Portrait: Nördlicher Gelbwangen-Schopfgibbon

Ordnung: Primaten (Primates)
Überfamilie: Menschenartige (Hominoidea)
Familie: Gibbons (Hylobatidae)
Gattung: Schopfgibbons (Nomascus)
Art: Nördlicher Gelbwangen-Schopfgibbon (Nomascus annamensis)
Nördlicher Weißwangengibbon (Zooparc Overloon)

Nördlicher Weißwangengibbon (Zooparc Overloon)

Männliche Nördliche Gelbwangen-Schopfgibbons erreichen eine Kopfrumpflänge von bis zu 46 cm, während Weibchen mit 42 cm etwas kleiner bleiben. Das Gewicht beträgt 7 kg. Diese Art ist größtenteils kaum von dem Südlichen Gelbwangen-Schopfgibbonzu unterscheiden. Wie alle Arten seiner Gattung besitzt der Nördliche Gelbwangen-Schopfgibbon einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Die Männchen sind schwarz gefärbt mit einem Braunstich auf der Brust und gelbbraunen Wangen, deren Haare nach außen gerichtet sind. Weibchen sind blass bis orangegelb gefärbt und haben einen schwarzen, verschieden großen Scheitelfleck und einen dunklen Fleck auf der Brust. Säuglinge werden mit weißlich-gelbbraunem Fell geboren, das sich dann schwarz verfärbt. Männchen behalten diese Färbung, während Weibchen mit der Geschlechtsreife gelbbraunes Fell bekommen.

Der Nördliche Gelbwangen-Schopfgibbon kommt im zentralen Annamitengebirge im südlichen Laos und im zentralen Vietnam vor. Der Mekong bildet dabei die Westgrenze seines Vorkommens. Die Grenze zum Verbreitungsgebiet des Südlichen Gelbwangen-Schopfgibbons (N. gabriellae) bildet der Ba-River, die zum Verbreitungsgebiet des Südlichen Weißwangen-Schopfgibbons die Flüsse Banghiang in Laos und Tach Han in Vietnam.

Immergrüne und halbimmergrüne Laubwälder bilden den Lebensraum dieser Art. Sie kommt in Höhen von 50 bis 1205 m über dem Meeresspiegel vor.

Nördliche Gelbwangen-Schopfgibbons sind tagaktive Baumbewohner. Die Aktivität beginnt kurz vor der Dämmerung, meist mit lauten Rufen, welche gegen 7 Uhr morgens enden. Eine Studie zeigte, dass sie Art 38 % des Tages mit Fressen, 36 % mit Ausruhen, 19 % mit dem Wandern durch das Revier und 7 % mit sonstigen Dingen verbringt. Sie leben in monogamen Familiengruppen, die aus einem Paar und dessen Nachwuchs bestehen. Das Revier einer Gruppe war ca. 50 ha. groß.
Es sind nur begrenzt Angaben zum Speiseplan des Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbons bekannt. Zwei kurze Studien zeigen, dass auch diese Art hauptsächlich Früchte frisst, aber auch Blätter, junge Triebe und Blumen nicht verschmäht. Es ist ein Fall bekannt, bei dem ein Weibchen ein junges Finlayson-Hörnchen erbeutet und gefressen hat. Auch das Teilen von Futter wurde beobachtet sowie das Erbeuten von Echsen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen