Portrait: Coloradokröte

Coloradokröte (Zoo Frankfurt)

Coloradokröte (Zoo Frankfurt)

Die Coloradokröte (auch Sonorakröte oder Sonora-Netzkröte genannt) erreicht eine Körperlänge von elf bis neunzehn cm. Die Weibchen werden deutlich größer und kräftiger als die Männchen. Die Coloradokröte ist olivgrün bis graubraun gefärbt. Die Bauchseite ist hellgrau bis cremefarben und ist mit einigen dunklen Sprenkeln übersät. Der Rücken, vor allem der Nacken ist mit warzigen Hautdrüsen versehen. Durch die kurzen Hinterbeine wirkt der Körper sehr plump. Die Vorderbeine der Männchen sind deutlich länger als die der Weibchen.
Der Kopf ist breit und massig und endet in einer stumpfen Schnauze. Die Augen treten relativ weit aus dem Kopf hervor, die Pupillen sind waagerecht geschlitzt. Die Iris ist rotbraun.
Die Männchen der Coloradokröte besitzen keine Schallblase.

Die Coloradokröte lebt im nördlichen Mexiko und in südlichen Teilen von Arizona und New-Mexico. Streckenweise reicht ihr Verbreitungsgebiet bis nach Kalifornien. Sie leben bis in Höhen von gut 1.500 Metern in Halbwüsten, Steppen und ähnlichen Habitaten. Aber auch Wiesen und Waldränder werden besiedelt. Während der Trockenzeit halten sie sich meist in Nagerbauten verborgen.

Nach der Trockenzeit beginnt ihre Aktivitätsphase, die meist nur drei Monate andauert. Sie halten sich während der Trockenzeit in Erdbauten oder an ähnlichen Rückzugspunkten auf. Coloradokröten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie halten sich tagsüber meist in Gebüschen, Erdbauten oder unter Laub auf. In gewissen Zeiträumen, die sich vermutlich an dem Wachstum orientieren, müssen sich Coloradokröten häuten. Dabei versuchen sie sich ihrer alten Haut durch Winden und Aufreißen des Maules zu entledigen. Die alte Haut wird gefressen.

Coloradokröten gehören zu den giftproduzierenden Kröten. Insbesondere über ihre warzigen Drüsen im Nackenbereich sondern sie ein Sekret ab, das unter anderem Substanzen wie Bufadienolide, Catecholamine, Dopamin, Epinin, Adrenalin und Noradrenalin enthalten. Das Bufotenin ist ein halluzinogenes Alkaloid. Das Sekret dient zum einen der Abwehr von Fressfeinden und verhindert zum anderen den Befall von Parasiten und anderen Mikroorganismen. Bei Fressfeinden, die nicht allzu groß sind, kann dieses Gift auch zum Tode führen. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen Räuber wie Schlangen, Greifvögel und Raubtiere wie Marder, Katzen und Waschbären.

Coloradokröten fressen alles was in ihr Maul passt: Schnecken, Würmer, Spinnentiere und Insekten. Sie machen ihre Beute über die Bewegung der potentiellen Mahlzeit aus. Bewegungslose Tierewerden nicht erkannt. Da Coloradokröten nicht zu den schnellsten Jägern gehören, müssen sie die Beute relativ nah heran kommen lassen, bevor sie sie mit ihrer hervorschnellenden Zunge ergreifen können. Beutetiere werden grundsätzlich im Ganzen verschlungen.

Coloradokröte (Zoo Neuwied)

Coloradokröte (Zoo Neuwied)

Coloradokröten erreichen die Geschlechtsreife mit rund drei, manchmal auch vier oder fünf, Jahren dauern, bis die Gechlechtsreife erreicht wird. Die Paarunsgzeit beginnt mit dem Beginn der Regenzeit, meist ab November. Zu dieser Zeit kommen die Coloradokröten aus ihren Verstecken um sich zu paaren. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen sehr langen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Nach einigen Tagen kommt es im Wasser zur Eiablage. Das Weibchen stößt Stränge von Eiern durch Muskelkontraktion aus. Das Männchen gibt gleichzeitig sein Sperma ab, um die Eier zu befruchten. Die Laichstränge weisen eine Dicke von einem halben bis fast einem Zentimeter Dicke auf und können einige Meter lang sein. Die bräunlichen Eier, die einen Durchmesser von bis zu zwei Millimeter aufweisen, liegen dicht an dicht in dem Strang und sind in einer gallertartigen Masse eingebunden.
Damit die Laichstränge nicht abtreiben, werden die von beiden Geschlechtern in einer gemeinsamen Arbeit an Ästen oder ähnlichem befestigt. Die Anzahl der Eier variiert stark mit dem Alter des Weibchens. Meist werden einige Tausend Eier (2500 bis 5000) in mehreren Schüben abgelegt. Nach rund zwei Wochen der Embryonalentwicklung schlüpfen die Kaulquappen, die eine durchschnittliche Länge von etwa dreieinhalb bis vier Zentimeter sowie eine bräunliche Färbung aufweisen. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Dabei halten sie sich wegen der Wärme meist in den oberen Wasserschichten auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Algen und totem organischem Material sowie von Kleinstlebewesen. Sie verschmähen dabei selbst Aas nicht. Auch gestorbene Artgenossen bleiben nicht verschont. Die Metamorphose zur Jungkröte ist nach rund 30 bis 40 Tagen abgeschlossen. Zu diesen Zeitpunkt begeben sich die Jungfrösche dann an Land und geben ihr amphibisches Leben auf.

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