Die Wege der Tiere

Tierwanderungen faszinieren den Menschen. In zahlreichen Dokumentationen wird man zeuge der großen Herdenwanderungen der afrikanischen Savannen oder wie große Bisonherden über die Prärie wandern.
Die Wege der Tiere von James Cheshire, Oliver Uberti (übersetzt von Claudia Block für den Hanser Verlag) zeigt nicht nur die großen Tierwanderungen, es zeigt viel mehr. Auf Abbildungen von Tieren wird größtenteils verzichtet, was auf der einen Seite etwas schade ist, denn wer kann sich schon etwas unter einem Tragopan vorstellen (natürlich gibt es auch Tragopane hier im Blog, aber youtube ist in vieler Hinsicht aussagekräftiger und findet auch Erwähnung in Die Wege der Tiere: Tragopan Mating Dance). Die Wanderung der Tragopane mag nicht so spektakulär wie manch andere Wanderung sein, aber das macht das Buch auch aus. Anhand von telemetrischen Daten werden Bewegungen ausgewertet und in anschauliche, informative Karten umgewandelt. So finden sich auch die Bewegungen von Wasserflöhen (in einem Aquarium) wider, neben verschiedenen anderen Tieren zu wasser, zu Lande und in der Luft.
Dabei wird natürlich das Hauptaugenmerk auf die Karten gelegt, auch wenn es natürlich begleitende Texte gibt, die auf die Arbeit von Wissenschaftlern und Naturfreunden hinweisen und erklären welche Methoden zur Auswertung verwendet wurden. Unverständlich sind diese Texte nie, aber man braucht einige Zeit, um sich mit den Karten zurecht zu finden. Manchmal sind die Erklärungen etwas klein und es fällt schwer Zusammenhänge zu erkennen, aber Die Wege der Tiere ist kein Buch, das man so nebenbei liest. Es ist auch kein Bildband oder ein Atlas.
Es ist ein ideales Geschenk für jeden Natur- und Tierliebhaber, der Interesse an Tierwanderungen hat und nebenbei noch Auskünfte über das Werhalten der Tiere erfahren will. denn auch das können telemetrische Daten und Karten zeigen.
Sehr bildlich wird das beim Gruppenverhalten von Pavianen gezeigt. Nicht nur hier erlebt man eine kleine Überraschung.

Die Wege der Tiere ist kein handliches Buch, aber eines, dass sich gut im regal macht und das man gerne herauszieht, da man immer wieder etwas Neues entdecken kann.

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