Gattungen der Coelophysoidea

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Gojirasaurus quayi  (© N. Tamura)

Gojirasaurus quayi (© N. Tamura)

Gojirasaurus („Godzilla-Echse“; jap. ゴジラ (Gojira) – Godzilla, gr.: sauros – Echse) ist eine Gattung von frühen theropoden Dinosauriern aus der Zeit der Obertrias von Nordamerika. Einzig die Typusart G. quayi wurde von Kenneth Carpenter 1997 gemeinsam mit der Gattung wissenschaftlich beschrieben.
Gojirasaurus wurde 1997 anhand eines unvollständigen fossilen Skelettes eines Jungtieres beschrieben. Zu den Fundstücken gehörten Zähne, einige Wirbelknochen und ein Schulterblatt ebenso wie Rippenknochen (auch Bauchrippen (Gastralia)), das Schambein (der vorderste der drei Beckenknochen), Chevronknochen und Mittelfußknochen. Der Gattungsname bezieht sich auf „Gojira“, den japanischen Namen für das Filmmonster Godzilla. Das Epitheton der Art steht für den Fundort im Quay County, US-Bundesstaat New Mexico. Das noch nicht ausgewachsene (semiadulte) Tier hatte eine geschätzte Länge von 5,5 Metern. Mit diesen Ausmaßen gehörte Gojirasaurus zu den größten bekannten Coelophysiden und zu den größten Raubdinosauriern der Triaszeit.
Viele Autoren sehen die Gattung jedoch anders als Carpenter nicht als Coelophysiden, sondern als Vertreter der weiter gefassten Coelophysoidea.

Coelophysis ist eine besonders leicht gebaute Gattung wurde bei einer Länge von bis zu etwa 2,5 Metern geschätzte 20 bis 30 Kilogramm schwer. Coelophysis lebte in der Zeit der Obertrias (Norium bis Rhaetium) hauptsächlich im feuchtwarmen Küstenwald des heutigen Südwestteils Nordamerikas. Es ist nur die Typusart Coelophysis bauri bekannt.
Diese Art wurde 1889 erstmals von Edward Drinker Cope beschrieben nach Fossilien, die von David Baldwin acht Jahre zuvor gefunden wurden. Seinen Namen erhielt der Coelophysis bauri von Coles Präparator Baur. Die wichtigste Studie dieser Tierart führte Edwin Harris Colbert 1947 durch.
Die Knochen waren, charakteristisch für Theropoden, hohl, die Gliedmaßen lang und schlank. Der Schädel war schmal und niedrig, der Hals länger als der Rumpf. Die Bezahnung bestand aus kleinen Zähnen mit bohrenden Spitzen.
Das Becken (Sacrum) war aus fünf Rippenpaaren aufgebaut, die beim erwachsenen Tier mit den Sakralwirbeln und dem obersten Beckenknochen, dem niedrigen und sehr lang ausgebildeten Darmbein (Ilium), zusammengewachsen waren. Ein weiterer Beckenknochen, das Schambein (Pubis), war ein schmaler, abgeflachter Stab, der weit nach vorne ragte. Die beiden Einzelknochen des Schambeins, die Pubes, waren vorn entlang der Mittellinie miteinander verwachsen, ohne wie bei vielen anderen Theropoden eine schuhförmige Platte zu bilden. Das Sitzbein (Ischium), der hinterste (kaudale) Teil des Beckens, war ursprünglich gebaut und wie bei den übrigen frühen Dinosauriern ein nach hinten gerichteter flacher Stab.
Der Schwanz war sehr lang und bildete das Gegengewicht für den präsakralen (dem vor dem Becken gelegenen) Teil des Körpers. Das Schulterblatt war lang und schmal, das Rabenbein (Coracoid), ein weiterer Knochen des Schultergürtels, dagegen eine kleine ovale Platte. Die für Theropoden kennzeichnende Rückbildung des Schlüsselbeins vergrößerte die Beweglichkeit der Arme. Die Anatomie der schlanken Vordergliedmaßen gibt keine Hinweise auf eine vierbeinige Fortbewegung (Quadrupedie). Die dreistrahlige (aus drei Fingern bestehende) Hand war als Greifhand ausgebildet. Die Knochen des Unterschenkels, Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula), waren etwa 20 Prozent länger als der Oberschenkelknochen (Femur), die Fußwurzel (Tarsus) war weitgehend reduziert.
Lange Zeit wurde Kannibalismus bei dieser Gattung angenommen, denn Überreste in der Darmgegend großer Exemplare wurden als solche von Jungtieren gedeutet. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2006 ergab jedoch, dass diese Interpretation auf eine ungenaue Analyse zurückzuführen war. Bei den versteinerten Nahrungsresten handelte es sich um Knochen von Vorfahren der heutigen Krokodile (Crocodylomorpha).
Es wurden zwei unterschiedliche Formen von Coelophysis identifiziert, robuste und schlanke. Paläontologen nahmen an, dass es Männchen und Weibchen waren, es sich also um einen Fall von Geschlechtsdimorphismus handelt.
Die besten der tausenden von Skeletten stammen aus dem Petrified-Forest-Member der Chinle-Formation und wurden 1947 von Edwin Colbert auf dem Gelände der Ghost Ranch im US-Bundesstaat New Mexico (USA) gefunden. Es wird vermutet, dass die Tiere an einer vertrockneten Wasserquelle verdurstet sind und anschließend von einer Sturzflut ins Gebiet der Ghost Ranch geschwemmt wurden.

