4. Zooreise 2017 – Tag 2: Thüringen

Der Tag begann wie der andere aufgehört hatte…, mit Holländern, die sehr präsent (laut) im Frühstücksraum des Hotels waren. Wir hatten aber noch Glück, wir konnten noch einen der wenigen freien Plätze ergattern. Und das Buffet war nie leer. Das Hotelpersonal war aufmerksam und sehr nett (während unseres ganzen Aufenthalts …und das kann man nicht bei allen IBIS-Hotels behaupten, auch da gibt es Unterschiede, allerdings würde ich nicht sagen, dass man unfreundlich wäre, aber einige sind angenehmer im Umgang als andere)
Geplant waren am heutigen Tag der Tierpark Bad Liebestein, die Greifenwarte Falknerei am Rennsteig, zwei Schaubergwerke und das Miniaturenland Mini-A-Thür. Die Bergwerke und das Miniaturenland wurden mit der ThüringenCard abgedeckt. Damit wurde der zweite Tag genutzt, Tag drei war für eine andere Reise vorgesehen (September oder Oktober…)
Nach dem Frühstück, das so gut oder schlecht wie jedes andere Ibis Frühstück war, ging es weiter in den Tierpark Bad Liebenstein. Klein, aber fein mit neuen Südamerikahaus und immer wieder einen Besuch wert, auch wenn ich dort viel seltener bin als ich wollte. Eigentlich war ich dort erst einmal (2014).
Bei den Ouessantschafen war ziemlicher Lärm und es war unterhaltsam, den unterschiedlichen Stimmen zuzuhören.

Besucherbergwerk Finstertal

Besucherbergwerk Finstertal

Danach ging es weiter nach Schmalkalden ins Besucherbergwerk Finstertal. Wir kamen für eine Führung zu spät, aber nachdem wir auch die einzigen Gäste waren fuhren wir totzdem in die Grube ein und bekamen sozusagen eine Privatführung. Allerdings hatte ich mir das ganze etwas spektakulärer vorgestellt. Man bekommt zwar eine kleine Lichtshow mit fluoreszierenden Mineralien, aber ich habe schon spektakulärere Höhlen gesehen. Die Lichteffekte sind ganz nett und etwas Einzigartiges (auch wenn die Farben erstaunlich künstlich wirken).
Seit über 50 Jahren dokumentiert das Besucherbergwerk Finstertal anschaulich den Abbau von Roteisen und Manganerzen zwischen 1858 bis 1934. Über Tage kann man neben Zeugnissen bergbaulicher Tradition auch Edelsteine und Mineralien der Region besichtigen. Unter Tage erkundet man die etwa 350 m erschlossenen Bereich der Grube, sowie die Gezähekammer mit dem Arbeitsgerät der Bergleute.
Nach dem Besucherbergwerk Finstertal ging es zum nächsten Bergwerk ins benachbarte Trusetal, dem Besucherbergwerk Hühn. Diesmal waren wir eine grössere Gruppe und wir fuhren mit einer kleinen Bahn ein. Der Bergmann fährt immer ein, egal ob er tatsächlich fährt oder geht. Ein bisschen Bergmannssprache bleibt bei den Führungen durchaus hängen, aber wenn ich ehrlich bin sind mir natürliche Höhlen lieber als Bergbau. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir in letzter Zeit (dank der Thüringen- oder der HarzCard) viele Bergwerke besichtigt haben. Darunter waren interessante und weniger interessante (allerdings trifft das auch auf natürliche Höhlen zu).
Zwei Bergwerk hintereinander an einem Tag sind auch ziemlich anstrengend, zumal man doch viele Sachen mehrmals hört.
In Hühn wurde Fluss- und Schwerspar abgebaut.
In einer Dauerausstellung kann man anschließend über 500 Mineralien bestaunen sowie die originalgetreue Nachbildung einer Grube und das Modell einer im Ort ansässigen ehemaligen Spatmühle besichtigen.
Fluorit, auch unter der bergmännischen Bezeichnung Flussspat oder seiner chemischen Bezeichnung Calciumfluorid bekannt, ist das Calciumsalz der Flusssäure und ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der einfachen Halogenide. Fluorit kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung CaF2 und entwickelt kubische Kristalle mit vorwiegend würfeliger oder seltener oktaedrischer Kristallform sowie Durchdringungszwillinge, aber auch körnige, massige Aggregate.
Reiner Fluorit ist farblos und transparent, durch Verunreinigungen auch grau. Er kann jedoch durch Fremdbeimengungen fast alle Farben, zumeist in schwacher Intensität, annehmen. Verbreitet sind grüne, violette bis schwarzviolette und gelbe Kristalle („Honigspat“), aber auch blaue, rote und braune Fluorite werden gefunden. Ebenso kann häufig ein zonarer Farbwechsel beobachtet werden. Die Strichfarbe ist dagegen immer Weiß.
Industriell wird Fluorit hauptsächlich verwendet
als Hüttenspat in der Metallindustrie als Flussmittel für Schlacken im Eisenhüttenprozess, insbesondere als Zuschlag im Siemens-Martin-Ofen und im Elektrohochofen, und zur Herstellung von künstlichem Kryolith für die Aluminiumgewinnung,
als Säurespat für die Herstellung von Fluor und Fluorwasserstoffsäure sowie verschiedenen Fluoriden bzw. Folgeprodukten wie Fluorkohlenwasserstoffe und polymere Fluorverbindungen (z. B. Polytetrafluorethylen),
als keramischer Spat in der Glasindustrie als Fluss- und Trübungsmittel für z. B. Milchglas, Mattglas und opaleszierende Gläser, für keramische Werkstoffe und als Grundstoff für optische Linsen (CaF2-Einkristalle, Fluoridgläser auf Basis von Berylliumfluorid, Fluorit, und Natriumfluorid). Durch die Eigenschaft, das Lichtspektrum gleichmäßig zu brechen, lässt sich die chromatische Aberration von Objektiven ausgleichen. Problematisch ist hier, dass für Hochleistungsobjektive besonders große Kristalle benötigt werden, diese werden künstlich gezüchtet. Kristalle dieser Größe haben die Eigenschaft, sich durch Hitze (durch Sonneneinstrahlung) bereits derart zu verziehen, dass sie die Rechnung der Optik signifikant verändern.

