Blutegel als Haustiere?


Blutegel als Haustiere? Ihhhhh. Schlimmer als Vogelspinnen. Solche Blutsauger kommen mir nicht ins Haus.
Ich habe nicht gewusst, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich Blutegel als Haustiere halten. Aber warum auch nicht. (Medizinische) Blutegel können faszinierende Tiere sein (und haben es nicht verdient für eklig gehalten zu werden, vor allem, wenn man bedenkt welchen Nutzen sie in der Medizin haben).
In meine Vasen kommt mir aber kein Blutegel (diese sind nicht ausbruchssicher, zumindest was Krebse oder auch Blutegel anbelangt).
Blutegel sind (auch wenn es sich um einheimische Tiere handelt) doch sehr exotische Haustiere und wenn man nach Literatur sucht wird man
nicht fündig. Jedenfalls ist es mir nicht gelungen Bücher über die Blutegelhaltung zu finden, und ob groß darauf in der Egelthearpie eingegangen wird, weiß ich nicht.
Zur Anwendung von Blutegeln bei Mensch und Tier gibt es aber einiges:

Wichtig für die Haltung ist in erster Linie, dass Medizinische Blutegel zu den geschützten Arten zählen. Man kann sie also nicht einfach aus dem nächsten Teich sammeln. Das gilt für Deutschland, der Schweiz, Frankreich und weiteren Ländern Europas.
Durch den vermehrten Einsatz Medizinischer Blutegel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die natürlichen Blutegelbestände stark dezimiert. Mittlerweile ist die Art in Europa nur noch in wenigen Gebieten in ihrer natürlichen Umgebung zu finden.

Blutegel sind ein apothekenpflichtiges Arzneimittel (?).

Die Haltung der Blutegel kann in normalen Aquarien erfolgen. Für die kurzfristige Haltung von bis zu 100 Blutegel genügen 4l-Becken.
Ich gehe aber davon aus, dass der Aquarianer, der Blutegel aus Liebhaberei hält, eher weniger Tiere in größeren Aquarien hat.
Inwieweit eine Gemeinschaftshaltung von Fischen oder Krebsen mit Blutegeln sinnvoll ist, kann ich nicht sagen.
Das Blutegelbecken kann bis zur Hälfte mit Teichwasser, chlorfreies Leitungswasser oder stilles Mineralwasser. Das Aquarium muss ausbruchsicher sein, allerdings auch luftdurchlässig, wenn man nicht will, dass die Blutegel ersticken.
Der natürliche Lebensraum des Blutegels sind vor allem eutrophe, schlammige Stillgewässer mit reicher Verkrautung aus submersen Makrophyten (Wasserpflanzen). Eine entsprechende Aquarieneinrichtung schadet nicht, auch wenn man Blutegel in sehr spartanischen Aquarien unterbringen kann.
Der Blutegel streift seine Schleimhülle alle 2 bis 3 Tage ab. Steine am Aquarienboden erleichtern Um dem Blutegel dieses abstreifen zu erleichtern das Abstreifen.erfolgen.
Schleimringe die im Wasser schwimmen sind normal und zeigen an, dass die Blutegel gesund sind. Ein Teilwasserwechsel sollte regelmäßig erfolgen.

Blutegel sind sehr genügsam, was die Ernährung anbelangt. Ein- bis dreimal im Jahr sollte man erwachsene Tiere füttern, Jungtiere öfter. Dient man selbst als Spender ist darauf zu achten, dass keine weitere Person dem Egel Blut spendet (zur Vermeidung eventueller Krankheiten). Befinden sich die Tiere in Winterruhe darf auf eine Fütterung verzichtet werden.
Frisch gefütterte Tiere sollte man von hungrigen Tieren separieren, da es zu Übergriffen kommen kann. Nach der Blutaufnahme kann es zu Erbrechen (der Tiere) kommen, daher sind häufigere Wasserwechsel erforderlich. Nach dem Füttern sollte man die Egel also gu beobachten.

Auf Zusätze von Antikoagulantien sollte verzichtet werden, koaguliertes Blut (Blutkuchen) wird durch Speichel der Egel verflüssigt. Egel können in fest verschließbaren Gefäßen direkt in das Blut gesetzt werden. Alternativ kann Hirudo direkt am Pfleger angesetzt werden, Nachblutungen können der Ernährung von Jungtieren bzw. Limnatis und Placobdella dienen. Die Tiere dürfen zu jeder Mahlzeit nur am selben Pfleger saugen, um eventuelle Krankheitsübertragungen zu vermeiden. Fütterung ein- bis dreimal pro Jahr (Adulti, Jungtiere nach Bedarf öfter), während Winterruhe nicht. Frisch gefütterte Hirudo separieren, da Übergriffe von hungrigen Exemplaren möglich. Nach Blutaufnahme erhöhter Stoffwechsel, nicht selten Erbrechen, daher meist häufiger Wasserwechsel erforderlich.
Man kann den Tieren aber auch Schlachttierblut gben. Auf Zusätze von Antikoagulantien sollte verzichtet werden, koaguliertes Blut wird durch Speichel der Egel verflüssigt. Man kann die Egel in einem ausbruchsicheren Gefäß direkt ins Blut geben.

Es gibt aber noch Alternativen zum Blutegel, die auch andere Anforderungen an die Haltung stellen.

Ob Egel aber jemals die Beliebtheit von Skorpionen oder Vogelspinnen erreichen werden kann ich mir nicht vorstellen.

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