6. Zooreise Tag 1: Der Tag der kleinen Zoos

Geplant waren Besuche in Falkenstein und Altenburg. Da wir beim Reisen Gesellschaft hatten war es nicht so leicht entsprechend zu planen, da ich zwar unsere Reisegschwindigkeit kannte, nicht aber unbedingt dann wenn wir in Begleitung waren. Außerdem wollte ich unsere Begleitung nicht überfordern.
Deswegen habe ich nur zwei Zoos gewählt und auch eher kleine. Sehr kleine, um genau zu sein.
Natürlich hätte man auch einen grösseren Zoo nehmen können, wie etwa Chemnitz. Im Nachhinein bereue ich das auch ein bisschen, aber so wurde es ein Besuchstag mit kleinen Zoos. Und wer weiß, wann ich dann in den Genuß des Altenburger Inselzoos gekommen wäre. Der ist zwar klein, aber sehr schön. Nicht nur von der Lage.

Um viertel nach acht fuhren wir los bis Falkenstein/Vogtland. Den Zoo besuchten wir zum zweiten Mal (der erste Besuch war 2015), unsere Begleitung zum ersten Mal. Für sie waren alle Zoos neu, wir kannten nur den Inselzoo noch nicht. Aber unser erstes Ziel war der Tierpark in Falkenstein. Dort
sahen wir die kleinsten Minischweinferkel, die wir je zu Gesicht bekommen hatten, besonders alt waren die nicht. Leider aber auch so verdeckt, dass das Fotografieren nicht möglich war.
Ungewöhnlicherweise bezahlten wir den Eintritt beim Verlassen, beim Austritt sozusagen.
Nach Falkenstein machten wir einen Abstecher nach Hirschfeld, der größer ist als Falkenstein, nicht weit davon entfernt ist, aber trotz der Größe schnell durchlaufen werden kann. Es blieb tatsächlich noch Zeit für den Inselzoo in Altenburg (und wenn wir nur zu zweit gewesen wären, hätte ich vielleicht noch einen weiteren Zoo eingeschoben). Der direkte Weg zum Inselzoo war uns baustellenmäßig verwehrt, aber über Umwege gelangten wir doch an unser Ziel.

Altenburg ist eine mehr als tausend Jahre alte ehemalige Residenzstadt im Osten des Freistaates Thüringen inmitten der Metropolregion Mitteldeutschland. Altenburg ist Kreisstadt des Landkreises Altenburg ist durch das nach 1810 hier erfundene Kartenspiel Skat bekannt. Mir war Altenburg tatsächlich nur vom Inselzoo bekannt und mehr als diesen haben wir auch nicht gesehen. Dabei hat die kleine Stadt auch noch mehr zu bieten (nicht nur für Skatfreunde).
Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass wir bei einem weiteren Besuch der Stadt nicht nur den Zoo besuchen. Altenburg besitzt auch ein Naturkundemuseum, das Mauritianum.
Von dessen Existenz erfuhr ich allerdings erst beim Schreiben dieses Beitrags.

Nachdem wir von Altenburg den Zoo (und den Blick von der Zoobrücke) gesehen hatten, fuhren wir weiter nach Leipzig.
Bei unseren letzten Aufenthalten in der Nähe von Leipzig übernachteten wir immer im IBIS in TAUCHA, diesmal hatten wir uns aber für das IBIS direkt in Leipzig entschieden. So sahen wir auch etwas von der Innenstadt, denn außer dem Zoo hatten wir von Leipzig auch noch nicht viel gesehen.
Bevor wir essen gingen (in Leo’s Brasserie, direkt gegenüber vom Hotel) schlenderten wir noch ein bisschen durch die Umgebung des Hotels.

