Haushühner

von Robert B.

Das Bankivahuhn war der Ahne

Alle heutigen Haushühner stammen vom Bankivahuhn ab und gehören damit zur Gattung der Kammhühner und der Familie der Fasananartigen. Der Wissenschaftliche Name der Bankivahühner lautet Gallus gallus. Diese Hühnerrasse lebte und lebt noch immer im Süden Asiens, von Indien bis Vietnam, China, Malaysia und den Philippinen. Ab ca. 2000 v. Chr. wurden die bereits domestizierten Bankivahühner immer weiter nach Westen gebracht, den Orient erreichten sie zuerst. Um 1500 v. Chr. erreichten sie Ägypten und um 600 v. Chr. überquerten sie die Alpen. Die wirkliche Verbreitung in Europa ist den Römern zu verdanken, die die Hühner gezielt für die Eier- und Fleischproduktion nutzten.
Bankivahähne erreichen ca. 700 bis 1500 Gramm, die Hennen liegen bei 500 bis 1050 Gramm. Nicht nur die Römer, sondern auch die Asiaten betrieben eine mehr oder weniger gezielte Hühnerzucht. Es bildeten sich zwei Stammlinien hervor, in die sich Haushühner einteilen lassen. Es sind zum einen die schweren asiatischen Schläge, die kaum fliegen, sehr ruhig sind und eine gute Fleischleistung mitbringen. In Europa haben sich hingegen Landhühner hervorgetan, die weniger Fleisch, aber dafür sehr viele Eier liefern.

Weiterhin gibt es Urzwerge, Zwerghühner, Kämpfer oder auch Hühner mit Seiden- oder Struppfedern, nackten Hälsen oder besonders langen Schwanzfedern.

Urinstinkte verblassen

Das Haushuhn ist also eine Zuchtform, die deutlich schwerer als die Urform ist und zu einem guten Teil ihre Urinstinkte verloren hat. Sehr alte Haushuhnrassen haben sich noch einen großen Teil dieser Urinstinkte erhalten, womit sie viel aufmerksamer auf Feinde achten und diesen seltener zum Opfer fallen. Auf Leistung gezüchtete moderne Haushühner sind auf die Zusatzfütterung angewiesen, da sie für ihr Gewicht oder die vielen Eier kaum genug Futter im Freien finden würden und nicht mehr so aktiv sind.

Allein in Deutschland gibt es ca. 100 Haushuhnrassen, die durch den Bund deutscher Rassegeflügelzüchter anerkannt werden. Eine Übersicht der in Deutschland vorkommenden Hühnerarten findet man auf https://www.huehner-hof.com/bereich/rassen/. Viele einst heimische Haushuhnrassen sind bereits wieder untergegangen sowie auch heute noch oftmals keine richtigen Rassen, sondern ein kunterbunter Mix gehalten wird.

Hybridhühner

Eine neue Entwicklung hat ab ca. 1960 die heutige industrielle Hühnerhaltung geprägt: Es werden mehrere Rassen auf bestimmte Merkmale gezüchtet, um zwei Ausgangsrassen zu kreuzen, es entstehen Hybriden.

Diese Hybriden sind für eine Generation stabil, sie würden in Folgegenerationen sehr uneinheitlich erscheinen und nicht mehr ihre Leistung bringen. Mit dieser einen Generation legen sie jedoch über 300 Eier im Jahr oder bringen sehr schnell mit wenig Futter viel Fleisch. Die Folge ist, dass die Halter entweder die Hennen oder die Hähne haben wollen und das andere Geschlecht aufgrund vom Kükenschreddern Schlagzeilen macht.

Selbstversorgung gegen Industriehühner

Für die industrielle Hühnerhaltung wurden also „künstliche“ Hühner geschaffen, die mit dem Bankivahuhn nicht mehr viel gemein haben, sie sind jedoch wirtschaftlicher. Wirtschaftlich ist leider nicht artgerecht. Huehner-Hof.com möchte Hühner als Lebewesen mit Bedürfnissen und Emotionen vorstellen und jedem Leser eine artgerechte Haltung ermöglichen. Selbst ein kleiner Garten reicht für die Hühnerhaltung, da einfach eine Haushuhnrasse gewählt werden kann, die nur wenig Fläche benötigt.

Auch bei Hühnern mit geringen Ansprüchen müssen einige Details beachtet werden. Die Hühner brauchen neben dem Auslauf im Garten einen Stall, der über Nacht Füchse und Marder abhält. Über Tag brauchen sie im Freilauf entweder eine große Voliere oder viele Fluchtmöglichkeiten, damit kein Greifvogel sie schlägt. Es kommt zudem auf Details an: Hühner nutzen ein Sandbad, um ihre Parasiten zu bekämpfen. Sie wollen Legeboxen und eine Hühnerstange, auf der sie schlafen. Sie brauchen nicht nur Körnerfutter, sondern auch frisches Grünfutter. Legehennen brauchen eine Kalkquelle, damit sie laufend neue Eierschalen bilden können. Die Eier von glücklichen Hühnern, die gutes Futter finden, sind die besseren sowie glückliche Tiere immer auch das eigene Leben bereichern.

Einmal schlau machen, dann den Hühnerstall bauen

Die Hühnerhaltung im eigenen Garten ist nicht schwer. Der Freilauf und der Hühnerstall müssen einmal genau geplant und dann eingerichtet werden. Dann muss nur noch laufend auf frisches Wasser, hochwertiges Futter und die Hygiene geachtet werden, womit die meisten Parasiten und Krankheiten nicht mehr aufkommen. Bevor die Planung erfolgt, soll jedoch Grundwissen aufgebaut werden, um die Natur der Hühner zu verstehen. Auf einen Hahn sollen ca. vier Hennen kommen. Die Hähne vieler Rassen vertragen sich gar nicht oder nur mit genug Auslauf. Die Hennen vieler Rassen werden kaum noch ihre Eier ausbrüten. Wenn doch, dann sollen die Hennen und die geschlüpften Küken gesondert gehalten werden. Wer die Küken kauft oder mit der Brutmaschine ausbrütet, zieht sie auch erst abseits der anderen Hühner auf. Küken erhalten Kükenmehl, Hennen ein Legemehl und Masthähnchen ein passendes Mastfutter.

Am schönsten ist es für die Halter und die Hühner, wenn ein großer Garten vorhanden ist, womit die Hühner das meiste und auch das leckerste Futter in der warmen Jahreszeit selber finden. Es wird nur etwas bei gefüttert, im Winter wird natürlich richtig gefüttert.

Wenn mehr Menschen ihre eigenen Hühner halten, haben sie zum einen Haustiere, die sogar zutraulich werden können. Zum anderen haben sie eigene Eier, womit weniger Legehühner in Industriebetrieben gehalten werden müssen. Einige Rassen der Haushühner können zu richtigen Streichelhühnern werden.

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