5. Zooreise 2017 – Tag 9: Von kleinen Talsperren und kleinen Wildparks

Der letzte Tag unserer September-Zooreise war angebrochen.
Auf dem Programm standen Besuche in Zeulenroda (Talsperre und Tiergehege), Teublitz (Wildpark) und Abensberg (Vogelpark) auf dem Programm.
Den Thüringer Zoopark hatten wir in diesem Jahr bereits besucht (siehe hier), ein weiterer besuch ist geplant (Anfang Oktober), da kann man den Zoo auch mal links liegen lassen.
Also standen nur kleinere Wild- und Vogelparks auf dem Programm.
Unser erstes Ziel war ein Parkplatz in Zeulenroda. Dieser wurde als Talsperrenparkplatz bezeichnet, aber wir hatten etwas anderes erwartet. Erst später durften wir erkennen, warum gerade dieser Parkplatz den Namen trug.
Ich weiß nicht, ob man von dort zur Talsperre gekommen wäre (vermutlich über Umwege zumindest in die Nähe), aber unser direkter Weg führte uns auf eine Brücke, von der wir einen Blick auf die Talsperre erhaschen konnten.
Nun ja… Wir haben ja noch nicht so viele Talsperren zu Gesicht bekommen, aber die bisherigen (Wendefurth und Möhnetal) waren durchaus eindrucksvolle Bauten. Es mag bombastischere Geben (vielleicht auch in Deutschland), aber interessante Ausflugsziele waren die bisherigen Talsperren auf jeden Fall. Die Talsperre in Zeulenroda dagegen kann man ignorieren. Die Sperre selbst ist nur ein kleiner Damm, nicht weiter der Rede wert.
Wir wollten aber doch etwas näher hin und verließen Brücke und Parkplatz.
Unser nächstes Ziel war das Tiergehege Zeulenroda. Von dort konnte man auch zur Talsperre gehen.

Eingang (Tiergehege Zeulenroda)

Eingang (Tiergehege Zeulenroda)

Das Tiergehege ist klein und wir waren schnell durch. Entlang des sogenannten Zeulenrodaer Meeres (klingt etwas übertrieben, wenn man die Talsperre dazu betrachtet) gingen wir Richtung Talsperre, vorbei am Seehotel, bis wir am Ende des Weges waren. Die Talsperre war nicht zugänglich.
Tatsächlich ist es auch nicht die Talsperre, die interessant (bzw. geschichtsträchtig) ist.
Es ist die Brücke, auf der wir zuvor standen. Auf dem ersten Blick (und auch auf dem zweiten) eine Brücke, wie jede andere auch. Kein besonderes Bauwerk, aber …
Beim Einsturz der im Bau befindlichen 362 Meter langen Brücke über den Stausee nach Quingenberg kamen am 13. August 1973 vier Arbeiter ums Leben, fünf wurden schwer verletzt. Die Arbeiten (erstmals eine Brücke im freien Vorbau) fanden unter Termindruck und bei Zwang zur Stahleinsparung statt. Da dieses Ereignis am Jahrestag des Mauerbaus stattfand, wurde zunächst Sabotage vermutet. Der Chefingenieur und zwei Mitarbeiter wurden im Mai 1974 vom Bezirksgericht Gera zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, dann jedoch vom Obersten Gericht der DDR freigesprochen. Im Zuge der Ermittlungen wurde letztendlich festgestellt, dass veraltete Konstruktionsvorgaben die Ursache waren. Seit 1994 erinnert ein Gedenkstein an der Straße an die vier 1973 ums Leben gekommenen Bauarbeiter. Die Brücke hat eine Höhe von 37 m über dem Talsperrengrund.
Die Talsperre selbst ist da schon eher weniger bedeutend.
Sie war neben der weiter flussabwärts gelegenen Weidatalsperre eine der beiden Trinkwassertalsperren im Thüringer Schiefergebirge an der Weida bei Zeulenroda-Triebes. Am 1. September 2012 wurde die Trinkwasserschutzzone aufgehoben. Die Talsperre dient ab diesem Zeitpunkt im Verbund mit der Weidatalsperre nur noch als Reservoir für den Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und der touristischen Nutzung.
Angestaut wird sie durch einen 307 m langen und knapp 35 m hohen Steinschüttdamm aus Diabas-Schüttmaterial. Ein geneigter Lehmspund als Innendichtung, der bis zu 12 m stark ist und 5,5 m in den Untergrund reicht, dichtet die rund 360.000 m³ Schüttmaterial ab.
Das Wasser wird über einen 49 Meter hohen Wasserentnahmeturm entnommen, der durch eine 105 m lange Spannbetonbrücke mit dem Land verbunden ist. Die maximale Wassertiefe beträgt 30,1 m.

Nun ja, jetzt haben wir die Talsperre gesehen…
Unser nächstes Ziel war der Wildpark Höllohe in Teublitz. Immerhin schon auf bayerischem Boden.
Der Wildpark steht schon länger auf meiner Wunschliste und sollte bereits im Juni besucht weren. Bis zum Parkplatz hatten wir es damals geschafft, aber der Regen ließ uns weiter fahren.
Diesmal regnete es nicht und wir kamen weiter als bis zum Parkplatz.
Eine Erleuchtung war der Wildpark nicht. Jetzt haben wir ihn gesehen und können ihn aus der Liste der zu besuchenden Zoos streichen.
Ähnliches könnte man vom Vogelpark in Abensberg sagen. So besonders ist er nicht, aber dennoch landen wir immer wieder dort (wenn auch nicht als Teil einer Zooreise).

Highlights gab es an diesem letzten Reisetag nicht, aber das Wetter war uns gnädig und im Großen und Ganzen hatten wir (trotz mancher Regentage) einen schönen ereignisreichen Urlaub. So wie es eigentlich sein sollte…

Und das nächste verlängerte Wochenende kündigt sich bereits an.

Tiergehege Zeulenroda
Wildpark Höllohe
Vogelpark Abensberg

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