Liliensternus liliensterni (© N. Tamura)

Liliensternus liliensterni (© N. Tamura)

Liliensternus (früher auch Halticosaurus, die „springende Echse“) war ein mittelgroßer theropoder Dinosaurier, der in der Obertrias (spätes Norium) im heutigen Deutschland lebte. Der etwa 5,15 m lange Coelophysoide wird auf ein Gewicht von etwa 127 kg geschätzt.
Der Raubsaurier wurde nach Hugo Rühle von Lilienstern benannt, der am 1. August 1934 ein paläontologisches Museum in den Nebengebäuden seines Schlosses in Bedheim eröffnet hatte, in dem auch die kurz zuvor entdeckten Saurierfunde vom Gleichberg bei Römhild gezeigt wurden. Das Museum wurde 1969 aufgelöst, die Funde befinden sich heute im Naturkundemuseum der Humboldt-Universität zu Berlin.
Obwohl seine Zugehörigkeit zur Coelophysoidea als gesichert gilt, ist immer noch unklar, zu welcher Familie Liliensternus gehört. In der älteren Literatur wird dafür häufig die Halticosauridae verwendet. Diese Familie ist jedoch umstritten. Viel wahrscheinlicher ist es dagegen, dass er zu einer Gruppe von Coelophysoiden gehört, welche vom Stammbaum der Coelophysidae abzweigte und möglicherweise am Ausgangspunkt für die späteren Dilophosaurier stand.
Früher wurde neben der Typusart Liliensternus liliensterni auch ein in Frankreich gefundener Dinosaurier zur Gattung Liliensternus gezählt und als Liliensternus airelensis beschrieben. Nach neueren Untersuchungen wurde diese Art aber in eine eigene Gattung (Lophostropheus) gestellt.

Procompsognathus war ein kleiner, in Nordeuropa beheimateter fleischfressender Dinosaurier. Die bisher einzige beschriebene Art P. triassicus lässt sich auf die späte Trias (mittleres Norium) datieren. Der fünffingrige Saurier dürfte sich vorwiegend von kleineren Echsen und Insekten ernährt haben.
Procompsognathus war etwa 1,20 Meter lang und lief auf seinen Hinterbeinen (Bipedie). Entsprechend dieser Gangart waren seine Hinterbeine lang, die Vorderbeine dagegen kurz und mit langen Händen und Krallen ausgestattet, die ein Ergreifen von Beutetieren ermöglichten. Der Kopf hatte eine lange und schmale Schnauze, die mit vielen kleinen Zähnen bestückt war. Der Schwanz war lang und steif. Procompsognathus lebte in trockenen Gebieten und jagte wahrscheinlich vor allem Insekten, Eidechsen und andere Beutetiere.
Das einzige überlieferte Fossil des Procompsognathus triassicus ist in einem sehr schlechten Erhaltungszustand, dadurch ist es schwierig, genauere Merkmale und somit eine taxonomische Einordnung vorzunehmen. Im Regelfall wird Procompsognathus als Theropode eingeordnet, allerdings gibt es auch Wissenschaftler, die ihn außerhalb der Dinosaurier in die Ornithodira stellen.
John Ostrom untersuchte den Fund 1981 neu, ordnete ihn als Dinosaurier ein, widersprach aber einer Verwandtschaft mit Compsognathus, wie sie noch Fraas annahm. Rupert Wild und Paul Sereno hielten den Fund des Holotyps für eine Chimäre, wobei sie den Schädel dem mit den Krokodilen verwandten Saltoposuchus zuordneten und nur den Hinterteil einem Coelophysidae. Der Einordnung des Schädels widersprach 1993 Sankar Chatterjee.
Nach Rauhut and Hungerbuhler (2000) besitzen die Wirbel diverse Merkmale, die für eine Einordnung in die Coelophysidae oder Ceratosauridae sprechen und Carrano et al. (2005) kommen bei ihrer Untersuchung des nahe verwandten Segisaurus zu dem Schluss, dass beide Arten zu den Coelophysidae gehören.
Umstritten ist auch die Einordnung zweier weiterer Funde aus demselben Steinbruch, ein Schädel (doppelt so groß wie beim Holotyp) von 1908 und eine linke Hand von 1909. Sie wurden früher (Friedrich von Huene 1921) ebenfalls Procompsognathus zugeschrieben wurden. Nach John Ostrom (1982) gehören sie jedoch nicht zur selben Taxon wie der Holotyp.
Seinen Namen erhielt der Procompsognathus von Eberhard Fraas im Jahr 1913, der davon ausging, dass es sich bei diesem Saurier um einen Vorfahren des Compsognathus handelt. Das Holotyp-Exemplar wurde 1909 im Steinbruch Burrer am Stromberg bei Pfaffenhofen gefunden. Es ist auf drei Gesteinsblöcke verteilt, der Schädel von 6-7 cm Länge ist stark deformiert.

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