Wissenswertes über die Diprotodontidae

Diprotodon optatum (© N. Tamura)

Diprotodon optatum (© N. Tamura)

Die Diprotodontidae sind eine Familie australisch-neuguineischer Megafauna innerhalb der Vombatiformes. Tiere, die dieser Familie angehören, existierten vom späten Oligozän bis zum späten Pleistozän und gehörten zu den größten Beutelsäugern der Erdgeschichte.
Die Diprotodontidae teilt sich in zwei Unterfamilien auf, die Unterfamilie Diprotodontinae und die Unterfamilie Zygomaturinae, benannt nach ihren bekanntesten Vertretern, Diprotodon und Zygomaturus. Die Familie Diprotodontidae bildet gemeinsam mit der Familie Palorchestidae die Überfamilie Diprotodontoidea.

Ngapakaldia, das „Tier vom Lake Ngapakaldi“, war etwa so groß wie ein Schaf. Es besaß einen posterior erhöhten Schädel, eine flache Schnauze, große Schädelfenster, V-förmige Kauflächen der Molaren und breite, lanzenförmige erste Schneidezähne. Der zweite und dritte Zeh waren dünner als der vierte und fünfte Zeh des Hinterfußes und zudem in einer gemeinsamen Hautfalte gelagert. Wahrscheinlich lebte Ngapakaldia an den Ufern der Seen im australischen Inland und ernährte sich von Uferpflanzen, auch wenn seine Zähne zum Schneiden von Blättern geeignet erscheinen. Ngapakaldia war wahrscheinlich zu seiner Zeit um den Lake Ngapakaldi sehr häufig anzutreffen.
Es sind drei Arten bekannt: Ngapakaldia tedfordi Stirton, 1967a lebte im nördlichen South Australia gehört der dortigen Ngapakaldi-Lokalfauna an, ebenso wie Ngapakaldia bonythoni Stirton, 1967a, doch kam diese Art u. A. auch im Frome Embayment in South Australia vor. Eine dritte Art, Ngapakaldia sp. Black, (1997a), fand sich in Riversleigh, Queensland, und gehört der dortigen Sticky Beak-Lokalfauna an. Der nächste Verwandte von Ngapakaldia war wahrscheinlich der Diprotodont Pitikantia. Teilweise werden Ngapakaldia und Pitikantia auch in die Familie Palorchestidae gestellt.

Oberflächlich ähnelte Diprotodon Nashörnern ohne Horn. Klauen an den Füßen deuten an, dass sie wahrscheinlich nach Wurzeln gegraben haben. Merkmale des Schädels weisen auf einen kurzen Rüssel hin. Die größte Art Diprotodon optatum (Riesenwombat) erreichte eine Schulterhöhe bis zu 2 m, eine Körperlänge von über 3 m und ein Gewicht von bis zu 2786 kg; Diprotodon minor war etwa ein Drittel kleiner.
Fossile Überreste von Diprotodons sind in fast ganz Australien, besonders im Süden des Kontinents, mit Ausnahme Tasmaniens, gefunden worden. Allerdings ist die Art auf King Island, das nahe bei Tasmanien liegt, belegt. Die bekanntesten Funde von Diprotodons stammen aus den Salzsümpfen des Callabonna Salzsees im Süden Australiens, wo sie zusammen mit Donnervögeln entdeckt wurden. Diprotodons lebten im Pleistozän vor 1,6 Mio. Jahren und starben vor ungefähr 45.000 bis 25.000 Jahren aus. Im späten Pleistozän existierten zwei Arten nebeneinander, doch während Diprotodon optatum fast überall in Australien gefunden wurde, scheint Diprotodon minor auf den Südostteil beschränkt gewesen zu sein.
Ernährung und Lebensweise
Diprotodon war ein Pflanzenfresser, der sich von Blättern, Zweigen, Rinde und Wurzeln ernährt haben dürfte. Wahrscheinlich ernährte er sich vor allem von rauen und stacheligen Pflanzen. Aus gut erhaltenen Mageninhalten von Funden am Callabonnasee ist bekannt, dass Diprotodon Salzkräuter (Salsola) und andere Fuchsschwanzgewächse fraß. Die Tiere bewohnten vermutlich vor allem offenes Buschland und Savannengebiete. Da mehrere Skelette zusammen gefunden worden sind, wird angenommen, dass sie in Gruppen lebten. Es waren Beuteltiere, deren Beutel sich wie bei den Wombats nach hinten öffneten. Zu den Freßfeinden von Diprotodon gehörte vermutlich Megalania.

