Weihnachten für Heimtiere

Weihnachten steht vor der Tür und nicht nur Menschen wollen beschenkt werden. Der eine oder andere denkt dabei auch an sein Haustier (und man glaubt gar nicht, wie viel dabei falsch gemacht werden kann, wenn man denkt, dem Tier etwas gutes zu tun). Ich kann mich erinnern, dass auch unsere Hunde (nicht tiergerechte) Geschenke bekommen haben.
Über Sinn und Unsinn beim Beschenken von Haustieren kann man streiten, aber es ist keine Seltenheit. Aber man kann Tiere auch tiergerecht beschenken.

10.12.2013, ZENTRALVERBAND ZOOLOGISCHER FACHBETRIEBE DEUTSCHLANDS E.V. (ZZF)
ZZF-Umfrage: Weihnachtsgeschenke für Heimtiere liegen im Trend
Wiesbaden (ots) – 81 Prozent der Heimtierhalter schenken ihrem Tier etwas zu Weihnachten / Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe mahnt: Nur artgerechtes Spielzeug verschenken / Heimtiere sind kein Überraschungsgeschenk
81 Prozent aller Heimtierhalter schenken ihren Vierbeinern etwas zu Weihnachten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) Anfang Dezember auf den Internet-Communities dogspot.de und catspot.de geschaltet hatte. An der Befragung haben auf den Plattformen mehr als 400 registrierte Nutzer teilgenommen.
Vor allem Katzenbesitzer, nämlich 83 Prozent, gaben an, ihrer Samtpfote an Weihnachten eine Freude zu machen. Auf dogspot.de sprachen sich 82 Prozent der Hundebesitzer dafür aus, ihrem Vierbeiner etwas zu schenken. Viele Teilnehmer der Umfrage bezeichneten ihr Tier als „Familienmitglied“, das bei der Bescherung mit berücksichtigt werde. Hoch im Kurs stehen bei den Hunde- und Katzenhaltern Adventskalender oder weihnachtliche Extra-Leckereien wie zum Beispiel Kausnacks für die Zahnpflege. Aber auch ein neues Spielzeug, das die Intelligenz fördert oder zu Bewegung und Kombinieren animiert, gehört für einen Großteil der Umfrageteilnehmer auf den tierischen Gabentisch. Einige nutzen die Gelegenheit, einen neuen Kratzbaum zu kaufen oder ein Gehege anzuschaffen, das zur Wohnungseinrichtung passt.
„Spielen – das heißt Jagen, Auflauern und Kämpfen – gehört bei Hunden und Katzen zu den wichtigsten Beschäftigungen. Deshalb bietet der Zoofachhandel eine große Auswahl an Spielzeug für Heimtiere an“ erklärt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. Das Spielzeug sollte aus einem geeigneten Material hergestellt sein, unbedenklich sind Naturmaterialien, Kunststoffe und Kombinationen daraus, wie beispielsweise Gummi, Latex oder Baumwolle. Spielsachen, die beim Zerkauen splittern, können Verletzungen verursachen. Das Spielzeug muss zur Größe des Tieres passen, zu kleine Teile könnten im Eifer des Spiels verschluckt werden. Wer seinem Hund einen Tennisball schenken möchte, sollte einen mit Filzimitat wählen, der vorwiegend aus Baumwollfasern besteht. Normale Tennisbälle wirken im Hundemaul wie Schmirgelpapier.
Heimtiere sind kein Überraschungsgeschenk
Von Tieren als Überraschungsgeschenk unter dem Weihnachtsbaum rät der ZZF ab. Die Anschaffung eines Heimtieres sollte gut überlegt und mit allen Familienmitgliedern abgestimmt sein. „Das Tier muss zum Alltagsleben der Familie passen“, sagt Norbert Holthenrich. Eltern sollten sich bewusst machen, dass sie die Hauptverantwortung für die Versorgung der Tiere tragen: „Manche Kinder sind mit der Versorgung überfordert und verlieren schnell die Lust. Im schlimmsten Fall landen die Tiere nach den Weihnachtsfeiertagen sogar im Tierheim.“
Ist die Entscheidung für ein spezielles Heimtier noch nicht gefallen, empfiehlt Holthenrich, zunächst einen Gutschein aus dem Zoofachhandel oder Ratgeber-Literatur zu verschenken.

