5. Zooreise 2017 – Tag 6: Unter und über Wasser ….und Bielefeld…

Blick vom Möhneseeturm

Blick vom Möhneseeturm

Es regnete immer noch, was die Planung des heutigen Tages auch etwas schwieriger gestaltete. Sowohl das Oberhausener Sea Life, als auch das Neanderthalmuseum in Mettmann öffneten erst um zehn. Google sagte eine Fahrtdauer von 45 Minuten von Wuppertal nach Oberhausen voraus, Mettmann lag noch näher. Kurzfristig hatte ich auch den Münsteraner Zoo ins Auge gefasst, aber so Allwetter wie der Name sagt ist er auch nicht, das habe ich ja schon vor ein paar Jahren gesehen (siehe hier) da wäre Indoor besser (vor allem nachdem sich auch Bochum nicht als 100%-Regentauglich erwiesen hat (wenn man das Aquarium nicht verlassen will), also doch wieder Sea life und Museum.
Das bedeutete aber auch, dass wir erst etwas Zeit im Hotel totschlagen mussten.
Immerhin habe ich einen Gutschein für das Sea life gefunden, das macht den Eintritt nicht ganz so teuer.
Im grössten deutschen Sea life waren wir auch länger als in allen anderen Sea life centern bisher, sieht man von Königswinter ab, aber da hatten wir eine Backstage Führung.
Unsere normalen Aufenthaltszeiten im Sea Life betragen ca. 30 Minuten, in Oberhausen waren es 45.
Aber Sea Life bleibt Sea Life und nach wie vor kann ich mich nicht damit anfreunden, auch wenn ich ein regelmässiger Besucher bin (warum auch immer)…wenn es nur nicht so teuer wäre (aber man findet immer irgendwo einen 2für1-Gutschein). Immerhin war das Parkhaus im CentrO kostenfrei …das ist ja auch nicht selbstverständlich.

Nach unserem Besuch im Sea Life war das Wetter auch besser geworden und so hielten wir uns an unseren ursprünglichen Reiseplan.
Geplant waren der Besuch des Möhnesee, bzw. der dortige Aussichtsturm und die Talsperre, dem Tierpark Olderdissen und dem Tierpark in Herford.
Den Aussichtsturm habe ich alleine besucht, die Konstruktion war mit der Höhenangst meines Freundes nicht zu vereinbaren, aber viel verpasst hat er nicht.

Blick vom Möhneseeturm

Blick vom Möhneseeturm

Angeblich hätte man die Staumauer vom Turm aus sehen können, ich hab das nicht, aber da war ich wohl Bild, auf den gemachten Fotos kann man sie erkennen.
Danach sind wir zur Staumauer und haben sie von oben und unten angesehen, nicht, dass wir bisher viele gesehen hätten, aber das dürfte die grösste gewesen sein. Und die älteste…

 