Hulitherium, das „Biest des Huli-Volkes“, war eines der größten Tiere Neuguineas mit einem Lebendgewicht von 75 bis 200 kg. Ein beinah vollständiger Schädel, typisch zygomaturin, ist u. A. von Hulitherium bekannt. Seine Gliedmaßen waren beweglicher als bei anderen Diprotodontiden. Seine Lebensweise war herbivor. In den Bergregenwäldern Neuguineas ernährte Hulitherium sich wahrscheinlich von Bambus. Somit war seine Lebensweise konvergent zu der des rezenten Großen Pandas. Da sich der Lebensraum des Hulitheriums nicht verändert hat, waren wahrscheinlich Menschen schuld an seinem Aussterben.
Es ist nur eine einzige Art bekannt. Hulitherium tomasettii FLANNERY, PLANE, 1986 lebte im späten Pleistozän und gehört der Pureni-Lokalfauna Neuguineas an. Der nächste Verwandte von Hulitherium war wahrscheinlich der neuguineische Zygomaturine Maokopia.

Silvabestius erreichte die Größe eines Schafes. Es besaß obere Eckzähne, ganz im Gegensatz zu anderen Zygomaturinen. Sonstige Unterschiede sind vor allem an den Molaren festzumachen. Es sind der Schädel eines adulten Exemplars sowie der Schädel und Unterkiefer eines Jungtieres. Silvabestius lebte in einem Regenwaldhabitat, worauf sein Name „Waldbestie“ hinweist.
Es sind zwei Arten bekannt. Silvabestius johnnilandi Black, Archer, 1997b lebte im späten Oligozän und gehört der VIP Lokalfauna von Riversleigh an. Silvabstius michaelbirti Black, Archer, 1997b lebte im späten Oligozän und gehört der Hiatus Lokalfauna und der Riversleigh Lokalfauna von Riversleigh an.

Zygomaturus trilobus (© N. Tamura)

Zygomaturus trilobus (© N. Tamura)

Zygomaturus bezeichnet eine Gattung ausgestorbener Beuteltiere Australiens. Die Tiere erreichten die Größe eines Rindes, wobei sie aber deutlich massiger waren. Mit den Arten Zygomaturus trilobius und Zygomaturus nimborensia kam die Gattung bis ins Spätpleistozän in Australien und Neuguinea vor. Wie die bekannte Gattung Diprotodon gehörte Zygomaturus in die Familie der Diprotodontidae. Aufgrund von Verknöcherungen auf Schnauze und Stirn, die als Hornansätze gewertet werden können, werden die Tiere bisweilen auch als Beutelnashörner bezeichnet.
Frühe Funde der Gattung wurden häufig unter dem Namen Nototherium mitchelli beschrieben. Charakteristisch sind die ausgeprägten Jochbeine (Zygomaticum), von denen sich auch der wissenschaftliche Name herleitet. Im Gegensatz zu Diprotodon, dessen Überreste auch im inneren des australischen Kontinents gefunden wurden, scheint Zygomaturus auf die feuchteren, waldigen Küstenbereiche beschränkt gewesen zu sein. Zygomaturus dürfte sich aus der Miozänen Gattung Kolopsis entwickelt haben und bewohnte Australien vom späten Miozän bis zum späten Pleistozän.
Zygomaturus trilobius kam bis ins späte Pleistozän in Australien vor. Zygomaturus nimborensia ist aus Neuguinea ebenfalls bis ins späte Pleistozän vertreten. Eine weitere Pleistozäne Art war Zygomaturus macleayi, während Zygomaturus keanei im Pliozän lebte. Zu den frühesten Arten zählt Zygomaturus gilli aus dem späten Miozän

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen