Blogparade: Außergewöhnliche Liebesromane


Es gibt sie noch, Blogparaden jenseits der Montagsfrage oder des Top Ten Thursdays. Und bei Blogparaden.de wird man auch wieder fündig, was unterschiedliche Themen anbelangt. Vielleicht wird es in Zukunft wieder mehr Blogparadenbeiträge mit nicht literarischem Bezug geben.
Das trifft (wie unschwer am Titel ersichtlich) auf diese Blogparade nicht zu.
Sophia von Sophias Bookplanet sucht Außergewöhnliche Liebesromane.
Sophia wagt auch eine kleine Definition eines „klassischen“ Liebesromans:
Mann und Frau treffen sich – Mann oder Frau haben gewisse Probleme – Schwierigkeiten treten auf – Mann und Frau finden doch zusammen
Die Geschlechter lassen sich beliebig austauschen, denn ob es sich um Liebesgeschichten von Mann/Frau, Frau/Frau oder Mann/Mann handelt, Liebesgeschichten ähneln sich, auch wenn die Probleme vielleicht etwas anders sind, aber im Endeffekt bleibt am Schluss ein Happy End.
Der Außergewöhnliche Liebesroman sollte das nicht bieten, obwohl es schon schwer ist jenseits der Normalität zu suchen.
Ich habe aber doch ein paar Beispiele gefunden, die man als Außergewöhnliche Liebesgeschichten bezeichnen könnte.
Love Story und Tanz auf meinem Grab habe ich schon in einem früheren Beitrag in diesem Blog erwähnt (nämlich hier).
Beide handeln vom Tod und erzählen doch zwei unterschiedliche Liebesgeschichten, die kein Happy End haben. Und dabei spielt es keine Rolle, dass es sich bei Love Story um Mann/Frau und bei TamG um zwei Jungs handelt. Der Tod beendet jede Beziehung. Und in beiden Büchern weiß man von Anfang an, wie die Geschichte endet. Aber bis es soweit istwerden zwei sensible Geschichten erzählt, die beide unterschiedliche Themen (Krebs und Homosexualität) aufgreifen und verarbeiten.

Das bisher geschriebene würde bereits ausreichen, um sich als Beitrag für die Blogparade zu qualifizieren, aber da ich beide Bücher bereits schon früher erwähnt habe und ich nicht immer dieselben Bücher erwähnen möchte (das passiert auch so schon oft genug und wird sich auch in Zukunft nicht vermeiden lassen … andererseits haben es einige Bücher auch verdient nicht vergessen zu werden) werde ich noch drei weitere (in meinen Augen) Außergewöhnliche Liebesgeschichten vorstellen:

P.S. Ich liebe dich
Und wieder geht es um den Tod.
Hollys Mann Gerry ist tot. Und Holly weiß nicht, wie sie alleine weiterleben soll. Doch dann entdeckt sie, dass Gerry ihr während seiner letzten Tage Briefe geschrieben hat. Mit Aufgaben für Holly. Sich endlich eine Nachttischlampe zu kaufen, beispielsweise. Oder öffentlich Karaoke zu singen. Aufgaben, die Holly ins Leben zurückführen.
Holly trauert – und Holly feiert. Holly weint – und Holly lacht. Holly erlebt das schwerste Jahr ihres Lebens – und mit Gerrys Hilfe eines voller Erlebnisse, Überraschungen, ungeahnter Freundschaft und Liebe.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich das Buch gar nicht kenne, sondern nur die Verfilmung. Es mag zwar Unterschiede geben, aber der Film hat mir gefallen.
Lust auf das Buch hat er jedoch nicht gemacht.

Die Geheimnisse von Pittsburgh
Diesmal geht es nicht um den Tod und eine richtige Liebesgeschichte ist es auch nicht, obwohl die Liebe eine Rolle spielt.
Das Buch handelt von Art Bechstein und seinem letzten freien Sommer, den er nach Beendigung des Colleges erlebt. Er trifft hierbei auf zahlreiche skurrile und exzentrische Personen, aber auch auf Liebe und Sex, mit ebenso skurilen Personen. Es sind neue Erfahrungen, die Art dabei macht und wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, bleibt ein wohliges Gefühl, gepaart mit etwas Traurigkeit, zurück.
Ein schönes Buch, das die Liebe nicht in den Vordergrund stellt, aber doch wird eine (oder eigentlich zwei) Liebesgeschichten erzählt. Und noch einiges mehr.
Auch dieses Buch wurde verfilmt, aber diesmal kenne ich den Film nicht. Außerdem gehörten Die Geheimnisse von Pittsburgh zu den Büchern, die ich mir nicht als Film ansehen würde. Dazu ist das Buch zu schön.

