Portrait: Graukopfpapagei

Graukopfpapagei (Zoo Zlin)

Graukopfpapagei (Zoo Zlin)

Der Graukopfpapagei galt bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts als eine Unterart des Kappapageis. Genetische und morphologische Untersuchungen haben den Schluss nahegelegt, dass der Graukopfpapagei zwar mit dem Kappapagei eng verwandt ist, dass es sich hier jedoch um eine eigenständige Art handelt. Der Art werden zwei Unterarten zugerechnet: Kuhls Graukopfpapagei und Reichenows Graukopfpapagei.
Graukopfpapageien erreichen eine Größe von 35 cm bei einem Gewicht von 290 – 400 g. Das Gefieder ist größtenteils grün, Kopf und Nacken grau oder gelblichbraun, mit helleren oder dunkleren Stellen, die Stirn weist teilweise rote Federn auf. Zügel und Kehle sind dunkelbraun, Rücken und Flügeldecken braun bis schwarz. Die Farbe des Schnabels reicht von grau bis elfenbeinfarben, die Füße sind dunkelgrau. Um die Augen befindet sich ein grauer Ring, die Iris ist dunkelbraun.

Graukopfpapageien leben in Gambia, dem nördlichen Ghana und der Elfenbeinküste sowie im Norden der Republik Südafrika, Botswana, Simbabwe, Sambia, im Südosten der Demokratischen Republik Kongo, Burundi und Ruanda bis zum äußersten Süden von Uganda. Sie kommen außerdem in einzelnen Regionen von Namibia und Ostangola sowie im Westen von Mosambik und in Nordtansania vor.

Die genutzten Lebensräume scheinen sich nach den beiden bislang beschriebenen Unterarten zu unterscheiden. In Gambia sind Kuhls Graukopfpapageien überwiegend in dichten Mangrovenwäldern zu finden, die sich entlang von Flussufern ausdehnen. In Ghana sind die bevorzugten Lebensräume Wälder. Grundsätzlich hält sich diese Unterart in Wassernähe auf.
Reichenows Graukopfpapagei nutzt dagegen eine Reihe unterschiedlicher Lebensräume und ist in Wäldern verschiedener Vegetationszonen zu finden. Sie kommen im Tiefland ebenso vor wie im Hochland. Die maximale Höhenausbreitung erreicht diese Unterart im Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo sie bis in 4000 m Höhe zu beobachten sind. Sie nutzen dabei auch Trockenwälder. Die von ihnen bevorzugte Baumart ist der Afrikanische Affenbrotbaum. In einzelnen Untersuchungsgebieten wurde ausschließlich diese Baumart für die Anlage der Bruthöhlen genutzt.

Wie die überwiegende Zahl der Langflügelpapageien ist auch der Graukopfpapagei ein Nahrungsgeneralist, der Samen, Nüsse und Beeren einer Vielzahl unterschiedlicher Baum- und Straucharten frisst und auch den Blütennektar zu sich nimmt. Zum Nahrungsspektrum gehören unter anderem unreife Samenkerne der Mabolapflaume, des Nyalabaums und der Samtmyrrhe sowie reife Samen der Schwarzakazie, des Affenbrotbaums, des Kaffirbaums und Früchte der Mangroven und des Eisenholzbaums sowie der Kapfeige und der Eselsfeige.
Dieses breite Nahrungsspektrum unterscheidet den Graukopfpapagei auch vom Kappapagei. Dieser ist abweichend von den anderen Arten der Langflügelpapageien ein Nahrungsspezialist und frisst ausschließlich Früchte der Steineiben sowie in deutlich geringerem Umfang Früchte einer afrikanischen Art der Zürgelbäume.

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