12.12.2013, Verein Pfotenhilfe
Bei Weihnachtsgeschenken für Heimtiere ist Vorsicht geboten
Verein PFOTENHILFE informiert: Nicht alle Produkte sind ungefährlich für Tiere
Wien (OTS) – Für viele Menschen ist es selbstverständlich geworden, auch ihr Heimtier zu Weihnachten zu beschenken. Auch wenn der Fachhandel eine große Vielfalt an Spielzeugen und Leckereien anbietet, für Tiere ist nicht alles geeignet. Der Verein PFOTENHILFE hat einige Tipps für die Auswahl geeigneter Geschenke zusammengestellt.
Sich für Ihr Heimtier Zeit zu nehmen und ihm ausreichend Beschäftigung zu bieten ist das schönste Geschenk, das Sie ihm machen können. Wollen Sie aber auch auf ein materielles Weihnachtsgeschenk für Ihren Liebling nicht verzichten, sollten Sie gesunde Leckereien und sinnvolle, ungefährliche Spielsachen auswählen.
Kleine Spielzeuge oder Innenteile von quietschenden Gegenständen werden von Hunden und Katzen während des Spielens sehr leicht verschluckt, oder können beim Kauen zersplittern und so schwere innere Verletzungen hervorrufen. „Viele Spielzeuge bestehen aus Materialien wie Styropor, Vinyl, Schaumstoff, Draht oder Metall. An ihnen können sich die Tiere verletzen oder – im Falle des Verschluckens – sogar vergiften. Stattdessen bieten Spielseile, Vollgummibälle und Latexspielzeuge eine gute Alternative.“ weiß Sonja Weinand, Sprecherin des Verein PFOTENHILFE.
Möchte man seinem Tier zu Weihnachten eine besondere Leckerei bieten, greift man am besten zu Naturprodukten. Wichtig ist dabei, dass keine künstlichen Konservierungs- oder Aromastoffe enthalten sind. Auch auf gewürzte Speisen und Schokolade muss unbedingt verzichtet werden.
Besonders wichtig ist, dass Kleinsäugern wie Hamster, Kaninchen, Mäuse oder Meerschweinchen ein artgerechtes, entsprechend großes Gehege mit vielen Spielmöglichkeiten zur Verfügung steht. Laufräder aus Metall oder Kunststoff sind sehr beliebt, aber auch nicht ganz ungefährlich, da scharfe Kanten zu Verletzungen an Gliedmaßen und
Schwanz führen können. Werden sie oft benutzt, kann das sogar zu schweren Schäden an der Wirbelsäule führen. Auf die bei Tierhaltern beliebten Röhrensysteme sollte jedoch verzichtet werden, da sie durch das transparente Material keine Rückzugsmöglichkeit bieten und Tiere wegen der schlecht belüfteten Röhren sogar ersticken können. Eine
artgerechte Alternative sind Röhrensysteme aus Naturholz.
Auch durch Spiegel oder Plastikvögel als Partnerersatz für Wellensittiche können Verhaltensstörungen und gesundheitliche Probleme auftreten. Da Wellensittiche sehr soziale Tiere sind, sollten Sie sich lieber für einen Artgenossen entscheiden, mit dem gespielt und geschmust werden kann. Beliebte Klettermöglichkeiten, die gleichzeitig Abwechslung schaffen, sind unbehandelte Äste und Weidenzweige.
Der Fachhandel bietet zwar eine immer größere Auswahl an Spielzeug und Dekoration für Aquarien und Terrarien, tierfreundlich ist diese aber meist nicht. „Ich bitte Sie, auf glitzernde Gegenstände für Fische zu verzichten, da diese sowohl überflüssig als auch alles andere als tierfreundlich sind“, meint Weinand.
Alternativ zu den Angeboten des Fachhandels kann auch selbst gebastelt werden. Mit geeigneten Materialien lassen sich leicht kostengünstige und individuell auf Ihr Tier abgestimmte Spielzeuge basteln.

Geschenke für Hunde und Katze finde ich in Ordnung, bei Fischen und anderen Aquarium/Terrarienbewohnern (inklusive diverser Nagetiere) bin ich mir nicht wirklich sicher, aber das ist nur meine Meinung. Ich habe im Moment kein Haustier, die Anschaffung ist auch nicht geplant, und jeder Tierhalter kann selbst entscheiden, ob er seinem Tier etwas schenken möchte.
Allerdings spricht nichts dagegen, dem Tier eine Freude zu machen, nicht nur zu Weihnachten. In Zoos wird von Behavioral enrichment geprochen, und einem Heimtier schadet das bestimmt auch nicht. Und das muss nicht ausschließlich an Weihnachten sein.