Die Nikolaikirche war einer der wichtigsten Orte der Friedensgebete und Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen in Leipzig, einem wesentlichen Bestandteil der politischen Wende in der DDR. Sie wurde ab 1165, dem Jahr der Vergabe des Stadtrechts, im romanischen Stil errichtet und im Spätmittelalter zu einer gotischen Hallenkirche umgestaltet.
Die Thomaskirche ist als Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs und des Thomanerchores weltweit bekannt.
Vor dem Seiteneingang der Thomaskirche steht ein Denkmal für Johann Sebastian Bach des Bildhauers Carl Seffner aus dem Jahre 1908. Ein älteres Bach-Denkmal, das mit Unterstützung Felix Mendelssohn Bartholdys 1843 geschaffen wurde, befindet sich in den Grünanlagen vor dem Haupteingang, ebenso ein Denkmal für Mendelssohn. An der Nordwestecke der Kirche ist eine Gedenktafel für Johann Adam Hiller angebracht, die aus einem früheren Denkmal stammt.
Die Kirchen haben wir nur von außen betrachtet, wir sind gar nicht auf den Gedanken gekommen, sie auch von Innen zu betrachten…und dabei rennen wir sonst in fast jede Kirche.
Das City-Hochhaus Leipzig ist mit 142,0 Metern (Gesamthöhe mit Antennenträger 155,40 Meter) und 34 Etagen das zweithöchste Hochhaus der „neuen“ Bundesländer und das höchste der Stadt.
Es entstand von 1968 bis 1972 nach Entwürfen des Architekten Hermann Henselmann im Zuge der Neugestaltung des Universitätscampus am damaligen Karl-Marx-Platz und war bei seiner Fertigstellung das höchste Hochhaus Deutschlands. Aufgrund der drei langen, leicht nach innen gewölbten Längsseiten bei einer überhöhten Schmalseite kann die Form des Gebäudes aus Straßensicht als ein aufgeschlagenes Buch interpretiert werden. Wegen seiner anfänglichen Nutzung entstanden im Volksmund die Namen Uniriese, Weisheitszahn oder auch Steiler Zahn. Die Uni ist allerdings im Haus nicht mehr vertreten.
Auf dem Dach ist eine Aussichtsplattform (31. Etage) eingerichtet, diese hat im Herbst und Winter von 10 bis 22 Uhr geöffnet, im Sommer von 9 bis 1 Uhr. Sie befindet sich in einer Höhe von etwa 120 Metern, bietet einen guten Überblick über große Teile der Stadt und ist daher ein beliebtes Touristenziel. Wir haben das Hochhaus nur von außen gesehen, vielleicht sollte man einen Besuch der Plattform für den nächsten Besuch einplanen.
In den Jahren 1999 bis 2002 wurde das City-Hochhaus komplett saniert, dabei wurde die Fassade mit Granit und Glas neu verkleidet.

Die Moritzbastei ist der einzige erhaltene Teil der Stadtbefestigung von Leipzig. Von 1979 bis 1993 wurde sie von der Universität Leipzig als deren Studentenclub betrieben. Seit 1993 wird sie im Auftrag der Stiftung Moritzbastei durch eine GmbH als Kulturzentrum bewirtschaftet.
Die Moritzbastei wurde als Bastion unter der Leitung von Hieronymus Lotter in den Jahren 1551–1554 nach Zerstörung des Vorgängerbaus im Schmalkaldischen Krieg errichtet und nach dem Kurfürsten Moritz von Sachsen benannt.
Nachdem sie bereits im Dreißigjährigen Krieg erstmals erstürmt wurde, verlor die Moritzbastei im Siebenjährigen Krieg ihre militärische Funktion. Sie diente fortan als Lager für Handelswaren und als Arbeitsstätte für Glockengießer, Schwefelzieher und Buchdrucker.
1796 bis 1834 wurde auf den Mauern der zerstörten Moritzbastei die Bürgerschule durch die Architekten Johann Carl Friedrich Dauthe und August Wilhelm Kanne in zwei Bauabschnitten errichtet. Während der Völkerschlacht bei Leipzig (1813) wurden im ersten fertiggestellten Bauabschnitt der Schule verwundete russische Soldaten untergebracht. 1848 wurde vom Leipziger Kunstverein in einem Teil des Gebäudes das erste Kunstmuseum der Stadt eröffnet. 1875 wurde die Bürgerschule in eine „Höhere Schule für Frauenberufe“ umgewandelt. Sie trug den Namen „St. Annen-Schule“.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schule durch einen Bombenangriff zerstört. Schutt und Reste des zerstörten Baus wurden in die Gewölbe der Bastei gefüllt. An der Stelle der ehemaligen Moritzbastei entstand ein mit Sträuchern und jungen Bäumen überwachsener Hügel.

