Portrait: Hawaiigans

Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
Tribus: Echte Gänse (Anserini)
Gattung: Meergänse (Branta)
Art: Hawaiigans (Branta sandvicensis)
Hawaiigans (Tierpark Röhrensee, Bayreuth)

Hawaiigans (Tierpark Röhrensee, Bayreuth)

Die Hawaiigans oder  Nēnē hat ein durchweg braunes Gefieder und einen dem Hals gegenüber dunkleren Kopf. Das Weibchen ist etwas kleiner als das Männchen. Diese wiegen im Schnitt etwa 2,2 Kilogramm, während die Weibchen durchschnittlich 1,9 Kilogramm auf die Waage bringen. Weiterer Geschlechtsdimorphismus besteht nicht.
Im Jugendkleid ähneln die noch nicht ausgewachsenen Hawaiigänse den Altvögeln bereits sehr. Lediglich die Halsfärbung unterscheidet sich. Sie haben eine helle Halsfärbung mit einer grauen Rillung anstatt der lehmgelben der adulten Vögel. Im 1. Jahreskleid bestehen bei anliegenden Flügeln nur noch unauffällige Unterschiede zu den Altvögeln. Die Flügel weisen aber noch auffällig breite Säume auf.
Als Anpassung an den Untergrund aus erkalteter Lava, auf dem sie lebt, und die fast vollständige Abwesenheit von stehenden Gewässern in ihrem Lebensraum sind die Schwimmhäute zwischen den kräftigen Zehen deutlich reduziert. Während der etwa fünfwöchigen Mauser verliert die Hawaiigans die Fähigkeit zum Flug, was sie gegenüber Fressfeinden in Gefahr bringt. Hawaiigänse werden etwa 25 bis 30 Jahre alt.

Als Vegetarier ernähren sich die Hawaiigänse ausschließlich von pflanzlicher Nahrung, insbesondere von Gräsern, Samen und Beeren. Durch den teilweise hohen Wassergehalt, der durch die starken Niederschläge bedingt ist, benötigen sie keine weitere Wasserzufuhr.

Die Hawaiigans lebt und brütet sogar vollständig an Land auf erkalteten, aber fruchtbaren Lavafeldern in etwa 1500 bis 2500 Metern Seehöhe, wo sie auch ihre Jungen aufzieht. Dieser Lebensraum weist keine Wasserflächen oder Bäche auf. Allerdings sind die Niederschläge sehr hoch und es kommt regelmäßig zu einer starken Taubildung. Aus diesem Grund sind die Lavafelder dicht mit Gräsern, Beerensträuchern und anderen flachwüchsigen Pflanzen bewachsen. Diese Pflanzendecke ist jedoch auch sensibel gegenüber einer Beweidung durch Großtiere oder Nutzung durch Freizeitsportler.

Wie ihr Name andeutet, sind ihr Lebensraum die zu den USA gehörigen Inseln von Hawaiʻi, genauer die Insel Hawaiʻi selbst, wo sie vor allem auf dem Vulkankegel des Mauna Loa leben, und die Inseln Maui und Kauaʻi. Als Standvogel bleibt sie das ganze Jahr über in diesem Lebensraum.

Männchen und Weibchen paaren sich auf Lebenszeit. Die Brutzeit geht von November bis Februar, die Gänse bauen dann ihr mit Daunen ausgekleidetes Nest am Erdboden. Das Weibchen legt etwa vier bis sieben Eier und brütet für etwa einen Monat. Nach zwei bis drei weiteren Monaten können die Jungtiere das Nest verlassen.

Die Hawaiigans ist weltweit die seltenste Gänseart. Sie ist durch Bejagung, aber auch durch eingeschleppte Fressfeinde wie beispielsweise Hunde und Katzen kritisch vom Aussterben bedroht. Auch das Füttern durch Touristen gefährdet die Tiere, da sie sich dadurch mehr an den Straßenrändern aufhalten.

Hawaiigans (Tierpark Hirschfeld)

Hawaiigans (Tierpark Hirschfeld)

Von schätzungsweise 25.000 Exemplaren gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde ihre Zahl bis 1950 auf lediglich dreißig freilebende Exemplare dezimiert. Durch Aufzucht in Gefangenschaft und Wiederaussetzen der Vögel konnte bisher ein Aussterben vermieden werden, es wurden insgesamt etwa 2.000 Tiere wieder ausgewildert. Die anfänglichen Erfolge wurden jedoch durch eine intensivere Landwirtschaft, zunehmenden Autoverkehr und Straßenbau, Raubsäuger und Habitatverlust zu einem großen Teil wieder zunichtegemacht. Die Zahl der wild lebenden Tiere betrug 1990 etwa 350, dazu kommen zahlreiche in Zoos oder Wildparks gehaltene Exemplare. Die IUCN nennt für 1999 wieder knapp 1.000 Tiere. Die Population steigt weiter, wegen der geringen Gesamtpopulation wird sie aber noch als „gefährdet“ geführt. Heutige Schutzanstrengungen konzentrieren sich auf den Schutz des Habitats und die Kontrolle von Prädatoren.

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