Es gibt noch einen dritten Punkt (neben dem Verzicht von Tiergeschenken und dem tiergerechten Weihnachtsgeschenk), den mein mit Haustieren beachten sollte:

Der österreichische Tierschutzverein VIER PFOTEN informiert über tierfreundlichen Weihnachtsschmuck:
Für viele Heimtiere wirkt der Weihnachtsbaum mit seinen glänzenden Kugeln, den vielen Lichtern und glitzerndem Lametta extrem anziehend. Egal ob Hunde, Katzen, Kleintiere oder Vögel, verlässt der Tierhalter den Raum, nutzen die Tiere ihre Chance, um das ungewöhnliche, funkelnde Bäumchen genauestens zu untersuchen. Die PFOTENHILFE gibt jetzt nützliche Tipps, wie Sie Ihren Baum schön und zugleich sicher dekorieren können.
„Tierhalter zu sein, bedeutet nicht auf einen Weihnachtsbaum in den eigenen vier Wänden verzichten zu müssen. Man muss nur einige Kleinigkeiten beachten, schon ist man auf der sicheren Seite.“ weiß Sascha Sautner, Sprecher der PFOTENHILFE. Bevor man sich über tiersicheren Weihnachtsschmuck Gedanken macht, ist dafür zu sorgen, dass für den Weihnachtsbaum ein sicherer Standort gesucht wird – im Optimalfall ein eigenes Zimmer, zu dem die Tiere keinen Zutritt haben.“ Hat man nicht den Platz , den Baum in einem eigenem Raum aufzustellen, ist es unerlässlich, diesen in einem schweren, stabilen Baumständer zu fixieren. Denn bei jungen, verspielten Hunden oder neugierigen Samtpfoten ist jederzeit damit zu rechnen, dass die Tiere den Baum mit Sprüngen ins Astwerk zu Fall bringen.“ so Sautner.
Auch beim Baumschmuck bittet die PFOTENHILFE um besondere Vorsicht. Zerbrechliche Glaskugeln, Lametta oder Metallhaken zum Befestigen des Behangs, sollten nicht zum Einsatz kommen, wenn Tiere im Haushalt leben. Zerkaut ein Vierbeiner eine Glaskugel oder verschluckt die Katze beim Spielen das Lametta, kann das für Ihr Heimtier
lebensbedrohliche Folgen haben. Häufig kommt es auch vor, dass Hunde den Schokoladebehang samt Verpackung und Metallhäkchen verschlucken – was eine große Gefahr für die Gesundheit Ihres Schützlings bedeutet.
„Nicht nur, dass das Häkchen im Magen des Tieres zu zahlreichen Verletzungen führen kann, vertragen Katzen und Hunde das Theobromin nicht, welches in fast allen Schokoladesorten enthalten ist.“ fügt Sautner hinzu. Eine sichere Alternative ist Baumschmuck aus Naturmaterialien wie Holz, Hanf oder Stroh.
Besondere Vorsicht ist bei Wachskerzen angebracht. Darum empfiehlt die PFOTENHILFE zu Ihrer und der Sicherheit Ihres Schützlings auf elektrische LED Lichterketten umzusteigen – unbeaufsichtigt sollte der Baum wenn man Tiere hat, aber auch dann nicht bleiben. „Wer sein Tier liebt, verzichtet auch auf Schneesprays an Baum oder
Fenstern, denn dieser wird gern von Hund und Katz abgeleckt, enthält jedoch meist ungesunde bzw. schädliche Inhaltsstoffe, die nicht in die Reichweite von Tieren gehören.“ so Sautner abschließend.

(Pressemitteilung vom 19.12.2014)

Auch von der FachmarktketteFRESSNAPF kommen Tipps für ein tierfreundliches Weihnachten (PM vom 15.12.2014):

• Besser nicht: weihnachtliche Pflanzen-Deko
Weihnachtssterne, Stechpalmen, Christrosen und Mistelzweige sind für Haustiere giftig. Besser man verzichtet als Tierhalter ganz darauf. Denn auch von hochhängenden Mistelzweigen können Beeren herunterfallen.
• Da bleibt kein Auge trocken: Duftkerzen und Aromaöle
Alles was ätherisch duftet kann das Wohlbefinden von Vögeln stark beeinträchtigen, aber auch die Schleimhäute von Vierbeinern angreifen.
• Christbaum-Schmuck mit weniger Glamour
Tiere können Glaskugeln, Lametta, Weihnachtssterne aus Alu oder Deko-Sprühschnee fressen und schwerwiegende Schnittwunden, Darmprobleme und Vergiftungserscheinungen davontragen. Verwenden Sie am besten Weihnachtsschmuck aus Holz und Stroh. Statt echter Kerzen eignen sich elektrische Lichterketten, deren Kabel nicht herunterhängen.
• Den Weihnachtsbaum fest im Griff
Fixieren Sie den Baum mithilfe eines großen, schweren Ständers und am besten zusätzlich noch an Decke oder Wand. Achten Sie darauf, dass Ihr Tier kein Wasser aus dem Christbaum-Ständer trinkt, das mit Bakterien oder Pestiziden vom Baum belastet sein kann.

Auch wenn die entsprechenden Hinweise bereits etwas älter sind (und immer wieder zu Weihnachtszeit hervorgekramt werden, zumindest in diesem Blog), so verlieren sie nichts an ihrer Aktualität.
Ebenso wie der Hinweis, dass man keine lebenden Tiere verschenken sollte.

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