Auch ein paar interessante Geschäfte entdeckten wir (nicht, dass wir zum Shopping nach Leipzig gefahren wären):
Pylones …. stammt ursprünglich aus Frankreich und gibt es wohl auch in München, aber aufgefallen sind mir die Sachen noch nicht (ist an sich auch nicht mein Geschmack, aber sieht witzig aus)
Wonderland 13 – Ein Gothicladen, den es außer in Leipzig auch in Berlin und Ulm gibt. Neben diversen schwarzen Gothicsachen (Kleidung, Schmuck, Adventskalender, Bettwäsche) gab es im Schaufenster auch Einhörner (Stofftiere, Bettwäsche…) zu sehen.
Fische Füße …das Fisch-Spa in Leipzig. Ich dachte eigentlich, dass die „Anwendung“ von Garra rufa, der Rötlichen Saugbarbe, die gerne abgestorbene Hautschuppen von Menschen knabbert, verboten wäre, aber das scheint wohl nicht überall zu sein.
Wikipedia sagt dazu folgendes:
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass Garra rufa als Wirbeltier nach Deutschem Tierschutzgesetz uneingeschränkt geschützt ist. Eine gewerbsmäßige Haltung zu kosmetischen und Wellness-Zwecken sei nach dieser Auffassung nicht erlaubnisfähig, weil durch die Haltung den Fischen unvermeidbare Schmerzen, Leiden und Schäden zugefügt würden, die mit einem vernünftigen Grund nicht in Einklang zu bringen seien. Rechtlich seien Kangalfische beim Einsatz am Menschen, ähnlich den medizinischen Blutegeln oder Fliegenmaden zur Behandlung von Wunden, als Arzneimittel zu sehen. Würden sie zur Linderung oder Heilung von Krankheiten eingesetzt, sei eine Heilpraktikererlaubnis erforderlich. Die Einstufung als Arzneimittel wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern und vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz mitgetragen. Anträge auf Züchtung von Garra rufa zu Therapiezwecken sind laut Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen im Freistaat Sachsen von der zuständigen Arzneimittelüberwachungsbehörde zu bearbeiten; Gesundheitsämter sollen keine Genehmigung zur Anwendung der Kangalfische erteilen. Das hessische Umweltministerium verbot Mitte Januar 2012 die gewerbliche Nutzung von Kangalfischen mit Hinweis auf den Tierschutz. Auch in Bayern und Baden-Württemberg gibt es ähnliche Regelungen.Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat am 15. Mai 2014 geurteilt (16 K 5116/12), dass der Einsatz der Fische in einem Friseurstudio einen Nutzen für den behandelten Kunden bewirken kann, der ein eventuelles Leiden der Fische deutlich übersteigt. Auch das Verwaltungsgericht Köln hat mit Urteil vom 16. Juli 2015 (13 K 1281/14) entschieden, dass der Einsatz der Garra rufa als „Knabberfische“ in einem Kosmetikstudio bei Einhaltung bestimmter Auflagen tierschutzgerechter Haltung entsprechen und damit zulässig sein kann. Die Erteilung von Auflagen ist ein geeignetes und weniger einschneidendes Mittel, um eine tierschutzgerechte Haltung sicherzustellen.
Das Schweizer Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) empfiehlt in einer Fachinformation aus dem Februar 2012 den Vollzugsbehörden, Gesuche nach Nutzung von Kangalfischen zu kosmetischen Zwecken abzulehnen und beruft sich dabei auf den Artikel 3 Buchstabe a und Artikel 4 Absatz 2 des Tierschutzgesetzes. Eine solche Nutzung würde im Zuge der Güterabwägung als „Missachtung der Würde des Tieres“ beziehungsweise „übermäßige Instrumentalisierung“ gewertet. Der Nutzen für den Menschen sei geringer zu gewichten als die Belastung für die Fische. Im Zusammenhang mit der Nutzung der Fische komme es zwangsläufig zu Stresssituationen, verbunden mit einem beträchtlichen Verletzungsrisiko, insbesondere beim Umsetzen der Tiere.
In einigen Staaten der USA wurde der Einsatz von Garra rufa zur „Fischpediküre“ wegen Hygienebedenken verboten.

Während unseres Leipzigaufenthalts waren auch einige Veranstaltungen (Eat, Eat, Eat und die Leipziger Markttage), an denen wir nicht vorbeikamen, denen wir aber auch nicht so viel Beachtung schenkten.

Das Essen in Leo’s Brasserie war lecker, auch wenn wir anfänglich Bedenken hatten (das Essen empfanden wir als übermäßig billig). Die Musik war gewöhnungsbedürftig und vielleicht hätte ich auf den DoubleMozzarella Burger verzichten sollen, der war definitiv zu viel (jedenfalls in Verbindung mit einer Soljanka).

Den Rest des Abends verbrachten wir dann in der Hotelbar. Allerdings nicht mit Rommé-Spielen, wir spielten Phase 10. Auch ein Kartenspiel, das zu zweit aber nur bedingt Spaß macht. Aber da wir zu dritt waren hatten wir durchaus unseren Spaß.

Tiergarten Falkenstein
Tierpark Hirschfeld
Inselzoo Altenburg

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