Entwurf der Möhnetalsperre, Architekt Franz Brantzky, 1907

Entwurf der Möhnetalsperre, Architekt Franz Brantzky, 1907

Berechnungen des zukünftigen Bedarfs an Trink- und Brauchwasser für das wachsende Ruhrgebiet im Jahre 1904 hatten ergeben, dass zu den bereits vorhandenen Talsperren im Flusssystem der Ruhr mit einem Stauvolumen von 32,4 Mio. m³ die dreifache Menge erforderlich wäre, nämlich etwa 100 Mio. m³ Stauraum. Bis zum Jahr 1925 schätzte man sogar ein Anwachsen auf fast 200 Mio. m³. Daher wurde von der Generalversammlung des Ruhrtalsperrenvereins am 28. November 1904 eine Satzungsänderung zum Bau eigener Talsperren beschlossen. Am 22. Mai 1905 wurde zum ersten Mal über den Plan gesprochen, im Möhnetal eine große Talsperre zu bauen. Die Möhnetalsperre wurde daraufhin in den Jahren 1908 bis 1912 nach Plänen des Regierungsbaumeisters Ernst Link und nach einem Entwurf des Kölner Architekten Franz Brantzky für die Staumauer mit einem Kostenaufwand von 23,5 Millionen Mark erbaut und am 12. Juli 1913[1] vom Ruhrtalsperrenverein eingeweiht. Im Jahr der Einweihung war die Talsperre die größte Stauanlage in Europa. Der ehemalige Ort Kettlersteich versank vollkommen im Wasser. Das Dorf Delecke (Alt-Delecke) wurde ebenfalls zum größten Teil geflutet. Dem See mussten 140 Gehöfte mit 700 Menschen weichen.
Die Möhnetalsperre wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen britischen Bombenangriff, geleitet durch Wing Commander Guy Gibson, in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 stark beschädigt (Operation Chastise/Züchtigung). Um die Abwehranlagen am Stausee zu umgehen, wurden speziell für diesen Zweck konstruierte Rollbomben von der Avro Lancaster (Squadron Dam Busters) abgeworfen; heute ist im Inneren der Staumauer ein Nachbau einer solchen Bombe ausgestellt. Die damaligen Bomben sprangen durch Eigendrehung auf dem Wasser über die Torpedofangnetze hinweg in Richtung Staumauer, schlugen mit geringem Restschwung gegen diese, sanken zum Mauersohlengrund ab und detonierten in einer Tiefe von etwa 10 oder 15 Metern. Eine von mehreren in kurzer Folge abgeworfenen Bomben erreichte ihr Ziel und führte zur Mauerbeschädigung. Der Stauraum war im Mai 1943 voll gefüllt.
Es entstand so zunächst ein kleiner Riss, der sich durch den Druck der ausströmenden Wassermassen schnell erweiterte und zuletzt eine trapezförmige Lücke mit 77 m Breite und 22 m Tiefe ergab. Aufgrund der hierdurch entstandenen Flutwelle, die sich über die Möhne bis weit ins Ruhrtal ergoss, kamen verschiedenen Angaben zufolge mindestens 1284 oder sogar über 1600 Menschen ums Leben. Der von der Abwurfstelle am weitesten entfernte Todesfall in Zusammenhang mit der Flutwelle ereignete sich in Essen-Steele, über 100 km jenseits der Staumauer. Ein Mahnmal am früheren Kloster Himmelpforten erinnert heute an die Toten der Katastrophe. Neheim, heute ein Stadtteil von Arnsberg, wurde besonders schwer getroffen; die Flutwelle war dort über 12 Meter hoch. Die meisten Menschen kamen im Neheimer Zwangsarbeiterlager Möhnewiesen ums Leben. In Neheim gibt es vor der St. Johannes Kirche eine weitere Gedenkstätte.
Zweck dieses Angriffs, bei dem gleichzeitig auch die Edertalsperre und der Sorpesee angegriffen wurden, war mittelbar die Beeinträchtigung der Rüstungsindustrie im Ruhrgebiet; der Sorpedamm wurde aufgrund seiner speziellen Bauweise aus Beton mit Erd- und Steinüberschüttung kaum beschädigt.
Der Wiederaufbau der Staumauer unter einem Aufgebot von mehreren tausend Arbeitskräften rund um die Uhr und unter Verwendung der ursprünglichen Baumaterialien wurde, trotz der damals sehr angespannten allgemeinen Material- und Kräftelage, unmittelbar nach der starken Beschädigung eingeleitet und konnte schon am 3. Oktober 1943 mit dem Auftragen der Fahrbahndecke auf der Dammkrone abgeschlossen werden. Der schnelle Fortgang der Arbeiten wurde schließlich auch durch die Nazi-Propaganda ausgenutzt, um der kriegsmüden Bevölkerung zumindest kleine Erfolge vorzuführen. Der Einfluss des Angriffes auf die Kriegswirtschaft des Ruhrgebietes war nicht so nachhaltig ausgefallen, wie von den Alliierten ursprünglich erhofft. Sie griffen die Großbaustelle bzw. die dann fertiggestellte Staumauer bis Kriegsende nicht mehr an.
Von 1972 bis 1979 fand eine umfassende Sanierung der Möhnetalsperre statt. Durch Sprengungen legte man entlang der Gründungssohle der Staumauer einen Kontrollgang an, von dem aus die Mauer verpresst (abgedichtet) und mit Drainagebohrungen versehen wurde.
Auch auf der freien Seite der Staumauer nagte am Mauerwerk der Zahn der Zeit. Durch die Risse drang Wasser ins Mauerwerk, einsetzender Frost beschädigte Steine. In den entstandenen Hohlräumen sammelten sich Samen an, keimten und bildeten Baum- und Strauchwerk aus, welches mit seinen Wurzeln die Mauer weiter schädigte. Von 1992 bis 2000 wurden umfassende Sanierungsarbeiten an der etwa 2,5 ha umfassenden Luftseite vorgenommen. Das zog sich auch deshalb so lange hin, weil Stein- und Fugensanierungen nur im Sommerhalbjahr durchgeführt werden konnten.
Wie bei vielen anderen Stauseen finden sich unterhalb der Wasseroberfläche Relikte aus vergangenen Tagen. Im Spätsommer 2003 musste wegen Reparaturarbeiten an den Absperrschiebern des Hevevorbeckens der Wasserstand so weit abgesenkt werden, bis das Hevebecken vollständig entleert war. Zum Vorschein kam die alte Brücke mit der über ihr verlaufenden Straße.
Aufmerksam wurden wir auf die Talsperre durch eine Dokumentation: Geheimnisvolle Orte – Die Möhnetalsperre (oder: Geheimnis Möhnetalsperre)

Danach ging es nach Bielefeld, in den Heimattiergarten Olderdissen, ein schon häufiger geplantes Ziel. Und enttäuscht wurden wir nicht. Durchaus ein Ziel, das man öfter anpeilen kann. Allerdings verstehe ich nicht, wie es dieser Park immer wieder in diverse Bestenlisten der schönsten Zoos Deutschland schafft. Der Tiergarten hat mehr Wildparkcharakter, die einzigen Exoten sind Blaue Pfauen. Aber da ich sowieso nicht viel von diesen Rankings halte, die doch immer sehr subjektiv sind, kann mir das egal sein. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall

Aus zeitlichen Gründen verzichteten wir auf einem Besuch im Tierpark Herford und fuhren direkt weiter nach Hannover.

Am Möhnesee hatte es kurz geregnet, aber das konnte man ignorieren. Der Rest des Tages blieb trocken.
Gegessen haben wir im IBIS, Burger. Danach haben wir im Restaurant Karten gespielt und uns dann aufs Zimmer zurück gezogen, ein normaler Tagesausklang.

Sea Life Oberhausen
Heimat-Tierpark Olderdissen, Bielefeld

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