Vertreter der Gorgonopsia

Galesuchus ist eine sehr wenig bekannte, ausgestorbene Gattung der Gorgonopsia aus der Gruppe der Therapsiden. Fossilien wurden in Südafrika gefunden und werden auf das Mittelperm datiert.
Galesuchus wurde 1915 von Sidney Henry Haughton erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die einzige Art ist Galesuchus gracilis. Der erste Fund (Holotyp, Exemplarnummer SAM 2754) besteht aus einem schlecht erhaltenen Schädel, dessen Knochen teilweise erodiert sind, wobei die Suturen der einzelnen Schädelknochen kaum erkennbar sind. Die Schnauze fehlt dem Fund vollständig.
Die Erstbeschreibung stammt von Haughton (1915). Wie dieser Autor angibt, besaß Galesuchus einen schrägen Hinterkopf. Die Eckzähne waren vergleichsweise groß, hinter den Eckzähnen folgten vier kleine Zähne. In einer weiteren Beschreibung aus dem Jahr 1924 stellt Haughton fest, dass Galesuchus eine Kombination aus primitiven und abgeleiteten Merkmalen aufweist. Primitive Merkmale schließen den quadratischen Querschnitt der Schnauze mit ein, die seitlich ausgerichteten Augenhöhlen sowie den schrägen Hinterkopf. Ein Beispiel für ein angeleitetes Merkmal ist laut Haughton das reduzierte Tränenbein. Sigogneau (1970) beschrieb die Gattung ein weiteres Mal. Dieser Autor vermutet, dass der Schädel nicht von einem adulten Tier, sondern von einem noch nicht geschlechtsreifen Tier stammte.
Galesuchus gilt als ein Vertreter der Gorgonopsia. Haughton (1924) vermutet aufgrund der Kombination von primitiven und abgeleiteten Merkmalen, dass diese Gattung nicht zu den Vorfahren der späteren Gorgonopsia zählte.
Der Holotypus, der erste Fund, besteht lediglich aus dem schlecht erhaltenen Schädel. Sigogneau-Russell (1989) fand vier weitere Exemplare (SAM 11846, SAM K 230, K 208 SAM und SAM 11849) – dieses Material ist jedoch in einem ähnlich schlechten Erhaltungszustand wie der Holotypus. Eva Gebrauer (2009) sieht Galesuchus und die Art Galesuchus gracilis wegen des schlechten Fossilmaterials als Nomina dubia (einen wissenschaftlichen Namen, der keinem Taxon sicher zugeordnet werden kann)

Lycaenops ornatus (Dmitry Bogdanov)

Lycaenops ornatus (Dmitry Bogdanov)

Lycaenops verfügte über ein für Gorgonopsiden typisches Skelett mit einem im Verhältnis zum Körper recht großen Kopf (bis zu 30 cm lang) und zwei langen, zu Reißzähnen gewachsenen, starken Eckzähnen, sowie eine nach außen gewölbte Schnauze, beides charakteristische Merkmale. Zudem verfügte Lycaenops über fünf große Schneidezähne, von welchen vier sich im Zwischenkieferbein befinden. Die Eckzähne sind gesägt und wurden zusammen mit den Schneidezähnen wahrscheinlich zum Ergreifen und Töten der Beute benutzt. Aufgrund der gesägten scharfen Zähne wird vermutet, dass Lycaenops große Fleischstücke aus der Beute riss und sie im ganzen runterschluckte. Der Schädel wird als länglich und dünn, aber dennoch relativ tief gebaut beschrieben. Außerdem wird der Schädel als etwas schief beschrieben und das Schuppenbein ist nicht sehr gut mit dem Quadratbein verbunden. Bekanntes Material umschließt Teile des Postcraniums und den Schädel, dieser ist relativ gut bei L. ornatus erhalten.

