Wissenswertes über Therapsiden 2

Katta (Serengetipark Hodenhagen)

Katta (Serengetipark Hodenhagen)

Therapsiden bilden in der klassischen Systematik ein Taxon vom Rang einer Ordnung, das ausschließlich ausgestorbene Vertreter umfasst. Zusammen mit der Ordnung Pelycosauria werden die Therapsiden zur Unterklasse Synapsida (Theromorpha, „säugetierähnliche Reptilien“) zusammengefasst. Die Synapsida wiederum gelten in der klassischen Systematik als Subtaxon der Klasse Reptilia und werden somit, obwohl sie mit Säugetieren enger verwandt sind als mit den heutigen Reptilien, relativ deutlich von den Säugetieren abgegrenzt.
In der modernen, kladistisch geprägten und damit konsequent phylogenetischen Systematik, sind Synapsida und Therapsida als Kladen definiert, wobei die Therapsida eine exklusivere Klade innerhalb der Synapsida bilden. Beide Kladen beinhalten auch die Säugetiere. Die Säuger sind somit die noch heute lebenden (rezenten) Vertreter dieser beiden Kladen.
Obwohl sie eine gemeinsame Klade bilden, wird aus pragmatischen Gründen mitunter eine rein sprachliche Trennung zwischen Säugetieren und „Nicht-Säugetier-Therapsiden“ (von englisch: non-mammalian therapsids) beibehalten, denn die nicht-mammalen Therapsiden können als eine bestimmte Entwicklungsstufe (englisch: grade) innerhalb der Synapsiden betrachtet werden, wobei sie zwischen den basalsten Synapsiden, den „Pelycosauria“ (ebenfalls heute als grade betrachtet), und den heutigen und modernsten Synapsiden, den Säugern, stehen und einige nicht-mammale Therapsiden mit den Säugetieren näher verwandt sind als andere. Die nähere Bezeichnung „nicht-mammal“ oder „Nicht-Säuger-“ wird in gleicher Weise auf die exklusiveren Kladen der Therapsiden (Eutherapsida, Theriodontia, Cynodontia) angewendet.
Die evolutionsgeschichtliche Grenze zwischen nicht-mammalen Cynodontiern und „echten“ Säugern ist unscharf und schwer festzulegen. Bereits basale Cynodontier dürften ein sehr säugetierähnliches Aussehen gehabt haben. Oft wurde das sekundäre Kiefergelenk als definierendes Säugetiermerkmal angeführt. Eine andere Möglichkeit ist die Definition des Taxons Mammalia als Kronengruppe (engl.: crown group), d. h., die Gruppe, die alle heute lebenden Säugetiere und deren engste ausgestorbene Verwandte einschließt. Dies bedeutete allerdings den Ausschluss von Cynodontier-Gattungen, die bereits ein sekundäres Kiefergelenk besaßen und allgemein bereits als „echte“ Säuger betrachtet werden (z. B. Morganucodon). Diese, mit den Kronengruppen-Säugern sehr nahe verwandten aber außerhalb der Kronengruppe stehenden Cynodontier, werden mit den Kronen-Säugern stattdessen unter der Bezeichnung Mammaliaformes („Säugetierartige“) zusammengefasst.

Proburnetia viatkensis (Dimitry Bogdanov)

Proburnetia viatkensis (Dimitry Bogdanov)

Die Biarmosuchia, auch Eotitanosuchia oder Phthinosuchia genannt, gehörten zu den ältesten und primitivsten Therapsiden und lebten während des Oberperms.
Der Schädel war groß, hoch, dorsal (oberseits) konvex gebogen und entspricht noch weitgehend dem der Sphenacodontidae. Die Orbita (knöcherne Augenhöhle) war groß, ein Sklerotikalring schützte das Auge. Das Präparietale, ein unpaarer Knochen vor dem Scheitelbein (Parietale), fehlte. Ein einzelner Eckzahn war sehr viel größer als alle anderen Zähne, die diesem nachfolgenden Zähne waren kleiner als bei den Sphenacodontidae.

Die Dinocephalia (griech.: „schreckliche Köpfe“) werden klassisch zu den Reptilien gestellt, hatten aber viele Merkmale, die heute nur noch bei Säugetieren anzutreffen sind. Ihre Blütezeit fällt in das Guadalupium, die mittlere Serie des Perm vor ca. 270 bis 260 Millionen Jahren. Mit dem Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze vor ca. 251 Millionen Jahren endete diese Linie.
Die Dinocephalia gelten als basale (ursprüngliche) aber nicht basalste Gruppe der Therapsiden, der moderneren Synapsiden. Sie stehen an der Basis der Eutherapsida („echte Therapsiden“) genannten Klade, deren Schwestergruppe die Biarmosuchia, die basalste Gruppe der Therapsiden, sind.

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