2. Zooreise 2016 – Tag 2: Grüezi

Bodensee

Bodensee

Am zweiten Tag unserer Bodensee-Reise sollte es in die Schweiz gehen.In der Nacht hatte es geregnet, aber am Morgen war es schon wieder trocken und das blieb es auch den ganzen Tag, abgesehen von ein paar Tropfen, die aber nicht einmal lästig waren.
Geplant war ein Besuch in St. Gallen (Voliere, Natur- und Kunstmuseum und Wildpark Peter und Paul), Gossau (Abenteuerland Walter Zoo) und Frauenfeld (Plättlizoo).
Am Abend hatten wir den Bodensee dann großräumig umrundet (und auch der Verkehr in Friedrichshafen war nicht so schlimm wie am Vortag).
Allerdings gehörten zu den heutigen Highlights nicht die Zoos und Wildparks, sondern die Aussicht auf den Bodensee…bzw. der Blick auf die Umgebung von St. Gallen (auch wenn mir die Stadt nicht gefallen hat, soweit man das vom Auto aus behaupten kann).

Kunst- und Naturmuseum St. Gallen

Kunst- und Naturmuseum St. Gallen

Unser erstes Ziel war der Stadtpark in St. Gallen. Über Österreich (Fähren und Autobahnen meidend) fuhren wir in die Schweiz und nach St. Gallen, über Berge und Täler, vorbei an idyllischen Örtchen, Kühen und Bisons (?).
Der Stadtpark beherbergt die St. Gallener Vogelvoliere und das Kunst- und Naturmuseum. Auch das Historische und Völkerkundemuseum befindet sich dort (aber das haben wir nicht besucht). Ich habe mir den Stadtpark größer vorgestellt, aber er war sehr übersichtlich und Voliere und Naturmuseum in sichtbarer Nähe.
Volieren wie in St. Gallen gibt es in vielen Schweizer Städten. Bei meinem Besuch in Zürich 2015 blieb leider keine Zeit für die dortige Voliere und so war die in St. Gallen die erste dieser Art,die ich angesehen habe. Großzügig wird sie auch als Vogelpark bezeichnet, aber das ist etwas übertrieben. Immerhin gibt es einige interessante Vogelarten. Kann man sehen, muss man aber nicht, aber wenn man schon mal in St. Gallen ist …
Im Museum wurden wir erst für Kunstinteressierte gehalten, aber da man ja beide Museen für einen Preis besuchen kann, spielt das keine Rolle. Das Naturmuseum wird demnächst umziehen, deshalb wollte ich das Museum noch an alter Stelle besuchen… einen zweiten Besuch kann man dann in Erwägung ziehen, nachdem der Umzug vollzogen wurde.
Schwerpunkte der Sammlung bilden Vögel, Pflanzen und Insekten (überwiegend aus dem 19. Jahrhundert). Zu den bekanntesten Objekten zählt ein Nilkrokodil aus dem Jahre 1623 und ein nahezu vollständiges Skelett eines Anatosauriers. Ein Teil der Sammlung ist aufgearbeitet und steht für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung. Die Sammlung umfasst jedoch auch moderne Exponate etwa zum Thema Laser oder Hologramme. Auch lebende Tiere sind vorhanden: Fische und andere Tiere aus dem Bodensee, Zwergmäuse und Waldameisen.
Noch bis zum 24. April ist die Sonderausstellung „Allerlei rund ums Ei“ zu sehen.