Dracula, Filmplakat 1992

Dracula, Filmplakat 1992

Dracula
Dracula als Liebesroman?
Irgendwie schon. Ich habe den Roman schon immer (oder zumindest seit ich ihn tatsächlich gelesen habe) als Liebesgeschichte gesehen, weniger als Horrorroman. Liebesgeschichten zwischen Menschen und Vampiren sind ja in letzter Zeit durchaus als häufig zu betrachten (nicht erst seit Stephenie Meyer), aber doch bleibt die Geschichte zwischen Mina Harker und Dracula einzigartig. Es gibt kein Happy End (zumindest nicht für Dracula) und die Erzählweise als Briefroman ist auch gewöhnungsbedürftig. Der Roman besteht formal aus einer Folge von Tagebucheintragungen, Mitschriften von Phonographaufnahmen, Briefen und Zeitungsartikeln, so dass die Gefühlswelt meist kalt bleibt und auch der Gruselefekt (den man aus zahlreichen meist nicht sehr werksgetreuen Verfilmungen kennt) bleibt auf der Strecke. Trotzdem kann man dem Roman nicht eine gewisse Faszination abstreiten.
Es ist ein klassischer Roman mit einer nicht klassischen Liebesgeschichte (die vielleicht auch ein bisschen einseitig ist), aber es wird viel geboten: Abenteuer, Liebe, Verlobungen (und Todesfälle), Wahnsinnige, Enthauptungen, „Exotische“ Schauplätze, Vampire, Cowboys … uvm.
Ich habe mich übrigens bewusst für das Filmplakat des Francis Ford Coppola-Flms entschieden und nicht für das Buchcover. Untertitel des Films: Love never dies (Liebe stirbt nie), eine der wenigen Hinweise, dass sich hinter DRACULA auch eine Liebesgeschichte verbirgt.

Noch bis zum 27.11.2017 kann man sich an der Blogparade beteiligen.

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6 Antworten auf Blogparade: Außergewöhnliche Liebesromane

  1. Gerd Duerner sagt:

    Hmm, „Love Story“ ist schon so lange bei mir zum Lesen vorgemerkt.
    Seit ich den Film angesehen habe (zugegeben, eigentlich fast nur wegen Ali McGraw).

    Meine ältere Schwester hätte das Buch ja gehabt (und „Oliver’s Story“, welches jedoch nicht sehr gut sein soll), aber damals war ich noch im „Iiiih, Liebe!“ Alter. 😀

    • Martin sagt:

      Hallo Gerd,
      den Film kenne ich nicht, auch nicht Olivers Story, obwohl ich natürlich von beidem gehört habe. Aber irgendwie habe ich keine Lust den Film zu sehen.
      Ich weiß auch gar nicht mehr, was mich dazu bewogen hat das Buch zu lesen. Es gehört nicht so wirklich in die Bücher, die ich lese. Aber bereut habe ich es nie.
      Liebe Grüße
      Martin

  2. Blackfairy71 sagt:

    Hallo Martin!
    „Dracula“ ist mein Lieblingsbuch und ich hatte zunächst selbst vor, ihn hier als Beispiel zu bringen, denn auch für mich ist es kein wirklicher Horror, sondern eher eine romantische Schauergeschichte. Und irgendwie auch eine tragische Liebesgeschichte.
    LG, Blackfairy

    • Martin sagt:

      Hallo Blackfairy,
      Ich sehe das wie du. Schade, dass Dracula immer auf den Horror reduziert wird. Vermutlich sind die alten Vampirfilme schuld daran.
      LG Martin

  3. j125 sagt:

    Hey Martin,

    deine ersten beiden Empfehlungen sind schon mal gar nichts für mich. Ich meide traurig Bücher, besonders wenn es durch den Tod traurig wird. Und wenn es dann auch noch um Krebs geht, ist es bei mir eh vorbei.

    „P.S. Ich liebe dich“ habe ich vor vielen vielen Jahren gelesen, als ich noch Krebsbücher lesen konnte. Ich fand das Buch leider schrecklich und finde es das mit Abstand schwächste Buch der Autorin. Den Film habe ich ziemlich schnell wieder abgeschaltet, weil ich ihn so langweilig fand. Aber ich war vermutlich auch durch das Buch vorbelastet.

    Dracula habe ich nie gelesen oder gesehen, weil mich Vampire (weder die mit Glitzer, noch die ohne) nie interessiert haben. Aber ich hätte es dennoch nie bei den Liebesromanen eingeordnet. Aber gerade deshalb scheint es ja gut in die Blogtour zu passen.

    Auch wenn mich von deiner Auswahl nichts anspricht, finde ich sie super interessant.

    Liebe Grüße
    Julia

    • Martin sagt:

      Hallo Julia,
      die Geschmäcker sind verschieden und es ist tatsächlich Zufall, dass sich meine Beispiele um Krebs und Tod drehen. Dabei ist Tanz auf meinem Grab nicht traurig. Ich habe das nur gelesen, weil ich etwas ganz anderes erwartet habe (etwas, das mehr in Richtung Nekrophilie ging, aber ich wurde angenehm überrascht). Ich lese nicht so viele Liebesgeschichten (und wenn sind sie, vielleicht abgesehen von der Umgebung) eher als klassisch zu bezeichnen.
      Bei Dracula ist es gerade angenehm, dass der Vampiraspekt zwar ständig vorhanden ist, die Darstellung aber nicht übertrieben ist.
      Von Cecelia Ahern habe ich noch nichts gelesen, das reizt mich auch nicht sonderlich. Aber mir hat der Film gefallen, vielleicht auch, weil ich das Buch nicht kenne (sowas soll ja vorkommen).
      Liebe Grüße
      Martin

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