Sauroctonus progressus (Dmitry Bogdanov)

Sauroctonus progressus (Dmitry Bogdanov)

Sauroctonus erreichte eine Körperlänge von 1,2 bis 1,5 Metern, wovon etwa 25 Zentimeter auf den Schädel entfielen. Er war damit ein mittelgroßer Gorgonopside. Sein Schädel war schmal, die knöchernen Augenhöhlen (Orbita) klein. Im Oberkiefer befanden sich zwei stark verlängerte Eckzähne, ähnlich denen der Säbelzahnkatzen (Machairodontinae). Sie waren allerdings im Querschnitt oval und nicht so abgeflacht wie die der Katzen. Die fünf Schneidezähne des Oberkiefers waren sehr klein und gesägt, hinter den Eckzähnen befanden sich vier bis sechs weitere Zähne. Sein Becken war reptilartig mit voneinander getrenntem Darmbein (Ilium), Sitzbein (Ischium) und Schambein (Pubis). Sauroctonus lief mit seitlich abstehenden Beinen, in dem für Reptilien typischen Spreizgang. Wahrscheinlich nahm Sauroctonus eine ähnliche ökologische Nische ein, wie die über 230 Millionen Jahre später lebenden Säbelzahnkatzen.

Scylacops ist eine Gattung der fleischfressenden Theriodontia, einer Gruppe der sog. „säugetierähnlichen Reptilien“ (Therapsida). Die Arten der Gattung lebten während des Oberperms in Südafrika, also vor etwa 260 bis 251 Millionen Jahre vor heute. Die Typusart wurde nach einem fast vollständig erhaltenen Schädel beschrieben, der 1913 in der Nähe der südafrikanischen Stadt Beaufort West in der Karoo gefunden wurde.
Scylacops besaß Schneidezähne mit einer Länge von 23 Millimeter und säbelförmige Eckzähne. Der Schädel war 19 Zentimeter lang und fast 13 Zentimeter breit. Der Kopf war sehr flach und ähnelte dem von Gorgonops. Die Ohren saßen weit hinten am Kopf. Der Schwanz war im Verhältnis zum Körper kurz. Die Beine von Scylacops standen senkrecht unter dem Körper. Dies ermöglichte ihm ein schnelles Laufen und dadurch war er anderen Reptilien seiner Zeit wie den Dicynodontiern überlegen. Scylacops konnte eine Länge von zwei Metern erreichen. Es ist nicht klar erwiesen, ob er bereits ein Fell besaß wie die späteren Säugetiere oder eine glatte Haut bzw. noch Schuppen hatte.
Der erste Schädel von Scylacops wurde 1913 von Sidney Henry Haughton gefunden und von dem in Südafrika praktizierenden Arzt und Paläontologen Robert Broom beschrieben. Broom fiel sofort die Ähnlichkeit zu Gorgonops und den von Harry Govier Seeley beschriebenen Gorgonopsia auf. Nachdem er zuvor mit Cyniscops, Cyniscopoides und Sycocephalus eine eigene Familie, die Scylacopidae gebildet hatte, wurde Scylacops 1988 von Robert Lynn Carroll zu den Gorgonopsidae gestellt. Diese bilden eine Untergruppe der Gorgonopsia, der auch Inostrancevia und Gorgonops angehören. Sie alle gehören zu den säugetierähnlichen Reptilien (Therapsida), die auf dem Land zu ihrer Zeit die dominanten Lebewesen waren. Es sind bisher zwei Arten von Scylacops bekannt:
Scylacops bigendens (Brink & Kitching, 1953), zuerst beschrieben als Sycocephalus bigendens Brink & Kitching, 1953
Scylacops war, aufgrund der ähnlichen Anatomie, relativ eng mit Sauroctonus verwandt und wird mit diesem in die Unterfamilie Gorgonopsinae gestellt.

Inostrancevia alexandri (© N. Tamura)

Inostrancevia alexandri (© N. Tamura)

Inostrancevia lebte im oberen Perm, der Zeit, in der sich der Superkontinent Pangaea gebildet hatte. In diesem Zeitalter war es sehr trocken und die Wüsten hatten sich weit verbreitet, selbst bis nach Russland waren sie vorgedrungen.
Am Ende dieses Zeitalters war Inostrancevia als eine der letzten Gattungen der Gorgonopsia übrig geblieben. Im Gegensatz zu den meisten seiner zu der Zeit schon ausgestorbenen Verwandten, wie dem Lycaenops, jagte er, wahrscheinlich aufgrund seiner Größe, meistens allein. Er stellte wahrscheinlich Pareiasauriern nach, wie dem Scutosaurus oder dem Lystrosaurus, der den Dicynodontia angehörte. Vermutlich ernährte er sich auch von Aas und war ein guter Läufer.

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