Das Kunstmuseum St.Gallen gehört mit seiner Gemälde- und Skulpturensammlung aus der Zeit vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart und zahlreichen Wechselausstellungen zu den bedeutenden Kunstmuseen der Ostschweiz. Es ist Teil der Stiftung St. Galler Museen und teilt sich mit dem Naturmuseum St. Gallen ein Gebäude. Schwerpunkte der Sammlung sind niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts, Kunst des 19. Jahrhunderts aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich, Appenzeller Bauernmalerei sowie internationale Kunst der Moderne.
Allerdings haben wir davon nicht viel zu Gesicht bekommen. Derzeit ist eine Ausstellung von Gerwald Rockenschaub zu sehen…und wir haben sie uns angeschaut, um mit der Bestätigung zu gehen, dass wir mit Kunst nichts anzufangen wissen.
Wer Gerwald Rockenschaub ist? Ich wusste es auch nicht, aber an der Kasse wurden wir freundlicherweise aufgeklärt (und haben so den Eindruck erst recht zerstört, Kunstliebhaber zu sein)
Gerwald Rockenschaub wurde 1952 in Linz (Österreich) geboren. Er studierte zunächst Geschichte, Psychologie und Philosophie an der Universität Wien und danach bis 1982 bei Herbert Tasquil an der Hochschule für Angewandte Kunst Wien. Ab den frühen 1980er-Jahren arbeitete er als DJ wie auch als Künstler, zuerst als Maler und später in der Installationskunst. 1984 zeigte er seine Arbeiten in ersten Einzelausstellungen bei Otto Mauer in der Wiener „Galerie nächst St. Stephan“ und der Hamburger Galerie Vera Munro; 1993 bespielte Rockenschaub mit Andrea Fraser und Christian Philipp Müller den Österreichischen Pavillon der Biennale von Venedig. 2007 war er auf der documenta 12 mit mehreren Arbeiten vertreten. Als Techno-DJ und Musiker gründete er 1995 mit Michael Meinhart den Club „the audioroom“ in Wien. Bei dem 2004 von Sylvie Fleury und John Armleder gegründeten Genfer Independent-Label Villa Magica Records veröffentlichte er die LP It’s…. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Rockenschaubs frühe Gemälde gehören zur Neo-Geo-Malerei, einer Kunstrichtung der 1980er Jahre, die eine abstrakte Formfindung aus der zeitgenössischen Umwelt und Gesellschaft ableitet. 1987 wandte sich Rockenschaub trotz einsetzender Erfolge von der Malerei ab, da ihm diese Kunstrichtung – auch angesichts der Technologisierung der Musik, die für ihn selbst einen Übergang vom Punk zu House bedeutete – als nicht mehr zeitgemäß erschien. Seine späteren Installationen und Skulpturen führen dennoch die für Neo-Geo charakteristische Verbindung klarer ästhetischer Formen und spezifischer Umweltbedingungen fort: So sind seine Rauminstallationen im Österreichischen Pavillon oder im MUMOK zum einen als minimalistische Objekte zu verstehen, zum anderen verweisen sie auf die Ausstellungsbedingungen der zeitgenössischen Kunst im sogenannten White Cube. Dazu greift er mitunter direkt in die Architektur der jeweiligen Ausstellungsräume ein, um das Verhältnis von Betrachter, Kunstwerk und Raum offenzulegen oder umzukehren, so dass die Ausstellungsbesucher selbst zum (ästhetischen) Bestandteil der Installation werden.
Neben seiner Teilnahme an der Clubszene greift Rockenschaub in seinen künstlerischen Werken ebenso deren ästhetische Elemente auf und verwendet Industriematerialien wie PVC, aus denen seine Werke nach Computerentwürfen gefertigt werden. Die Computergrafik als visueller Bezugspunkt wird beispielsweise in seiner Gestaltung der Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin deutlich, die er mit einer in Pixeln gerasterten Wolke bemalen ließ.
Mehr über das Kunstmuseum (und Gerwald Rockenschaub) findet man hier.
„Highlights“ der Ausstellung waren (für mich) zwei mit Wasser gefüllte Schubkarren un eine Glühbirne mit Fassung….
Tja…DAS ist Kunst …

Blick auf St. Gallen und Umgebung vom WIldpark Peter und Paul aus gesehen

Blick auf St. Gallen und Umgebung vom Wildpark Peter und Paul aus gesehen

Nächstes Ziel: Der über 1000 m hoch gelegene Wildpark Peter und Paul …mit spektakulärer Steinbockanlage und einigen interessanten Blicken auf St. Gallen und Umgebung. Klein, aber fein … mit freiem Eintritt und einer überschaubaren Anzahl an Tierarten in freizügigen Gehegen. Raubtiere sind durch Wildkatze und Luchs vertreten (gesehen haben wir beide aber nicht), Bären und Wölfe fehlen, ebenso wie Vertreter der Marder. Aber bekannte Tiere der Schweizer Tierwelt sind vertreten, auch Sikahirsche, die einzigen Vertreter nichtheimischer Arten. Da hat man in anderen Wildparks schon ganz anderes gesehen.

Nach St. Gallen ging es weiter nach Gossau, ins Abenteuerland Walter Zoo und von dort nach Frauenfeld zu Plättlizoo.
Der Walter Zoo war ganz nett, wenn auch mit 20 Schweizer Franken sehr teuer (aber die Schweiz ist sowieso etwas überteuert…deswegen sind wir auch nicht zum Übernachten in die Schweiz … Friedrichshafen tat es auch und bereut haben wir es nicht, trotz der Flughafennähe). Den Walter Zoo werden wir wieder besuchen (zumindest kann man das überlegen), den Plättlizoo muss man kein zweites Mal gesehen haben.

Soweit der Abstecher in die Schweiz. Nachdem wir gut in der Zeit waren wurde spontan noch ein Besuch im Sea Life Konstanz und dem dortigen Bodenseemuseum angehängt und erstaunlicherweise war es der Aufenthalt im Sea Life, der zu einigen Highlights sorgte. Seesterne beim Orgasmus sind nicht alltäglich und auch das ausgiebige Betrachten von Haien und Rochen ist ein seltener Anblick (leider sind die Bilder zu verschwommen, als dass ich sie hier präsentieren könnte… eigentlich sehr schade)

Der Eintritt des Museums ist mit Sea Life Eintrittskarte kostenlos…aber auch sonst erschwinglich.
Schwerpunkt des Bodenseemuseums ist die erdgeschichtliche Entwicklung und die Natur des Bodensees.
1871 eröffnete der Konstanzer Apotheker und Ratsherr Ludwig Leiner (1830–1901) das Rosgartenmuseum im ehemaligen Zunfthaus „Zum Rosengarten“. Das Rosgartenmuseum sollte „Alterthumsgegenstände und Naturalien in hiesiger Stadt“ beherbergen und neben den von Leiner bei Umbau- und Abrissarbeiten freigelegten Funden aus der Vergangenheit der Stadt auch einen Überblick über die lokale Natur geben. Den Grundstock für diese naturwissenschaftliche Sammlung bildete die Sammlungen Ludwig Leiners selbst, der die von seinem Vater Franz Xaver Leiner (1801–1846) ererbte Sammlung von Käfern und Schmetterlingen der Konstanzer Gegend und das Herbar seines Vaters massiv aufstockte und überdies Mineralien und Petrefakten sammelte. Bereits 1868 hatte die Stadt die ornithologische Sammlung des Malers Karl Spackholz für 500 Gulden erworben, die 500 Exemplare von 180 am Bodensee gefundener Vogelarten sowie sämtliche Bodenseefische umfasste. 1873 erwarb Leiner die von Seyfried’sche naturkundliche Sammlung Öhninger Fossilien. Auch die Sammlung Macaire-Zeppelin (Schmetterlinge und Mineralien), die von Caspar Macaire aufgebaut und von seinem Neffen Ferdinand Graf von Zeppelin neu inventarisiert und erweitert wurde, wurde 1872 (Schmetterlinge) bzw. 1874 (Mineralien) dem neu gegründeten Museum zugeführt. 1878 und 1891 schließlich erhielt das Museum die Mineraliensammlungen des Arztes Eduard Rauter und von Nikolaus Vincent.
Bereits 1920/21 wurde aufgrund des zunehmenden Platzmangels im Rosgartenmuseum eine Trennung der kulturhistorischen und der naturkundlichen Sammlung erwogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Naturkunde nahezu vollständig magaziniert. Verschiedene Standorte wurden diskutiert (Rheintorturm, Zeppelin-Gewerbeschule, Reichenaustr. Nr. 1, Villa Prym an der Seestraße, das ehemalige AOK-Gebäude in der Brauneggerstraße), scheiterten jedoch an statischen Erwägungen oder dem wachsenden Raumbedarf der Konstanzer Stadtverwaltung. 1967 fasste der Gemeinderat den Beschluss, das Bodensee-Naturmuseum im kurz vorher von der Stadt erworbenen Gebäude Katzgasse 5-7 unterzubringen und somit Teil des geplanten städtischen Kulturzentrums am Münster werden zu lassen. 1996 stand das Museum aufgrund finanzieller Zwänge kurz vor dem Aus, jedoch konnte eine Unterschriftenaktion der Konstanzer Bürger, bei der binnen kurzer Zeit 13700 Unterschriften zum Erhalt des Museums gesammelt wurden, eine Schließung des Museums abwenden. 1999 wurde der derzeitige Standort bezogen: im Zuge einer Public Private Partnership investierte die Stadt 3,3 Millionen DM (1,69 Mio Euro), und das Bodensee-Naturmuseum bezog das oberste Stockwerk im neu errichteten Sea-Life-Center in Klein-Venedig.
Die derzeitige Sonderausstellung „Metamorphosen“ – Kindheitsfotos von Insekten ist noch bis zum vierten Septemberzu sehen (und sehr interessant). Gezeigt werden elektronenmikroskopische Aufnahmen der Wissenschaftsfotografen Nicole Ottawa und Oliver Meckes, die Insekten vor und nach ihrer Umwandlung zeigen.

Danach ging es zurück ins Hotel. Geplant war ein Abendessen in der LSC-Pizzeria. Nachdem diese aber wegen einer Feier geschlossen war, wichen wir auf das Volare aus.
Das LSC-Restaurant war in der Nähe des Flughafens, das Volare war im Flughafen … also eigentlich kein angenehmes Ambiente, aber die Crew machte das Beste daraus. Allerdings war während unseres Besuchs kaum mehr Flugbetrieb…wir waren also fast alleine und haben die Gelegenheit genutzt, um nach dem Essen eine kurze Flughallenbesichtigung zu unternehmen. Und der Bodenseeflughafen ist größer als man denkt.
Ach ja, die Pizzen im Volare waren groß und lecker.

St Gallen – Voliere
St. Gallen – Naturmuseum
Wildpark Peter und Paul
Abenteuerland Walter Zoo
Plättli Zoo
Sea Life Konstanz
Bodenseemuseum

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