Baryt, auch unter seinem Synonym Schwerspat und seiner chemischen Bezeichnung Bariumsulfat bekannt, ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate und Verwandte“.
Baryt entwickelt meist tafelige bis prismatische Kristalle, aber auch massige Mineral-Aggregate, die in reiner Form farblos oder von weißer Farbe sind, durch Fremdbeimengungen aber auch viele andere Farben annehmen können.
Die Hauptverwendung für Baryt ist in der Tiefbohrtechnik als Zusatz für Bohrspülungen. Der Grund hierfür ist die hohe Dichte des Baryts, mit dem ein hoher Schweredruck in der Flüssigkeit erzielt wird, der das Bohrloch stabilisiert und es ermöglicht, das durch den Bohrmeißel zerkleinerte Gestein an die Erdoberfläche zu transportieren.
Des Weiteren wird Baryt zur Herstellung von weißen Pigmenten wie Lithopone und von fotografischen Papieren verwendet und ist selbst auch im Colour Index unter C.I. Pigment White 22 und C.I. 77120 gelistet. Es ist ebenso Bestandteil von Schwerbeton wie von Kontrastmitteln bei Röntgenuntersuchungen des Magens. Baryt wird außerdem als Rohstoff zur Gewinnung von Barium abgebaut.
In der Automobilindustrie wird Baryt Kunststoffen und Dämmmatten beigemischt, um die Schalldurchlässigkeit zu vermindern.
Als Schmuckstein wird Baryt nur selten verwendet, da er zu weich (Mohs-Härte 3 bis 3,5) und empfindlich (vollkommene Spaltbarkeit) ist. Er wird von Sammlern bevorzugt in Form eines facettierten Achtecks geschliffen.
Als Zuschlagsstoff wird Schwerspat benutzt, um die Strahlendurchlässigkeit von Beton zu vermindern (Barytbeton). Einsatzgebiet sind beispielsweise Wände in Röntgenräumen im Krankenhaus oder Behandlungsräume in der Strahlentherapie.

Nach dem Bergwerk Hühn fuhren wir nach Ruhla, zur Greifenwarte Falknerei am Rennsteig. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Trusetaler Wasserfall vorbei. Der künstliche Wasserfall sah schon beim Vorbeifahren spektakulär aus. Obwohl auch Teil der ThüringenCard fuhren wir weiter. Sollten wir jemals wieder in die Gegend kommen (und die Zeichen dafür stehen nicht schlecht, bedenkt man wie oft wir in den letzten Jahren Thüringen unsicher gemacht haben), ist ein Besuch des Wasserfalls nicht auszuschließen.

In der Greifenwarte sahen wir uns die Greifvogelshow an. Die Show wurde mit Buntfalke Hercules begonnen, der sich auf den Köpfen einiger Gäste niederließ. Auch andere Vögel taten das. Das Publikum wurde oft in die Show einbezogen und langweilig wurde es nie. Leider begann es irgendwann zu nieseln und die Temperaturen sanken.
Nach der Show wärmten wir uns in der benachbarten Ruhlaer Skihütte bei einem Kaffee auf. Danach fuhren wir zurück ins Hotel. Das Mini a thür wollte ich bei Regen nicht besuchen. Irgendwann werden wir das Miniaturenland aber bestimmt besuchen.
Abends wollten wir im Augustiner Bräu in Eisenach essen, aber wir bekamen keinen Platz mehr. Als Alternative wählten wir die Tandoori Hut, vermutlich den unindischsten Inder den es gibt. Das Essen war passabel, aber nichts besonderes. Vielleicht hätten wir uns eine andere Traditionsgaststätte suchen sollen. Es hat sich auch gezeigt, dass man nicht unbedingt etwas auf Google-Bewertungen geben kann.

Den Rest des Abends verbrachten wir im Hotel. Und leider waren die Holländer immer noch da…

Mit der ThüringenCard haben wir nur die Eintritte in die Bergwerke „gespart“, insgesamt 9,50 €. Tja, so wirklich genutzt wurde die Karte zugunsten der beiden „Tierparks“ nicht, da uns auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte. Allerdings ist die Karte noch gültig, an einem Tag im September wird sie noch genutzt werden. Und wer weiß, vielleicht steht auch eine Anschaffung 2018 an.

Tierpark Bad Liebenstein
Greifenwarte Falknerei am Rennsteig

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