt, räumt die Pfotenhilfe auf. „Ratten sind scheue Tiere, die sich meist in dunklen Ecken herumtreiben und wenn überhaupt, nur nachts zu den Futterstellen kommen. Wenn Sie sich also für ein hängendes Vogelhäuschen oder ein Silosystem entscheiden und die zu Boden gefallenen Körner wegräumen, haben Ratten so gut wie keine Chance, an das Vogelfutter zu gelangen,“ so Sautner.
Abschließend muss noch erwähnt werden, dass man bei der Vogelfütterung ausschließlich handelsübliches Futter, wie Körner, Nüsse oder Meisenknödel verwenden und keine Küchenabfälle verfüttern sollte. „Wildvögel fressen natürlich auch die Essensreste, diese sind jedoch nicht gesund für die Tiere. Altes Brot ist häufig mit Schimmelpilzen belastet und außerdem ist unser Essen für Vögel zu salzig oder zu stark gewürzt,“ so der Tierschützer abschließend.

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